Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus

Jan Appel

Die Erinnerungen von Jan Appel (18901985)

Vorbemerkung

Jan Appels autobiographische Aufzeichnungen(1) entstanden ganz offensichtlich als Manuskript für einen Vortrag im Jahre 1966 in Deutschland. Wann genau, wo und vor welchem Publikum dieser Vortrag gehalten wurde, ist nicht ersichtlich. Da Appel zu diesem Zeitpunkt sich noch nicht wieder politisch betätigen durfte, wird es sich um eine eher ‚geschlossene‘ Veranstaltung gehandelt haben, also keine öffentlich angekündigte. Ein möglicher ‚Kandidat‘ für den von Appel im ersten Absatz erwähnten »alten Kameraden« aus seiner Zeit nach seiner Übersiedelung in die Niederlande 1926 ist Alfred Weiland(2), der zu dieser Zeit (wieder) in Westberlin lebte, und der als führender Funktionär der Allgemeinen Arbeiter-Union Deutschlands (AAUD) und der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands (KAPD) seit der zweiten Hälfte der 1920er Jahre tätig war.

Seit etwa 1927/28 hatte die niederländische Gruppe Internationaler Kommunisten (GIK) einen starken theoretischen Einfluß auf die AAU ausgeübt und 1929 an deren Reichskonferenz teilgenommen. Sie unterstützte auch die von der AAU seit 1927 praktizierte »bewegliche Taktik« bei Arbeitskämpfen, die auch eine Abkehr von der bisher als Dogma aufrecht erhaltenen Todeskrisen-Theorie darstellte(3). Die 7. Reichskonferenz der AAUD im November 1924 hatte diese Theorie noch gegen die Opposition vor allem der Leipziger Ortsgruppe vehement verteidigt und ‚Leitsätze‘ verabschiedet, in denen es hieß:

»In der Todeskrise kann die proletarische Klasse innerhalb des Kapitalismus ihre Lebenslage nicht verbessern, sondern die Kapitalistenklasse wird alle Begleiterscheinungen der Krise auf das Proletariat abwälzen. (…)

Arbeiterkämpfe, die auf einer speziellen Konjunkturperiode bestimmter Berufszweige basieren und aus dieser Konjunktur ihren spezifischen Charakter widerspiegeln, sind keine Klassenkämpfe im revolutionären Sinne, sondern in ihrem Inhalt gegen das Klassenziel gerichtete Bewegungen. In diesen Bewegungen haben die Unionisten die Pflicht, trotz der Solidarität, zu der sie durch ihre Lage gezwungen werden, diese Ideologie durch tatkräftige Propaganda zu zerstören und so am Ausbau der Klassenkampffront zu wirken. (…)«(4)

Auf der 9. Reichskonferenz der AAU im Frühjahr 1929, an der, wie gesagt, auch GIK-Vertreter teilnahmen,wurde die »bewegliche Taktik« dann offizielles Programm, was auch zum Bruch mit der KAPD führte. Hierdurch wurde der Weg frei zur Vereinigung mit den Resten der AAUE(5).Dies geschah im Dezember 1931 mit der Gründung der Kommunistischen Arbeiter-Union (KAU)(6)

Dies nur als kurze Ergänzung zu Appels Text, da er auf diesen Aspekt nicht genauer eingeht(7).

Jan Appels Leben ist nicht unbedingt das eines typischen revolutionären Arbeiters (wenn es denn so etwas gibt) in der Zeit, die durch den 1. Weltkrieg, die revolutionären Umbrüche und den Nationalsozialismus geprägt ist, aber es ist symptomatisch für Aufstieg und Niedergang der revolutionären Arbeiterbewegung jener Zeit(8).

Franz Jung hat Appel in seinen Erinnerungen nicht sonderlich freundlich porträtiert(9). In wieweit das stimmt, sei dahingestellt, aber die Charakterisierung als »Typ eines proletarischen Puritaners« dürfte nicht ganz verkehrt sein, die sich durchaus trifft mit der Beschreibung, die Henk Sneevliet in den 30er Jahren für die GIK prägte (die Appel ja führend mitbegründet hatte): »Klosterbrüder des Marxismus«(10).

Bleibt nachzutragen:

Jan Appel war verheiratet mit Lea Berreklauw (1914-1997), einer in den Niederlanden bekannten Schriftstellerin, Dichterin und Rundfunkautorin. Eines ihrer Hauptwerke ist ihr 1985 erschienener Roman Het brood der doden. Geschiedenis en ondergang van een joods meisjesweeshuis (Baarn: Bosch & Keuning), die Geschichte eines jüdischen Mädchenwaisenhauses, das durch die Nazis vernichtet wurde.

Jan Appel starb am 4. Mai 1985 in Maastricht.

Die autobiographischen Aufzeichnungen Jan Appels sind, soweit uns bekannt, bisher nur auf englisch publiziert worden(11). Wir legen sie also wohl erstmals im Original vor.

Unser Dank gilt dem Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG) in Amsterdam für die Bereitstellung des Textes.

•  Jonnie Schlichting

 Erinnerungen (12)

Es sind schon mehr als 40 Jahre vergangen, seitdem ich aus Deutschland nach Holland gegangen bin, und damit auch aus der revolutionären Arbeiterbewegung Deutschlands. Jetzt habe ich wieder Verbindung bekommen zu einem alten Kameraden aus dieser Zeit, und wir haben beschlossen, daß ich meine Erinnerungen hier vortragen soll.

Ich heiße Jan Appel und bin 1890 geboren in einem Dorf in Mecklenburg. Habe die Volksschule besucht und habe den Beruf Schiffsbauer gelernt. Mein Vater war Sozialist vor meiner Geburt. Ich selbst war Mitglied der SPD(13) seit meinem 18. Lebensjahr. Von 1911 bis 1913 war ich im Militärdienst. Dann als Soldat in den Krieg. Im Oktober 1917 wurde ich abkommandiert als Schiffsbauer nach Hamburg. Im Jahre 1918 hatten wir den Rüstungsarbeiter-Streik. Eine volle Woche im Streik auf der Werft Vulcan. Die Parole war: »Für den Frieden«. Der Streik endete nach einer Woche, und uns wurden die Kriegsartikel vorgelesen, denn wir waren doch Soldaten. Ich gehörte zu dieser Zeit zu den Linksradikalen in Hamburg. Als im November 1918 die Matrosen in Kiel rebellierten, die Arbeiter auf den Werften in Kiel die Arbeit niederlegten, an Sonnabend und Sonntag, hörten wir am Montag auf der Werft Vulcan von Kieler Arbeitern, was geschehen war. Es folgte eine geheime Versammlung auf der Werft; der Betrieb war unter militärischer Besetzung. Die Arbeit hörte auf. Aber die Arbeiter blieben im Betrieb. Eine Gruppe von 17 Freiwilligen wurde zum Gewerkschaftshaus gesandt, um die Ausrufung des allgemeinen Streiks zu verlangen. Wir erzwangen eine Versammlung. Aber es war die ablehnende Haltung von bekannten Führern der SPD und der Gewerkschaft. Stundenlange, scharfe Auseinandersetzungen. Während dieser Zeit, in der Mittagspause, war auf der Werft Blohm & Voss, wo 17.000 Arbeiter arbeiteten, spontan eine Revolte ausgebrochen. Die Arbeiter verließen die Betriebe, auch auf der Werft Vulcan, und erschienen im Gewerkschaftshaus, und die Führer verschwanden. Die Revolution begann.

In diesen Tagen bin ich in den Vordergrund der linken revolutionären Arbeiterbewegung Deutschlands getreten. Als Redner in den Betrieben und öffentlichen Versammlungen, als Vorsitzender der dann gebildeten revolutionären Obleute; als Mitglied der linksradikalen Gruppe bin ich übergetreten zum Spartakusbund und nahm dann eine führende Rolle in der Ortsgruppe in der KPD(14) ein.

Im Januar 1919 war eine große Versammlung der revolutionären Obleute im Gewerkschaftshaus. Diese Versammlung fand statt, nachdem Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin ermordet worden waren. In dieser Versammlung machte ich Bekanntschaft mit Ernst Thälmann von der USPD(15), und in der Nacht darauf war zusammen mit ihnen ein Marsch zu der Kaserne in Bahrenfeld gemacht worden. Die Wache und die schlafenden Soldaten wurden überrumpelt, und die Bewaffnung der Arbeiter begann. Wir hatten 4.000 Waffen. Nach einer guten Woche Bemühungen, um eine bewaffnete Macht aufzubauen, sind die Bewaffneten nach und nach auseinandergelaufen und mit den Waffen verschwunden(16). In dieser Zeit kamen wir zu der Erkenntnis, daß die Gewerkschaften für den revolutionären Kampf nicht zu gebrauchen waren, und das führte in einer Versammlung der revolutionären Obleute zu der Propaganda und zu der Bildung von revolutionären Betriebsorganisationen. Betriebsorganisationen als Organisation, als Grundlage für die Räte. Über Hamburg hinaus setzte sich die Propaganda zur Bildung von Betriebsorganisationen fort und führte zur Allgemeinen Arbeiter-Union. In dieser Entwicklung und Klärung, hauptsächlich als Vorsitzender der revolutionären Obleute, arbeitete ich in der ersten Linie, arbeitete ich aus diesem und auch aus organisatorischem Grunde, wurde ich dann Vorsitzender der Kommunistischen Partei Hamburgs. So nahm ich auch als Delegierter der Ortsgruppe Hamburg teil am Heidelberger Parteitag der KPD(17).

Heute ist es 1966, also 47 Jahre nach dem Heidelberger Kongreß. Es hat keinen Sinn, heute noch auf die Auseinandersetzungen und Ergebnisse dieses Kongresses einzugehen; nur, daß damit wieder der Kurs und die Politik der KPD auf die Teilnahme an der bürgerlichen Demokratie gerichtet werde sollte, wurde uns damit deutlich gemacht. Wollten wir an unserer Auffassung über die von uns zu führende Politik in der revolutionären Arbeiterbewegung Deutschlands festhalten, dann konnten wir nicht mehr eine Organisation innerhalb der KPD bleiben. Zu diesem Entschluß kam dann auch die Ortsgruppe Hamburg der KPD(18).

Als dann im April 1920 in Berlin die Gruppe[n] der KPD, die eine gleiche Auffassung hatte[n] wie in Hamburg, zur Gründung der KAPD kamen, war damit meine Teilnahme an der KPD beendet. In diesen Tagen war der Kapp-Lüttwitz-Putsch, und ich befand mich im Ruhrgebiet. Wie ich nach Hamburg zurückkam, hörte ich, daß auf dem Gründungsparteitag der KAPD eine Delegation, Franz Jung und ich, angewiesen war, um nach Rußland und damit zum EKKI(19) zu gehen(20). Wir sollten die Gründung der KAPD und ihre Auffassung vertreten und die verräterische Haltung der Zentrale der KPD im Ruhrkampf anklagen. Es war nicht möglich, auf dem Wege über Land und auch nicht über die Ostsee nach Rußland zu kommen. Der einzige Weg schien mir möglich, mit einem Schiff durch die Nordsee, den Atlantischen Ozean über Norwegen und das Nordkap(21) hinaus ins Nördliche Eismeer, um Archangelsk oder eventuell Murmansk zu erreichen. Nur wußten wir noch nicht sicher, ob dieses Gebiet schon wieder in russischen Händen war, d.h. daß die Bolschewisten da waren. Kurze Zeit vorher stand in den Zeitungen ein kleiner Bericht, daß die amerikanische Flotte und ihre Truppen, die bis dahin das Gebiet besetzt hatten, verzogen waren. Aber trotz dieser Unsicherheit haben wir es gewagt. Ich kannte einen Genossen, Hermann Knüfken, der war Matrose auf dem Hochseefischdampfer »Senator Schröder«(22). Dieses Schiff machte immer eine vierwöchentliche Reise nach den Fangplätzen um Island herum und blieb, wenn es zurückkam, wenigstens eine Woche in Cuxhaven. Hermann Knüfken habe ich aufgesucht. Er war gerade zur Zeit in Hamburg und das Schiff in Cuxhaven, das in drei Tagen wieder hinausfahren sollte. Knüfken war bereit, und der größte Teil der Mannschaft würde mitmachen, denn wir leben doch in einer revolutionären Zeit.

Franz Jung und ich und noch ein revolutionärer Matrose(23) gingen als blinde Passagiere an Bord(24). Wie wir auf der Höhe von Helgoland waren, habe wir unter Bedrohung mit Waffen den Kapitän und die Offiziere abgesetzt und in die Vorkajüte eingeschlossen. Die Reise begann am 20. April und endete am 1. Mai (1920) in Alexandrowsk, Vorhafen von Murmansk. Wir hatten Seekarten nur bis Trontheim und darüberhinaus nur eine kleine Karte aus einem kleinen Segelbüchlein, die einen Blick auf den Erdball mit dem Nordpol im Mittelpunkt [zeigte]. Die Küsten von Norwegen, Rußland, Sibirien und Alaska waren am Rande dieser Karte verzeichnet. Das war die einzige Orientierungskarte, wonach der neue Kapitän Knüfken steuern mußte. Danach haben wir auf der Höhe von Tromsö(25) (Hammerfest) zwei Tage Sturm und dann dichten Schneefall [gehabt], so daß es nicht möglich war, auch nur etwas von der fernen Küste zu sehen. Wir waren sehr müde, denn wir mußten in der besonderen Situation immer wach bleiben,. So fuhren wir sehr früh, todmüde, nach dem Süden, um doch irgendwie die Küste oder einen Fleck zu finden, wo wir ausruhen konnten. Doch es war ein blindes Glück, daß wir in den Fjord von Alexandrowsk hineingefahren sind und an den Bojen, die die amerikanische Flotte hatte liegen lassen, festmachen konnten. Es dauerte noch Stunden, bevor wir wußten, wo wir waren und das die Amerikaner verzogen waren. Hinter der felsigen beschneiten Wand erschien eine schwarze Rauchsäule, die sich aus ziemlich großem Abstand von uns auf dem Wasser näherte, wo wir mit unserem Schiffe lagen. Dann erschien aus dieser Felsenwand ein Seeschleppdampfer und zuletzt eine große rote Flagge. Das war für uns das Zeichen, daß wir uns im Lande der Kommunisten befanden. Nach einiger Zeit erschien ein mit Bewaffneten besetztes Motorboot. Wir bekamen einen Lotsen und fuhren zwischen den Felsenwänden hindurch, das Land hinein nach Murmansk. Wir wurden als Kameraden empfangen und fuhren dann auf der im Kriege erbauten Eisenbahn nach Petrograd, heute Leningrad(26).

Nachdem wir in Petrograd mit Sinowjew, dem Vorsitzenden der Kommunistischen Internationale, gesprochen hatten, fuhren wir weiter nach Moskau. Dort haben wir nach einigen Tagen in einer Zusammenkunft mit dem Exekutivkomitee der KI(27) unseren Auftrag vorgetragen. Es wurde darüber gesprochen, aber was gesagt wurde und wer gesprochen hat, weiß ich heute nicht mehr(28). Eine echte Antwort erhielten wir nicht, außer daß wir von Lenin empfangen werden sollten. Das ist dann auch nach einiger Zeit, nach einer Woche oder etwas mehr, geschehen.

Lenin hat unsere Auffassung der KAPD bestritten. Und während eines zweiten Empfangs, einige Zeit später, seine Antwort gegeben. Er hat es getan [da]durch, [uns] einige auf unsere Sache zutreffende Abschnitte aus seiner Schrift »Die Kinderkrankheit des Kommunismus«(29) vorzulesen. Er hatte das Manuskript von dieser Schrift, das noch nicht gedruckt war, in der Hand. Die Antwort der KI war, zuletzt von Lenin persönlich gegeben, daß die Auffassung des EKKI dieselbe war als die der Zentrale der KPD, die wir verlassenen hatten.

Nach einer ziemlich langen Zurückreise über Murmansk und Norwegen mußte Jan Appel von der Oberfläche verschwinden, und meine Tätigkeit in Deutschland wurde fortgesetzt als Jan Arndt. Arbeiten, um leben zu können, hier und dort, in Seefeld bei Spandau, in Ammerndorf bei Halle usw., und sprechen in Versammlungen, wo es nötig [war]. Dasselbe geschah im Ruhrgebiet, wo ich auch das Erscheinen der Wochenzeitung der AAU »Der Klassenkampf«(30) besorgt(31) habe. Die KAPD war im Jahre 1920 als sympathisierende Organisation in die 3. Internationale aufgenommen worden. Das war geschehen durch eine Besprechung einiger führender Genossen der KAPD mit dem EKKI. Es waren Hermann Gorter aus Holland und Karl Schröder aus Berlin, Otto Rühle, der frühere Reichstagsabgeordnete der SPD, und Fritz Rasch(32).Auf dem 3. Kongreß der KI in Moskau hatten wir alle Freiheit, um unsere Auffassung über die zu führende Politik auszusprechen(33). Aber wir erhielten keine Zustimmung von den Delegierten der anderen Länder. Die Beschlüsse, die auf diesem Kongreß angenommen wurden, hatten als wesentlichen Inhalt, daß wir mit der KPD zusammen wieder in den Gewerkschaften arbeiten und, durch die Teilnahme an den demokratischen Parlamenten, unsere alte Parole »Alle Macht den Arbeiterräten« fallen lassen mußten. Es war die in den bekannten 21 Punkten festgelegte Politik(34), die wir befolgen sollten, wenn wir noch Mitglied der KI bleiben wollten. Wir hatten uns dagegen ausgesprochen und erklärt, daß der Beschluß hierüber nur von der Organisation der KAPD erfolgen könne. Das ist dann auch nach unserer Rückkehr geschehen. Dann ging es wieder zurück ins Ruhrgebiet und [nach] Rheinland-Westfalen, um die Tätigkeit wieder aufzunehmen, wie vor dem Kongreß. Diese Tätigkeit wurde im November 1923 durch meine Verhaftung beendet. Es war die Besetzung von Rheinland-Westfalen und dem Ruhrgebiet durch französische Truppen, und weil es eine Anklage war wegen Schiffsraubs, die nur in Hamburg verhandelt werden konnte, konnte ich die Verhinderung des Abtransportes erreichen, indem ich als politischer Gefangener versuchte, den Eingriff der französischen Besatzung zu erreichen. Als die Verständigung zwischen Deutschland und den alliierten Mächten nahe war, habe ich freiwillig zugestimmt in den Abtransport nach Hamburg. Dort erfolgte meine Verurteilung, und dort habe ich meine Zeit [ab]gesessen. Zu Weihnachten 1925 endete [die Haft](35).

In April 1926 ging ich als Schiffbauer nach Holland – Zaandam, um als Schiffsbauer für meinen Lebensunterhalt sorgen zu können. Ich habe sofort an einen Genossen geschrieben, den ich persönlich nicht kannte, aber dessen Adresse ich erhalten hatte. Es war Henk Canne-Meijer. Er suchte mich auf in Zaandam, zusammen mit Piet Kurman (?); beide hatten Auffassungen wie die KAPD und hatten sich von der CPH(36) getrennt. Aber sie hatten auch keinen Anschluß an die bestehende Gruppe der KAP Holland. Sie waren beide gute Freunde von Hermann Gorter. Wir wechselten unsere Erfahrungen und Ansichten aus; hatten dann regelmäßige Zusammenkünfte mit noch mehr gleichgesinnten anderen. Wir wurden(37) so zu einer Gruppe, die wir Gruppe Internationaler Kommunisten(38) nannten. Die Veröffentlichung von dem, was wir zu sagen hatten, geschah in den PIC(39) (Pressedienst der Internationalen Kommunisten), das ist das Material Internationaler Kommunisten.

Während ich in Düsseldorf in der Untersuchungshaft war, es waren 17 Monate, hatte ich Gelegenheit, von Marx [Das] Kapital, Band 1 und 2, zu lesen. Kommend aus jahrelangem revolutionärem Kampf, dann innerer Streit in der kommunistischen Bewegung und die Erkenntnis, daß die russische Revolution zur Staatswirtschaft unter der Herrschaft von Parteiapparaten führte, so daß wir es Staatskommunismus oder schließlich dann Staatskapitalismus nennen mußten, kam ich zur Ruhe. Es kam die Zeit des Nachdenkens, alles an dem geistigen Auge vorübergehen zu lassen und einen Weg zu suchen, den wir Arbeiter gehen müssen, um von dem niederdrückenden Kapitalismus zum befreienden Kommunismus zu kommen. Durch das Lesen von Marx Kapital sah ich die kapitalistische Welt so, wie ich sie als revolutionärer Arbeiter bis dahin nie gesehen hatte. Wie sie einer inneren gesetzmäßigen Entwicklung folgen muß, ihre Ordnung während einer langen Zeit aufbaut, wie sie gesellschaftliche Zustände aus der frühkapitalistischen Zeit überwindet, zu neuen Gegensätzen innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft kommt und sie auskämpft, und wie sie ihre innere Ordnung immer erneut verändert und ausbaut, aber daß diese Gesellschaft zugleich in ihrem inneren Zusammenhang den größten Gegensatz in fortwährend steigendem Maße entwickelt. Sie enteignet die arbeitenden Menschen von Grund und Boden, von den Produktionsmitteln und auch von dem, was die Produzenten erzeugen. Die Verfügung darüber und damit auch über die Menschen, die in dieser Gesellschaft leben, kommt in immer weniger Hände. Daß dieses nur von der russischen Revolution erreicht wurde, daß die RKP(40), völlig zentral aufgebaut mit allen Mitteln der staatlichen Unterdrückungsgewalt versehen, die zentrale Verfügung über die enteigneten Produzenten ausübte, mußte von uns als Wahrheit erkannt werden. Aber weiter gingen die Gedanken: der größte und am tiefsten liegende Gegensatz in unserer menschlichen Gesellschaft besteht darin, daß schließlich alle Produzenten die Verfügung [dar]über, wo, womit und was sie produzieren, genommen ist und gelegt ist in die Hände von äußerst zentral aufgebauten Machtorganisationen. Heute, nach 40 und 42 Jahren, nachdem ich im Gefängnis zu dieser Erkenntnis gekommen bin, setzt sich diese Entwicklung in der ganzen Welt immer mehr durch. Diese Spaltung in der menschlichen Gesellschaft kann nur überwunden werden, wenn die Produzenten wieder die Verfügung über die Bedingungen, über [das] wo und wie und auch über das, was sie produzieren, wieder in die Hände bekommen. Darüber habe ich m Gefängnis viele Blätter vollgeschrieben. Mit diesen Gedanken und dem darüber Geschriebenen kam ich in Holland zur Gruppe Internationaler Kommunisten. Heute, im Jahre 1966, ist es vierzig Jahre später, als wir damals als GIK in Amsterdam zusammenkamen, um(41) unsere neuen Gedanken auszusprechen und zu diskutieren. Die Erkenntnis, daß die russische Revolution zum Staatskommunismus oder besser zum Staatskapitalismus führt, war damals noch neu. Es war noch ein Abrechnen mit der Auffassung, daß die kommunistische Gesellschaft, das ist auch die Befreiung der Arbeit aus der Lohnknechtschaft, von der russischen Revolution ausgehen würde. Und neu war auch, den Blick zu richten auf den Kern der Befreiung der Arbeiter aus der Lohnknechtschaft, auf die Übernahme der Betriebe durch die Betriebsorganisationen, um dann von hier aus die gesellschaftlich durchschnittliche Arbeitszeit als Maßstab für die Berechnung und Distribution aller geschaffenen Güter einzuführen. Nur [so] kann dem Geld und allen Werten die Möglichkeit, um als Kapital aufzutreten, genommen werden, als Kapital die(42) Menschen in seinen Dienst zu nehmen und sie auszubeuten. Diese Resultate und Erkenntnisse dieser jahrelangen Arbeit in der Gruppe Internationaler Kommunisten in Amsterdam sind zusammengefaßt in dem von uns selbst gedruckten Buch »Die Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung«(43).Es sind 169 Blattseiten, Schreibmaschinenschrift. Und um einen kleinen Blick zu geben auf das, was darin gesagt wird, will [ich] etwas von dem Vorwort in deutscher Sprache vorlesen:

»Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung – Vorwort: Die Grundprinzipien fanden ihre Entstehung während eines vierjährigen gemeinschaftlichen Suchens und Tastens von der Gruppe Internationaler Kommunisten in Holland. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1930 in deutscher Sprache, im Neuen Arbeiter Verlag, dem Verlag der AAU, der revolutionären Betriebsorganisationen, in Berlin. Zu einer holländischen Ausgabe in der gewünschten [Form] ist es wegen finanzieller Schwierigkeiten nicht gekommen. Darum wurde sie in Fortsetzungen als Beilage des Pressematerials der Gruppe Internationaler Kommunisten (PIC) beigegeben. Diese Ausgabe ist mit der deutschen nicht ganz identisch, was durch die Übersetzung erklärlich ist, am Inhalt jedoch ist nichts Wesentliches verändert worden. Verändert ist nur die Folgeordnung des Stoffes und die verschiedenen Formulierungen zum besseren Verständnis. Die Grundprinzipien sollten zu ausführlichen Diskussionen führen und so beitragen zu einer größeren Klarheit und Einheit in der Zielsetzung des revolutionären Proletariats und die verschiedenen Richtungen in dieselbe Bahn führen.« In einer Neuauflage wurde gesagt: »Dieses Buch kann nur ökonomisch zum Ausdruck bringen, was sich politisch vollzieht. Dazu war es nötig, nicht die Aufhebung des Privatbesitzes an Produktionsmitteln als Ausgangspunkt zu nehmen, sondern die Aufhebung der Lohnarbeit; davon strahlen alle Gedanken aus. Unsere Untersuchung führte hierbei zu der Konsequenz, daß die Arbeiter, in Massenbewegungen an die Macht gekommen, diese macht nur halten können, wenn sie im ökonomischen Leben die Lohnarbeit abschaffen und als Äquivalent des Geldwertes den gesellschaftlichen Wert der Arbeitszeit als zentralen Punkt nehmen, um welche Achse sich das ökonomische Leben bewegt.« Die deutsche Ausgabe aus dem Jahre 1930 ist später beschlagnahmt und vernichtet worden. In New York kam noch einmal eine kurze Zusammenfassung heraus, und zwar in deutscher Sprache [im] »Kampfsignal«, in Chicago in englischer Sprache in der »Council Correspondence«, das war 1935(44).

Ich persönlich habe innerhalb der Gruppe Internationaler Kommunisten in Holland an ihrer politischen Tätigkeit teilgenommen. Auch an dem Widerstand gegen die macht der Hitler-Truppen, die das Land im Mai 1940 besetzt haben. Nachdem Sneevliet, der bekannte linke Führer in Holland, zusammen mit 13 oder vielleicht auch 18 Genossen füsiliert wurde, führte[n] wir zusammen mit dem Rest seiner Genossen den Widerstand fort(45). Nach 1945 gaben wir das Wochenblatt »Spartacus« heraus(46). Im April 1933 mußte ich erfahren, daß das »befreundete« Deutschland mich wiedersehen wollte. Ich wurde als unerwünschter Ausländer ausgewiesen. Doch der freundliche Polizeikommissar in Amsterdam gab mir Zeit, um meine persönlichen Sachen zu regeln. Das war die Zeit, um unterzutauchen. Der Jan Appel war wieder verschwunden(47). Das dauerte bis 1948. Durch einen schweren Straßenunfall geriet ich ins Krankenhaus und dadurch wieder an die Oberfläche des gesellschaftlichen Lebens. Es war das gute Zeugnis von über 20 gut bekannten bürgerlichen Leuten nötig, um mich vor dem Abschub über die Grenze zu behüten. Daß ich in der Widerstandsbewegung tätig war, gab den Ausschlag. Jan Appel erschien wieder, aber er mußte sich von der politischen Tätigkeit fernhalten, und das ist dann auch das Ende von diesem Band.

Editorische Notiz

Der Text wurde fast unverändert übernommen. Sämtliche Anmerkungen sind vom Bearbeiter. Ich habe darauf verzichtet, die offenbare niederländische Einfärbung von Appels Deutsch zu glätten. Wo es im Interesse der Verständlichkeit trotzdem nötig war, ist das in einer Anmerkung vermerkt, Textergänzungen stehen in [eckigen Klammern]. Offensichtliche Tippfehler wurden stillschweigend korrigiert. J.S.

 

Anmerkungen

(1) IISG, Collectie Nederland, kleine archieven en losse stukken – APPEL, JAN: 90 Typoscript van autobiografische schets van Jan Appel, die in 1926 vanuit Duitsland naar Nederland kwam. Z.j. 1 stuk. Es handelt sich um 10 Schreibmaschinenseiten ohne Überschrift in deutscher Sprache.

(2) zu Weiland siehe Kubina 2002; zu der Beziehung zwischen Appel und der Gruppe Internationaler Kommunisten in den Niederlanden und der AAUD seit 1926 siehe ebenda, S. 94ff; detailliert zur Entwicklung der GIK von den Anfängen bis in die Nachkriegszeit Bourrinet 1994

(3) ausführlich dazu Kool 1970, S. 146ff

(4) Leitsätze zur Taktik (Auf der Reichskonferenz angenommen gegen die Stimme Leipzig’s [sic]); in: Der Kampfruf (Berlin). Organ der Allgemeinen Arbeiter-Union (Revolutionäre Betriebs-Organisationen), Jg. 5 [1924], Nr. 49 [1. Dezemberwoche], S. 4

(5) Die Allgemeine Arbeiter-Union (Einheitsorganisation) wurde im Oktober 1921 gegründet; siehe Bock 1969, S. 214ff; S. 281ff; Kool 1970, S. 128

(6) siehe Kool 1970, S. 151f; Mergner 1971b; Kubina 2002, S. 84f; S. 94 – 98

(7) Eine Auseinandersetzung mit der links- und rätekommunistischen Bewegung würde hier den Rahmen sprengen; neben der genannten Literatur sei noch auf die Arbeit von Philippe Bourrinet verwiesen, die einen umfassenden neueren Überblick liefert (Bourrinet 2008). Dort finden sich auch einige biographische Details zu Jan Appel, (S. 192f, Anm. 182), die in die Vorbemerkung mit eingeflossen sind.

(8) die bisher umfassendste deutschsprachige politisch-biographische Betrachtung zu Appel, die unbedingt zum hier vorgelegten Text hinzuzuziehen ist, ist Hubert van den Bergs Vortrag aus dem Jahre 1997 (van den Berg 1997).

(9) Jung [1961], S. 143 – 145

(10) zitiert bei Kool 1970, S. 22

(11) etwa auf libcom.org: http://libcom.org/library/autobiography-jan-appel

(12) Redaktionelle Überschrift

(13) Sozialdemokratische Partei Deutschlands

(14) Kommunistische Partei Deutschlands (Spartakusbund)

(15) Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands

(16) Appel vermischt hier offenbar in seiner Erinnerung einige Ereignisse, möglicherweise solche aus den Novembertagen 1918 mit dem gescheiterten Versuch der Unterstützung der Bremer Räterepublik Anfang Februar 1919.

(17) gemeint ist der 2. Parteitag der KPD (S), der sog. Heidelberger Parteitag, auf dem die Parteiführung um Paul Levi den Ausschluß der antiparlamentarischen und antigewerkschaftlichen Parteimehrheit herbeimanipulierte. Der Parteitag fand in der Illegalität in wechselnden Orten statt, darunter auch in Heidelberg; siehe KPD 2. Parteitag 1919. Zusammenfassend, auch zur weiteren Entwicklung der Opposition, Reichenbach 1928; Bock 1969, S. 139ff; S. 225ff; Bock 1977

(18) Die Hamburger KPD, die bis auf einen kleinen Rest zur Opposition überging, nannte sich bis zur Gründung der KAPD KPD-IWW, in Anlehnung an die Industrial Workers of the World.

(19) Exekutiv-Komitee der Kommunistischen Internationale

(20) KAPD Gründungsparteitag 1920; zum Beschluß zur Entsendung der Delegation ebenda, S. 211.

(21) in der Vorlage: Kap Nord

(22) zu Knüfken (1893 – 1976) siehe neuerdings seine (in Deutschland posthum) veröffentlichte Autobiographie (Knüfken 2008); van den Berg verwendete das seinerzeit noch ungedruckte Manuskript (siehe van den Berg 1997, Anm. 4).

(23) es handelte sich um den KAPD-Funktionär Willy Klahre (van den Berg 1997; siehe auch Bourrinet 2008, S. 183, Anm. 681)

(24) Franz Jung beschreibt die Reise aus seiner – für Appel und auch Knüfken nicht sehr vorteilhaften – Sicht in seiner Autobiographie (Jung [1961], S. 139 – 158); seine Schilderung ist auch nicht immer zuverlässig.

(25) in der Vorlage: Tronshö (?)

(26) Die Stadt trägt seit 1991 wieder ihren alten Namen Sankt Petersburg (Са́нкт-Петербу́рг)

(27) Kommunistische Internationale

(28) siehe Appel – Jung 1920; auf dem der Reise folgenden KAPD-Parteitag (1. – 4. August 1920) hatte Jung das Referat über die Stellung zur KI gehalten (Jung 1920), das von Appel scharf angegriffen wurde, während Karl Schröder es halb ironisch als »den Eindruck eines expressionistischen Gemäldes« verteidigte (KAPD 1. Parteitag 1920, S. 131 – 133; 136)

(29) siehe Lenin [1920]; die Linksopposition, aus der die KAPD hervorging, wird in den Abschnitten V. – VII. sowie im I. Nachtrag behandelt.

(30) Der Klassenkampf, Organ der Allgemeinen Arbeiter-Union (Revolutionäre Betriebsorganisationen), Wirtschaftsbezirk Rheinland-Westfalen (Düsseldorf) – erschien von 1920 bis 1924.

(31) in der Vorlage: versorgt

(32) Appel ist nicht ganz genau: Otto Rühle reiste als Delegierter der KAPD für den 2. Kongreß der KI Ende Mai 1920 illegal nach Moskau, da das Schicksal von Appel und Jung unbekannt war; Im Juli stieß dann August Merges zu ihm. Beide verließen Rußland noch vor Beginn des Kongresses (19. Juli), da sie die Aufnahmebedingungen der KI, die dort verabschiedet werden sollten, gelesen hatten und als eine verschärfte Fassung der Leitsätze des Heidelberger Parteitages einschätzten. Rühle kam als scharfer Gegner des Bolschewismus zurück und , weil er dies auch öffentlich geäußert hatte, im Herbst 1920 aus der KAPD ausgeschlossen. Gorter, Rasch und Schröder reisten im November 1920 illegal nach Rußland und erreichten die provisorische Aufnahme der KAP als sympathisierende Organisation mit beratender Stimme in die KI (Bock 1969, S. 254ff; Reichenbach 1928; zu Merges siehe den informativen Wikipedia-Artikel: Wikipedia August Merges).

(33) siehe KI III. Kongreß 1921. Die Delegation der KAPD – die, wie zu dieser Zeit üblich und notwendig, illegal eingereist war – bestand aus Jan Appel (alias Max Hempel – Appel benutzte diesen Alias auch später für Beiträge in der KAPD-Presse), Alexander Schwab (alias Sachs) und dem Leipziger Metallarbeiter Meyer (alias Bergmann), außerdem Bernhard Reichenbach (alias Seemann), der schon, als Vertreter der KAP beim EKKI, in Rußland war. (siehe Bock 1969, S. 259ff; außerdem Reichenbach 1928; Reichenbach 1964; Reichenbach 1970)

(34) siehe Leitsätze 1920

(35) in der Vorlage lautet der Satz: Zu Weihnachten 1925 kam darin ein Ende. – Appel kam durch eine der damals üblichen Weihnachts-Amnestien für politische Gefangene frei.

(36) Communistische Partij van Holland, seit 1935 Communistische Partij van Nederland.

(37) in der Vorlage: haben

(38) Groep van Internationale Communisten (GIC)

(39) Persdienst van het Internationale Communisten

(40) gemeint ist die Kommunistische Partei Rußlands (Bolschewiki)

(41) in der Vorlage: und damals

(42) in der Vorlage: den

(43) siehe GIK [1930]

(44) Workers Councils and Communist Organization of the Economy; in: International Council Communism (Chicago), Vol. 1, No. 7, April 1935 – die Zeitschrift wurde von Paul Mattick herausgegeben

(45) zu Henk Sneevliet siehe Tichelman 1986; Wikipedia Henk Sneevliet

(46) siehe hierzu Bourrinet 1994, S. 33ff

(47) Appel nannte sich während seiner Illegalität Jan Vos

Literatur

Appel – Jung 1920: [Jan Appel – Franz Jung,] Bericht der nach Moskau entsandten Delegation [der KAPD], 9. Juli 1920; in: Das Exekutivkomitee der 3. Internationale und die Kommunistische Arbeiter-Partei Deutschlands, o. O. [Berlin] (Verlag der K.A.P.D.)

http://replay.web.archive.org/20081007065605/http://www.kurasje.org/arkiv/13400f.htm

van den Berg 1997: Hubert van den Berg, Jan Appelein deutscher Rätekommunist im niederländischen Exil und Widerstand 19261948 [Vortrag, gehalten am 24. Mai 1997 auf einem Workshop der FU Berlin und der Gedenkstätte deutscher Widerstand] http://web.archive.org/web/20080821150645/http://www.kurasje.org/arkiv/13500t.htm

auch in: Andreas G. Graf (Hrg.), Anarchisten gegen Hitler. Anarchisten, Anarcho-Syndikalisten, Rätekommunisten in Widerstand und Exil, Berlin 2001 (Lukas)

Bock 1969: Hans Manfred Bock, Syndikalismus und Linkskommunismus von 19181923. Zur Geschichte und Soziologie der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (Syndikalisten), der Allgemeinen Arbeiter-Union Deutschlands und der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands (Marburger Abhandlungen zur Politischen Wissenschaft 15), Meisenheim am Glan (Anton Hain)

Bock 1977: Hans Manfred Bock, Einleitung [zu: KAPD Gründungsparteitag 1920]

Bourrinet 1994: Philippe Bourrinet, Holländischer Rätekommunismus: Von den »Groepen van Internationale Communisten« zum »Spartacusbond« in: Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit, (Fernwald – Anneröd), Nr. 13/1994 – http://www.left-dis.nl/d/dgik.pdf%20

Bourrinet 2008: Philippe Bourrinet, The Dutch and German Communist Left (190068). ‘Neither Lenin nor Trotski nor Stalin!‘ – ‚Every worker must think by self’, o. O. (Online-Ausgabe bei www.left-dis.nl) [1. Auflage 1988] www.left-dis.nl/uk/dutchleft.pdf

GIK [1930]: Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung; Kollektivarbeit der Gruppe Internationaler Kommunisten (Holland) 1930. Einleitung von Paul Mattick. Bibliothek der Rätekommunisten Band 1. Herausgegeben vom Institut für Praxis und Theorie des Rätekommunismus, Berlin/W 1970 (Blankertz) [erweiterter reprint von Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung; hrgg. von der Gruppe Internationaler Kommunisten (Holland), Berlin 1930] http://www.mxks.de/files/kommunism/gik.html

Jung [1920]: Franz Jung, Unsere Stellung zur dritten Internationale; in: KAPD 1. Parteitag 1920

Jung [1961]: Franz Jung, Der Weg nach unten. Aufzeichnungen aus einer großen Zeit [zuerst 1961], Leipzig 1991 (Reclam Leipzig)

KAPD Gründungsparteitag 1920: Bericht über den Gründungsparteitag der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands am 4. und 5. April 1920 in Berlin. Eingeleitet und kommentiert von Hans Manfred Bock; in: Jahrbuch Arbeiterbewegung, Band 5. Kritik des Leninismus, Frankfurt/M (Fischer TB 6611) [Der Bericht erschien zuerst in: Kommunistische Arbeiter-Zeitung. Organ der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands. Bezirk Groß-Berlin, Jg. 1, Nr. 90, (20. April 1920)]

KAPD 1. Parteitag 1920: Protokoll des 1. ordentlichen Parteitages der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands vom 1. bis 4. August 1920 in Berlin. Herausgegeben von Clemens Klockner , Darmstadt 1981 (Verlag für wissenschaftliche Publikationen)

KI II. Kongreß 1920: Der II. Kongreß der Kommunist. Internationale. Protokoll der Verhandlungen vom 19. Juli in Petrograd und vom 23. Juli bis 7. August 1920 in Moskau, Hamburg 1921 (Verlag der KI)

KI III. Kongreß 1921: Protokoll des III. Kongresses der Kommunistischen Internationale (Moskau, 22. Juni bis 12 Juli 1921), 2 Bände, Hamburg 1921 (Verlag der KI)

Kool 1970: Frits Kool, Einleitung; in: Frits Kool (Hrg.), Die Linke gegen die Parteiherrschaft. Dokumente der Weltrevolution Bd. 3, Olten – Freiburg/Br. (Walter)

KPD 2. Parteitag 1919: Bericht über den 2. Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund) vom 20. bis 24. Oktober 1919, o. O., o. J.

Knüfken 2008: Hermann Knüfken, Von Kiel bis Leningrad, Berlin (BasisDruck)

Kubina 2002: Michael Kubina, Von Utopie, Widerstand und Kaltem Krieg. Das unzeitgemäße Leben des Berliner Rätekommunisten Alfred Weiland (1906 – 1978), Münster – Hamburg – Berlin – London (Lit)

Leitsätze 1920: Leitsätze über die Bedingungen der Aufnahme in die Kommunistische Internationale, angenommen auf dem II. Kongreß der Kommunistischen Internationale am 6. August 1920; in: KI II. Kongreß 1920, S. 388 – 395; der Text, mit einer Einführung von Bernd Hoppe: http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_ru&dokument=0010_int&object=abstract&st=&l=de

Lenin [1920]: W. I. Lenin, Der »linke Radikalismus«, die Kinderkrankheit im Kommunismus [1920]; in: ders., Ausgewählte Werke in drei Bänden, Band III; Berlin/DDR 81970 (Dietz) http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1920/linksrad/index.html

Mergner 1971a: Gottfried Mergner (Hrg.), Gruppe Internationaler Kommunisten Hollands. Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung, Intelligenz und Klassenkampf und andere Schriften, Reinbek b. Hamburg (rororo klassiker. Texte des Sozialismus und Anarchismus 285) http://www.mxks.de/files/kommunism/gik.ergaenzungshefte.html

Mergner 1971b: Gottfried Mergner, Einleitung des Herausgebers. Die Gruppe ‚Internationaler Kommunisten Hollands‘; in: Mergner 1971a http://www.mxks.de/files/kommunism/gik.VorwortUndDaten.html

Reichenbach 1928: Bernhard Reichenbach, Zur Geschichte der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands; in: Archiv für die Geschichte des Sozialismus, (Leipzig), Bd. XIII, 1928 http://www.left-dis.nl/d/berreich.htm

Reichenbach 1964: Bernhard Reichenbach, Moscow 1921Meetings in the Kremlin; in: Survey (London), No. 53/October 1964 http://libcom.org/library/meetings-kremlin-1921-reichenbach-kapd

Reichenbach 1970: Bernhard Reichenbach, Begegnung mit Lenin; in: Osteuropa, 4/1970 http://raumgegenzement.blogsport.de/2009/12/04/bernhard-reichenbach-begegnung-mit-lenin-1970/

Tichelman 1986: Fritjof Tichelman, Sneevliet, Hendricus Josephus Franciscus Marie, in: Biographisch Woordenboek van het Socialisme en de Arbeidersbeweging in Nederland, Vol. 1 http://www.iisg.nl/bwsa/bios/sneevliet.html

Wikipedia August Merges (7. 9. 2011): http://de.wikipedia.org/wiki/August_Merges

Wikipedia Henk Sneevliet (7. 9. 2011): http://de.wikipedia.org/wiki/Sneevliet

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