Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus

Radikale Nachbarn Deutsche und jiddische AnarchistInnen in New York 1880–1906

Radikale Nachbarn

Deutsche und jiddische AnarchistInnen in New York  1880–1906

von Tom Goyens

Associate Professor of History, Salisbury University

Vortrag auf der Konferenz »Yiddish Anarchism: New Scholarship on a Forgotten Tradition« im YIVO Institute for Jewish Research, New York, NY

20. Januar 2019

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors:
Archiv Karl Roche und barrikade, Hamburg 2020

Thema

Mein Beitrag beschreibt kurz die symbiotische Beziehung zwischen den deutschen und jiddischen anarchistischen Bewegungen und insbesondere die Rolle von Johann Most. Dieses Beitrag argumentiert, dass im Großen und Ganzen das wichtigste Erbe der deutschen anarchistischen Bewegung die Grundsteinlegung für die jiddischsprachigen Anarchisten war, die dann den Anarchismus ins 20. Jahrhundert übertrugen, und dies trotz der schlechten Presse, die die deutsche Bewegung seit den 1880er Jahren für den Anarchismus erzeugt hatte wegen der manchmal unnötig gewalttätigen Rhetorik von Most und der Haymarket-Tragödie. Deutsche Radikale begannen auch während der 1870er und 1880er Jahre, grundlegende Unterschiede zwischen Sozialismus und Anarchismus zu artikulieren.

Die Entstehung des jüdischen Anarchismus in New York City ist gut dokumentiert. Der jüdische Anarchismus in New York entstand in den 1880er Jahren im Viertel Little Germany in Lower Manhattan und übernahm Jiddisch, die Sprache seiner Mitgliederbasis, und schuf so das, was Kenyon Zimmer eine »geografische und sprachliche Nähe« zwischen den deutschen und den jiddischen anarchistischen Bewegungen genannt hat.1 Da immer mehr eingewanderte jiddischsprachige Arbeiter den Anarchismus annahmen und sowohl innerhalb des bestehenden, von Deutschen dominierten Organisationsnetzwerk als auch darüber hinaus Organisationen aufbauten, wechselten jüdische Intellektuelle mehr und mehr vom Russischen über das Deutsche zum Jiddischen. Oder wie Tony Michels sagt, die deutschen Radikalen fungierten als »Hebammen der jüdischen Arbeiterbewegung«.2 Diese Art von Nähe zwischen deutschen und jiddischen Anarchisten war nicht nur in New York zu beobachten. In London schloss sich der deutsche Nichtjude Rudolf Rocker einer wachsenden jüdischen Bewegung an, lernte Jiddisch, heiratete eine jüdische Genossin und gab deren Zeitungen heraus.3 Der Historiker Jose Moya hat in seiner Untersuchung über die jüdischen Anarchisten in Buenos Aires zwei deutsche Pioniere identifiziert, Augusto Kuhn und Enrique Dickman.4

 

Johann Most (1846-1906)

Die Nähe zwischen den deutschen und jiddischen Anarchisten wird am besten von Johann Most verkörpert, dem deutschen atheistischen Brandstifter und berühmtesten Anarchisten in Amerika seit seiner Ankunft in New York im Dezember 1882. Seine Freundschaft mit russisch-jüdischen Revolutionären datiert aus den 1870er Jahren, als er ein führender Sozialist in Deutschland und London war. 1876 hatten Berliner Sozialisten Kontakt mit radikalen Studenten, darunter russischen Juden wie Aron Liebermann und anderen, die Vorträge von Most besuchten.5 Als Most 1879 nach London floh, freundete er sich mit mehreren russischen jüdische Revolutionären an und hielt Vorträge über die Situation in Russland.6 Es gab tatsächlich mehr Kontakte zwischen Juden und Anhängern von Most als zwischen Juden und Anhängern von Marx und Engels.7 Als Liebermann 1880 in New York einwanderte, trat er dem neu gegründeten Sozial-Revolutionären Club bei, der ersten deutschen anarchistischen Gruppe in den USA. Tragischerweise nahm sich Liebermann einige Tage später das Leben in Syracuse, NY, aber der Club würdigte seinen Kampf gegen die »Tyrannei des russischen Zarismus.«8

Illustration aus Harper’s weekly, 20. August 1892

 

Als Zar Alexander II. im März 1881 ermordet wurde, feierten Mosts Londoner Freiheit und die deutschen Radikalen in New York offen die Tat, was Most Inhaftierung, Gerichtsverfahren und eine 16-monatige Haftstrafe einbrachte.9 Die Folgen des Attentats veranlaßten sowohl Most wie auch eine größere Zahl von verfolgten russischen Juden, in die USA einzuwandern. Monate vor Mosts Ankunft war in New York eine kleine russisch-jüdische Gruppe, die kurzlebige Propaganda Association als Antwort darauf gegründet worden, dass neu angekommene Juden als Streikbrecher verwendet wurden, bis deutsche Radikale diese über die Situation informierten.10

Mosts feuriges Oratorium machte einen einzigartigen Eindruck auf jüdische Aktivisten, die genug Deutsch verstanden, um von seiner Bühnenkunst fasziniert zu sein: »Der Riese der Revolution tobt und brüllt«, erinnerte sich Yisroel Kopelov, »seine feurigen Worte lassen seine Lippen beinahe schäumen […]. Das Publikum war wie unter einem hypnotischen Bann.« Chaim Weinberg erinnerte sich daran, dass bei Most »alle Zuhörer fast behext waren, Gegner wie Freund«. Für einen anderen besaß Most »magnetische Qualitäten«, und der sozialistische Schriftsteller Abraham Cahan glaubte, Most sei »inkarnierte Gerechtigkeit«.11  Seine anarchistischen Reden appellierten an die Emotionen, sie waren voller Humor und Sarkasmus und weit weniger professoral als einige der sozialistischen Sprecher.

Es gab auch enge Verbindungen zwischen Most und jüdischen Radikalen. Zuerst mit der junge Aktivisten Emma Goldman, obwohl die beiden einen Streit über Geschlechterfragen und politische Gewalt hatten, bis zu dem Punkt, als Goldman Most 1892 während einer Pioneers of Liberty-Versammlung öffentlich mit einer Reitpeitsche schlug.12 Die jiddischen Genossen verurteilten Goldmans Vorgehen als »Wahnsinn« und im Gegenzug behauptete Goldman, dass Most immer »die größte Verachtung« für die jüdischen Anarchisten hatte.13  Most traf später Helene Minkin, Goldmans Mitbewohnerin und Mitanarchistin, die 1893 Mosts Lebensgefährtin und Mutter ihrer beiden Söhne wurde. Minkins Memoiren sind jetzt in englischer Sprache verfügbar.13a

Jiddische Gruppen

Die frühen jüdischen Anarchisten besuchten nicht nur Vorträge, sondern schufen sich ihre eigenen Organisationen und Publikationen in ihrer eigenen Sprache. Von ihren deutschen Genossen in New York erfuhren sie von der International Working People’s Association (IWPA), der amerikanischen anarchistischen Föderation, die 1883 in Pittsburgh vor allem durch die Bemühungen von Most gegründet wurde. Das Pittsburg-Manifest, das ein Destillat der Ideen Mosts zu dieser Zeit war, wurde im Jahr 1887 ins Jiddische übersetzt.14 In der Erklärung heißt es unverblümt: »Die heutige sogenannte ‘Ordnung’ ist begründet auf Ausbeutung der Besitzlosen durch die Besitzenden«, wodurch ein System geschaffen wird, das »ungerecht, wahnwitzig und raubmörderisch« ist, und dass deshalb die »Zerstörung der bestehenden Klassenherrschaft mit alle Mitteln, d.h. durch energisches, unerbittliches, revolutionäres und internationales Handeln« notwendig ist; »Aufklärung und Verschwörung können neben einander von Statten gehen«.15  Es war der Haymarket-Prozess und die Hinrichtungen (1886-7), die jiddische Anarchisten dazu veranlassten, sich zu organisieren: Sie gründeten die Pioneers of Liberty am Yom Kippur-Tag im Oktober 1886, kurz nach der Verkündung der Haymarket-Todesurteile, und schlossen sich der IWPA an.16 Tatsächlich war der erste Gedenktag an die Hinrichtung der Haymarket-Anarchisten am 11. November 1888 eine der ersten gemeinsamen deutsch-jiddischen öffentlichen Demonstrationen, bei denen Vertreter beider Gruppen das Organisationskomitee bildeten, und beide nahmen an einer großen, schlagzeilenträchtigen Parade durch die East Side teil, die an Brechts Saloon in der East 4th Street begann und zur Cooper Union führte, aber mit einem Umweg über die Houston Street, in der sich die jiddischen Demonstranten dem Zug anschlossen.17  [siehe Karte, in der pdf-Datei zeigt der rote Pfeil auf Brechts Saloon in den East 4th Street]

NY-Streets

Nachdem weitere Gruppen entstanden waren, begannen die New Yorker jiddischen Anarchisten seit 1889, jährliche Kongresse der Vereinigten jüdischen anarchistischen Gruppen Nordamerikas abzuhalten (meistens in Manhattan), immer am Weihnachtstag, und mindestens bis 1895.18 Einige dieser Kongresse schlossen Delegierte von deutschen Gruppen mit ein, und der von 1894 fand im Saloon von Paul Wilzig in der East 4th St (Nr. 85) statt, einem der wichtigsten Treffpunkte deutscher Anarchisten.19 Für das jiddische anarchistische Vereinsleben wurde routinemäßig in Mosts Freiheit geworben, zu der die Pioneers of Liberty auch mehrere finanzielle Zuschüsse machten, zumindest bis sie 1889 ihre eigene jiddische Zeitung gründeten, die dann durch Spenden unterstützt wurde, die von Most eingeworben wurden.20 In den 1880er und 1890er Jahren luden jüdische anarchistische Gruppen regelmäßig Most und andere deutschsprachige Referenten wie Franz Wiesinger und Moritz Schultze ein.21

 

Militanter Atheismus

Der militante Atheismus war eine Kerndimension des eingewanderten Anarchisten und stand im Mittelpunkt der Verbindung zwischen Most und den jüdischen Anarchisten.22 Most wurde Atheist, bevor er Sozialist wurde und schwelgte immer in der öffentlichen Kritik an Religion und Geistlichkeit. Bezeichnenderweise startete Most 1878, fünf Jahre vor seiner Ankunft in New York, im Alleingang eine »Kirchaustrittsbewegung«, die in Deutschland für Aufsehen sorgte. Im Jahr 1883 schrieb er Die Gottespest, eine seiner berühmtesten und meistgelesenen Broschüren, die 1888 ins Jiddische übersetzt wurde. Darin griff Most den von Menschen geschaffenen monotheistischen Gott als brutalen Despoten an, der Menschen unter ewiger »göttlicher Polizeiaufsicht« halte. Religion und Aberglaube haben immer den Mächtigen gedient, argumentierte Most: »Jedem Reichen und Mächtigen ist es kein Geheimniss, dass der Mensch nur dann geknechtet und ausgebeutet werden kann, wenn alle Schwarzkünstler irgend einer Kirche es fertig bringen, genügend Sklavensinn in die Herzen der Volksmassen zu pflanzen.« Aus diesen Gründen war nach Ansicht von Most eine anti-religiöse Militanz erforderlich, um den Geist der Menschen zu befreien. »Jeder religionslose Mensch begeht eine Pflichtvernachlässigung, wenn er täglich und stündlich nicht Alles aufbietet, was in seinen Kräften steht, die Religion zu untergraben. Jeder vom Gottesglauben Befreite, der es unterlässt, das Pfaffenthum zu bekämpfen, wo und wenn und wie er nur immer Gelegenheit dazu hat, ist ein Verräther seiner Sache« erklärte er.23 Der jüdische Anarchist Chaim Weinberg wurde Anarchist, nachdem er die Broschüren von Most gelesen hatte.24

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Atheismus für die eingewanderten Anarchisten nicht nur eine intellektuelle Debatte war; er war Teil ihrer direkten Aktion gegen Kapitalismus und Unterdrückung, weil die Religion die ausgebeuteten Massen lähmte, wie der Historiker Elias Tcherikower richtig beobachtet hat.25 Inspiriert von den jüdischen Radikalen in London und zum Entsetzen der Orthodoxen Gemeinde organisierten die New Yorker Anarchisten im Jahr 1889 einen festlichen Ball am Jom Kippur, dem Tag von Sühne, mit dem ausdrücklichen Ziel, religiöse Bräuche zu verspotten. Diese Aktionsform, die häufig zu einer Konfrontation führte, wurde von jüdischen Anarchisten in New York mindestens bis 1909 unternommen oder geplant und verbreitete sich 1890 in anderen Städten an der Ostküste wie Baltimore.26 Johann Most nahmen viele Jahre lang an diesen jüdischen antireligiösen Aktivitäten teil. Er erklärte für seine nichtjüdischen Leser, was Jom Kippur war (er nannte ihn »den langen Tag«) und bezeichnete die Aktionen der jüdischen Genossen als »eine ganz famose Idee«.27 Im Jahre 1890 wurde der geplante Ball in Brooklyn durch die Polizei verhindert, nachdem sich Rabbiner beim Bürgermeister beschwert hatten, worauf die Freiheit dies als »Leviten-Terrorismus« und »Zarismus in Amerika« verurteilte.28 Für die deutschen und jiddischen Anarchisten verhinderte dieses geheime Einverständnis zwischen Polizei und Rabbinern nicht nur eine legale anarchistische Veranstaltung, sondern illustrierte auch, wie Staat und Synagoge sich verschwören können, um die Massen unwissend zu lassen und ein »Raubsystem« aufrecht zu erhalten.29

 

Die Fackel weitergeben

Meine letzten Bemerkungen haben mit den turbulenten Depressionsjahren 1893-97 mit ihrer Massenarbeitslosigkeit, Verwerfungen und Arbeitskämpfe zu tun. Alle radikalen Bewegungen litten, aber weil die deutsche Bewegung alterte und sich zersplitterte, war Little Germany zum jüdischen Ghetto geworden. Eine jugendliche jüdische Bewegung erwachte langsam wieder zum Leben, insbesondere nach 1899, als die Fraye Arbeter Shtime wieder erschien. Eine Grund war die Tatsache, dass sich die Basis der jüdischen Bewegung unter den Tausenden von Textilarbeitern befand, die einige der dynamischsten Arbeitsorganisationen des Landes aufbauten, während sich die deutsche Bewegung auf Handwerker – wie Tischler, Maschinisten, Brauereiarbeiter, Zigarrenhersteller und Bäcker – stützte. Die jüdische anarchistische Bewegung zählte viel mehr Aktivistinnen als die deutsche jemals hatte, und dies erklärt auch teilweise, warum sie andauerte. Der Historiker Paul Buhle hat angemerkt, dass die Stärke des jüdischen Radikalismus sein »eigentümlicher Kosmopolitismus« war, im Vergleich zur Selbstisolierung der deutschen Radikalen.30 Eine Illustration davon stammt aus einer etwas anekdotischen Quelle, dem Bericht des bürgerlichen Journalisten John Gilmer Speed über verschiedene anarchistische Treffpunkte. Sobald er eine laute deutsche Bierhalle der Anarchisten betrat, »hörte das Stimmengewirr auf und nur raues Flüstern war zu hören.« Niemand wollte mit ihm sprechen. Also ging er und machte sich auf den Weg zu einem jüdischen anarchistischen Treffpunkt in der Division Street, wo er überrascht war von der »außerordentlichen Offenheit des Inhabers«, die sich so sehr von dem unterschied, was Speed die »Schweigsamkeit« der Deutschen nannte.31

Grafik zu Johan Most

Most und die Freiheit bemerkten häufig die Energie und Militanz der jiddischen Genossen, die als die »eifrigsten« beschrieben wurden.32 Die Freiheit drückte eine besondere Bewunderung für die Pioneers of Liberty aus: »Diese Organisation wirkt in ihren Kreisen überhaupt förmlich Wunder, wie die allerorts in jüdischen Vierteln erstehenden Gruppen der ‘Pioniere der Freiheit’ deutlich beweisen. An ihr sollte sich andere Vereine ein Beispiel nehmen und von ihr lernen, was man durch Ausdauer, Energie und Ehrlichkeit erreichen kann.«33 Während die deutschen Aktivisten sich in den 1890er Jahren in ihre Bierhallen zurückzuziehen schienen, waren es die jüdischen Anarchisten, die auf ihrer dritten Jahrestagung 1891 vorschlugen, freie Schulen, einen anarchistischen Weltkongress und eine Versammlung aller amerikanischen anarchistischen Gruppen zu organisieren.34 1895 bemerkte sogar die Mainstream-Presse die Weitergabe der Fackel, als sie sagte, dass die russischen Juden (»ein sozialistisches Volk«) jetzt die aktivsten Sozialisten in New York wären: »Vor einigen Jahren hieß es«, so schrieb eine Zeitung auf Staten Island, »der Sammelpunkt des Sozialisten mit der roten Fahne in New York wäre immer ein deutscher Lagerbier-Saloon […] Aber heutzutage sucht man in New York nicht unter den Deutschen nach Anarchisten, sondern unter den russischen Juden auf der Eastside. «35

Der Anarchismus hatte in Amerika weitgehend deshalb Bestand, weil die jiddische Bewegung seine Ideen und Praxis in das zwanzigste Jahrhundert weiter trug. Ihr müßt euch nicht auf mein Wort verlassen. Chaim Weinberg (1861-1939), der Anarchist aus Philadelphia, der 45 Jahre alt war, als Most starb, schrieb, dass »die deutschen anarchistischen Arbeiter, mit Most als Schriftsteller und Sprecher, nicht nur eine einflussreiche deutsche anarchistische Bewegung in Amerika schufen, sie halfen auch, sowohl eine jüdische als auch eine amerikanische anarchistische Bewegung zu schaffen.«36

 

Anmerkungen

Note: Ergänzungen der Übersetzer zu den Anmerkungen stehen in [eckigen Klammern].

1 Kenyon Zimmer, Immigrants Against the State. Yiddish and Italian Anarchism in America, Urbana 2015 (University of Illinois Press), S. 20.

2 Tony Michels, A Fire in Their Hearts. Yiddish Socialists in New York, Cambridge 2005 (Harvard U.P.), S. 43.

3 Rudolf Rocker, The London Years, translated by Joseph Leftwich, Oakland 2005 (AK Press).

4 Jose C. Moya, The Positive Side of Stereotypes. Jewish Anarchists in Early-Twentieth-Century Buenos Aires; in: Jewish History, Vol. 18/2004, No. 1 (Gender, Ethnicity, and Politics: Latin American Jewry Revisited), S. 21.

5 Sobald er in London war, schickte Liebermann an Most nach dessen Entlassung aus einem Berliner Gefängnis ein Glückwunsch-Telegramm. Siehe Berliner Gerichts-Zeitung, 27. Jahrgang, Nr. 50, 29. April 1879, S. 1; Heiner Becker, Johann Most; in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Jg. 41, Nr. 1, (März 2005), S. 30; Der Volksstaat (Leipzig), Nr. 72, 23. Juni 1876, S. 4.

6 Friedrich Meyer von Waldeck, Die russischen Nihilisten; in: Unsere Zeit. Deutsche Revue der Gegenwart. Neue Folge, Bd. 15, 2. Hälfte, Leipzig 1879 (Brockhaus), S. 112 [https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uc1.a0003598067&view=1up&seq=118&q1=112]; Freiheit (London), 3. & 10. Mai 1879.

7 Elias Tcherikower (ed.), The Early Jewish Labor Movement in the United States, New York 1961 (YIVO Institute for Jewish Research), S. 183.

8 Freiheit (London), 11. Dezember 1880; William Fishman, East End Jewish Radicals 1875-1914, London 1974 (Duckworth)

9 Freiheit (London), 19. März 1881.

10 Der vollständige Name der Gruppe war »Propaganda-Verein für die Verbreitung sozialistischer Ideen unter den eingewanderten Juden« (Propaganda Association for the Dissemination of Socialist Ideas Among the Immigrant Jews). Diese Gruppe traf sich einmal in einem deutschen anarchistischen Saloon, in dem Vorträge auf Deutsch und Russisch gehalten wurden (gegen Jiddisch hatten die russischen Intellektuellen eine Abneigung). Siehe Tcherikower (ed.), The Early Jewish Labor Movement, S. 203-207; Ronald Sanders, The Downtown Jews. Portrait of an Immigrant Generation, New York & London 1969 (Harper & Row), S. 60-65; Michels, A Fire in Their Hearts, S. 36.

11 Zitiert bei Tcherikower (ed.), The Early Jewish Labor Movement, S. 221. Siehe auch Yisroel Kopelov, Amol in Amerike. Zikhroynes fun dem yidishn lebn in Amerike in di yorn 1883-1904, Warschau 1928 (Farlag Kh. Bzhoza).

12 Whipped With A Rawhide; in: The [New York] Evening World, December 19, 1892, S. 2.

13 Freiheit, 24. Dezember 1892; Der Anarchist, 31. Dezember 1892.

13a [Helene Minkin, Storm In My Heart. Memories from the Widow of Johann Most, translated by Alisa Braun, edited by Tom Goyens, Oakland 2015 (AK Press)]

14 Sie erschien in dem Londoner Arbayter Fraynd. Siehe Tcherikower (ed.), The Early Jewish Labor Movement, S. 89, Anm. 24.

15 Das The Pittsburgh Manifesto ist wieder abgedruckt in Chester McArthur Destler, American Radicalism, 1865–1901. Essays and Documents, New London 1946 und Freiheit (New York), 20. Oktober 1883.

[Online-Ausgabe: Tim Davenport (ed.), The ‚Pittsburgh Proclamation‘, Corvallis, OR, 2006 (http://www.marxisthistory.org/history/usa/parties/anarchist/1883/1014-iwpa-pittsburgh.pdf) ; eine – offenbar leicht gekürzte – deutsche Übersetzung findet sich Rudolf Rocker, Johann Most. Ein Leben als Revolte, Berlin 1924 (Der Syndikalist), S. 146 – 149]

16 Die Nachrichten über die Hinrichtungen waren für die frisch angekommene Helene Minkin, Mosts künftige Partnerin, »mein erster Schlag in diesem freien Land«. Siehe Helene Minkin, Storm In My Heart, S. 67. Isidore Stein war ein Gründungsmitglied der New Haven Gruppe. Siehe Paul Avrich, Anarchist Portraits, Princeton 1988 (PUP), S. 176.

17 Freiheit, 14. September 1889; Preaching Red Anarchy; in: New York Sun, November 11, 1888, p. 2.

18 A. Sartorius Freiherr von Waltershausen, Der moderne Socialismus in den Vereinigten Staaten von Amerika, Berlin 1890 (H. Bahr), S. 364.

19 Anarchists in Council; in: New York Sun, December 27, 1894, p. 7; Freiheit (New York), 22. Dezember 1894. Wilzig war in der Boykott-Kampagne gegen die gewerkschaftsfeindliche Theiss-Brauerei aktiv gewesen und 1886 wegen Erpressung angeklagt worden. Siehe Victoria Hattam, Labor Visions and State Power. The Origins of Business Unionism in the United States, Princeton 2014 (PUP), S. 145-146.

20 Freiheit (New York), 11. Dezember 1886 und 2. April 1887; Freiheit (New York), 5. Februar 1889.

21 Freiheit (New York), 24. September 1887 und 28. September 1889.

22 Die italienischen Radikalen kritisierten und verspotteten die religiösen Feiern und Rituale der Einwanderer – etwa die »Madonna del Carmine« – aufs schärfste, obwohl einige radikale Zeitungen Jesus als proletarischen Rebellen feierten. Siehe Marcella Bencivenni, Italian Immigrant Radical Culture. The Idealism of the Sovversivi in the United States, 1890-1940, New York 2011 (NYU Press), S. 78-82.

23 John Most, The Deistic Pestilence, Hull 1903 (Free Commune Press), S. 4, 8, 9, 11. [https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=wu.89003344116;view=1up;seq=13].
[Johann Most, Die Gottespest (Zwölfte vermehrte und verbesserte Auflage. Internationale Bibliothek No. 3), New York 1887 (John Müller), S. 3, 7, 8. (http://archive.org/details/bub_gb_dIcvAAAAYAAJ)].

24 Chaim Leib Weinberg, Forty Years in the Struggle. The Memoirs of a Jewish Anarchist, translated by Naomi Cohen, edited by Robert Helms, Duluth, MN 2008 (Litwin Books), S. 5.

25 Tcherikower, ed. The Early Jewish Labor Movement, S. 249.

26 The Reform Advocate (Chicago), September 25, 1909; im Jahre 1901, nach der Ermordung von Präsident McKinley durch einen Anarchisten, nahmen sie davon Abstand, einen Ball zu veranstalten. Siehe Police Don’t Know ‘Reds’; in: New York Tribune, September 12, 1901, S. 2; The Hebrew Day of Atonement; in: New York Tribune, September 22, 1901, S. 7. Für den Ball in Baltimore, auf dem zwei New Yorker Aktivisten sprachen, siehe Eine aufgeregte Versammlung; in: Der Deutsche Correpondent (Baltimore), 30. September 1890, S. 3.

27 Zwei deutsche anarchistische Musikgruppen nahmen am ersten Ball teil; siehe Freiheit (New York), 21. September 1889 & 12. Oktober 1889; siehe auch Some Blood Spilt; in: Pittsburg Dispatch, October 6, 1889.

28 Freiheit (New York), 4. Oktober 1890 & 11. Oktober 1890.

29 Im Cooper Institut; in: Freiheit (New York), 11. Oktober 1890.

30 Paul Buhle, Themes in American Jewish Radicalism; in: Paul Buhle and Dan Georgakas (ed.), The Immigrant Left in the United States, New York 1996 (SUNY Press), S. 78.

31 John Gilmer Speed, «The Anarchists of New York,” Harper’s Weekly, August 20, 1892, p. 799.

32 Freiheit (New York), 28. Dezember 1889.

33 Freiheit (New York), 1. Februar 1890.

34 Der Anarchist (New York), 9. Januar 1892. Der Sekretär der New York Cloakmakers Union appellierte 1890 in einem Artikel in der Frayen Arbeter Shtime an die Mitglieder, ihre Zeit nicht in Saloons zu verschwenden und sie mehr für die Bildung zu nutzen. Siehe Gerald Sorin, The Prophetic Minority. American Jewish Immigrant Radicals, 1880-1920, Indiana 1985 (IUP), S. 68.

35 A Socialistic People; in: Richmond County Advance (West New Brighton, NY), May 4, 1895, S. 2.

36 Weinberg, Forty Years in the Struggle, S. 8.

 

Quelle:

Tom Goyens, Radical Neighbors: New York’s German and Yiddish Anarchists, 1880–1906
https://www.academia.edu/38390165/Radical_Neighbors_New_Yorks_German_and_Yiddish_Anarchists_1880_1906

bzw. Tom Goyens neue Internetseite:
anarchist history – immigrant | transnational | spatial
https://txgoyens.wixsite.com/tomgoyens

Comments are closed.

%d Bloggern gefällt das: