Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus

Nazi-Politik in Spanien 1936-39

Die Faschisten marschieren auf Madrid 20.7.1936Der Kampf beginnt … die spanischen Faschisten starten ihren Militärputsch … Norddeutsche Nachrichten, Ausgabe Altonaer Nachrichten vom 20. Juli 1936 … Gleichzeitig startet das „Olympische Feuer“ in Griechenland zu den Olympischen Spielen in Berlin im August 1936 …

barricadas-sucesos-mayo.png              Barrikaden in Barcelona im Mai 1937 …
… und die Abrechnung der Ausgaben für die Legion Condor 1936-1938

Ausgaben Drittes Reich Spanien 1936-38 Seite 765.jpg

Vortrag Doris 27. April 2016

Hiermit veröffentlichen wir den überarbeiteten Vortrag zur Buchvorstellung von Doris Ensinger, den sie am 27. April 2015 in der AGiJ gehalten hat.

WER TYRANNEI SÄT, WIRD GEWALT ERNTEN

Die Vorstellung meines Buches „Quer denken – gerade leben. Erinnerungen an mein Leben und an Luis Andrés Edo“ findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe 80 Jahre Soziale Revolution in Spanien statt. Im ersten Teil meines Beitrags – den ich mit WER TYRANNEI SÄT, WIRD GEWALT ERNTEN betitele – möchte ich über die 80 Jahre sprechen, die dem Spanischen Bürgerkrieg und der sozialen Revolution vorausgegangen sind. Zum einen spielen sie in einem Kapitel des Buches eine kleine Rolle, worauf ich am Ende eingehen werde, zum anderen müssen die Geschehnisse in den vorangegangenen Jahrzehnten berücksichtigt werden, um verstehen zu können, warum sich die Anarchisten, die ihrem Selbstverständnis nach Antimilitaristen und Antibellizisten sind, mit Gewalt gegen die Faschisten wehrten.

Doris Ensinger VORTRAG (download)

 

Doris Ensinger im ‚Schattenblick‘

Spanien36-Flyer-klein_Seite_1Vorder- und Rückseite des 6er-Faltblattes der ASG Hamburg-Altona
und des verlag | barrikadeSpanien36-Flyer-klein_Seite_2Download Spanien36-Flyer-klein
DSC_2459Foto von unserer Veranstaltung am 27. April 2016 mit Doris Ensinger
in Rahmen unserer Veranstaltungen zum
80. Jahrestag der Spanischen Revolution
abr16-ed160430-pag060pdf-1461961840586Am 30. April erschien dann ein kleines Interview in der Tageszeitung El Periodico in Barcelona: «No soy una mujer heroica, pero defiendo mis ideas»
http://www.elperiodico.com/es/noticias/sociedad/doris-ensinger-soy-una-mujer-heroica-pero-defiendo-mis-ideas-5098002
dsc05996Doris Ensinger bei ihrer Buchvorstellung am 1.11.2015
in Nürnberg auf der 20. Linken Buchmesse

Interview vom 1. November 2015 – veröffentlicht am 9.1.2016 im ‚Schattenblick‚:
http://www.schattenblick.de/infopool/d-brille/report/dbri0040.html

Revolutionsromantik

SPD-1«Die Autonomie», London, Nr. 164 – 12. Dezember 1891 – VI. Jahrgang, S. 4

 

Revolutionsromantik

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Wer sich daran erinnert, daß sozialdemokratische Wortführer im Anfang der neunziger Jahre mehrfach die soziale Revolution, d.h. das, was man gemeinhin als den „großen Kladderadatsch“ bezeichnet, für das Jahr 1898 ankündigten, wird es begreiflich finden, daß zu jener Zeit in den Tiefen der großstädtischen Arbeiterbewegung die Zuversicht der bevorstehenden Umwälzung eine allgemeine war. Eine Reihe an Umfang und Wirkung zunehmender wirtschaftlicher Krisen hatten das wirtschaftliche Leben in Deutschland stark erschüttert, und es schien, als solle die marxistische Krisentheorie durch die Tatsachen der wirtschaftlichen Entwicklung ihre baldige Bestätigung erleben und die Realisierung der sozialistischen Ideale damit in nächster Nähe gerückt sein.

In der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung wurde um diese Zeit mit aller Kraft die politische Organisation des Proletariats zu vervollkommnen gesucht, damit im entscheidenden Moment, wenn die Gewalt einer wirtschaftlichen Krise das bisherige soziale System umstürze, die politische Macht der Arbeiterklasse einer reaktionären Konterrevolution siegreich standzuhalten vermöge.

In den anarchistischen Arbeiterkreisen machte sich ein mehr praktisch-revolutionärer Zug geltend. Derselbe äußerte sich aber keineswegs in Taten, sondern blieb – entsprechend dem zu pedantischer Tüftelei neigenden Charakter der deutschen Arbeiter – auf die theoretische Diskussion revolutionärer Möglichkeiten beschränkt. Wie weit das ging, mag die Erwähnung einer Auseinandersetzung beweisen, der ich einmal beiwohnte und in der um das Schicksal der öffentlichen Kunstschätze und Bibliotheken für den Fall einer Revolution heiß gestritten wurde; es gab zwei Meinungen: die einen hielten das Schicksal dieser Kulturgüter bei aller Anerkennung ihres Wertes doch für so unwichtig, als daß man sich darüber etwa während eines Straßenkampfes den Kopf zerbrechen dürfe, – die anderen aber erklärten den Schutz und die Erhaltung derselben für eine der ersten Aufgaben fortgeschrittener Revolutionäre und priesen die Bewachung der Museen und Bibliotheken gegen etwaige Plünderungen durch Unwissende als nicht minder rühmlich wie den Kampf auf der Barrikade.

Es liegt in Hinsicht auf derartige Debatten nahe, anzunehmen, daß in diesen Kreisen positiv auf den Ausbruch einer Revolution hingearbeitet worden wäre. Jedoch war das keineswegs der Fall. Nichts lag ihnen ferner als der Gedanke etwa an eine Verschwörung oder der Inszenierung eines Putsches und Michael Bakunin, dessen Anschauungen von Staat und Gesellschaft der Ideengang dieser Männer zu folgen versuchte, hätte solchen Anhängern wohl gelangweilt und verdrossen den Rücken gewandt.

Einzig der felsenfeste Glaube, daß eine Krise im Laufe des gesellschaftlichen Entwicklungsganges die soziale Revolution automatisch auslösen müsse, und daß dieses Ereignis unmittelbar bevorstehe, führte zu einer revolutionären Stimmung, die besonders prägnant da zum Ausdruck kam, wo es, sei es in Volksversammlungen oder am Biertisch, Streitigkeiten mit Sozialdemokraten gab, deren sozialreformatorische Bestrebungen als revolutionshemmend und –hinausschiebend angesehen wurden.

Johann Most, der ehemalige sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete, der zufolge seiner radikalen Tendenz Deutschland zur Zeit des Sozialistengesetzes verlassen mußte, und seitdem, zuerst in London, dann in Neuyork, die kommunistisch-anarchistische Wochenschrift „Freiheit“ herausgab und noch herausgibt, hat ein – schon erwähntes – Büchlein herausgegeben, betitelt: „Revolutionäre Kriegskunst“. Es stellt gewissermaßen eine Strategie des Straßenkampfes, wie auch der indivivuellen, revolutionären Tat, des Attentats, dar. Die Herstellung von Nitroglyzerin, der Bau von Barrikaden und ähnliches sind darin anschaulich geschildert.

Ich fühle mich außerstande, den praktischen Wert dieser Schrift zu beurteilen. Ich weiß jedoch, daß die Polizei ihr eine große Bedeutung beimaß, sehr eifrig danach fahndete und daß sie einem Polizeikommissar – wie wir noch sehen werden – als ein begehrenswerter Besitz erschien. Andererseits weiß ich aber ebensowohl, daß in den Kreisen derer, für die das Buch geschrieben ist, es nie eine andere Schätzung erfahren hat, als die, daß es allgemein für eine Rarität galt, nach dessen Lektüre manch einer sich mit demselben erwartungsvollen Schauer sehnte wie ein stupides Dienstmädchen nach der Fortsetzung ihres Schundromans. Es ist zu bezweifeln, ob es je und irgendwo zur Ausbildung auch nur eines einzigen entschlossenen Revolutionskämpfers beigetragen hat.

Zur selben Zeit, da in Paris der Anarchist Vaillant seine unschädliche Demonstrationsbombe in die französische Deputiertenkammer warf, und, um seinen Tod unter der Guillotine zu rächen und zur Vernichtung der Bourgeoisie anzuspornen, sein Genosse Emile Henry die Explosion im Pariser Café Terminus bewirkte, um diese Tat alsdann vor Gericht sachlich und mit geradezu philosophischer Kaltblütigkeit eingehend zu begründen, – in diesen Tagen, da die Anarchistenverfolgung auch in Deutschland eine äußerst rigorose war, dachte gleichwohl unter den Anarchisten niemand daran, solche Taten nachzuahmen. Die in diese Zeit fallenden, weiter vorn schon einmal erwähnten Schüsse des Berliner Anarchisten Schewe auf einen Kriminalpolizisten stellen lediglich einen spontanen Zornesausbruch über eine unaufhörliche und schließlich unerträgliche Observation dar.

Ein akademisch gebildeten Feuerkopf slawischer Abstammung, der einmal unter Berliner Anarchisten Pläne entwickelte, die auf die Propaganda anarchistischer Ideen im Heere abzielten, begegnete allgemeiner Skepsis, der sich teilweise sogar direktes Mißtrauen zugesellte.

Ein proletarischer Feuerkopf, der sich hoch und teuer verschwor, dem damals noch lebenden Reichsanwalt Tessendorf seine Rigorosität in den Hochverratsprozessen gegen Sozialdemokraten und Anarchisten einzutränken und an ihm ein abschreckendes Beispiel zu demonstrieren, ward weder ausgelacht oder gemieden. Mit Büchners „Kraft und Stoff“ in der einen, und einem Revolver in der anderen Tasche, erzählte er davon jedem, der es hören wollte, und behauptete verdrossen, seinen Plan nur deshalb nicht ausführen zu können, weil ihm kein Mensch den Taler zum Fahrgeld nach Leipzig pumpe, dem Wohnsitz des Verhaßten.

… Fortsetzung folgt …

––––––––––

… im Buch. Auszug aus dem im März/April 2016 erscheinenden Neuauflage
Aus den Tiefen der Berliner Arbeiterbewegung
von Alfred Weidner aus dem Jahre 1904.

Dieser Nachdruck wird ergänzt durch Prozeßberichte zum Koschemann-Prozeß
sowie eine Kurzbiografie über Albert Weidner.

Insgesamt ca. 180 Seiten Umfang – Preis 10 €uro

Die Adolf Jäger-Story im «neuen deutschland»

Heute, am 13. November 2015, erschien ein weiterer Artikel zum Adolf Jäger-Buch aus unserem Verlag,
diesmal im «neues deutschland»:

https://www.neues-deutschland.de/artikel/991043.vom-schustersohn-zum-fussballstar.html

Hier der Artikel als download: AdolfJäger_ND13.11.2015

jagerDas Buch kann weiterhin gegen 6,80 EUR (inkl. Porto) bei uns bezogen werden. Bedankt!

Neuerscheinung: Der Libertäre Atlantik von Tim Wätzold

Seit dem 1. September 2015 neu im Sortiment – unser erster Band der ‚Wissenschaftlichen Reihe‘

TB AtlantikDer Libertäre Atlantik

von Dr. Tim Wätzold

Der Libertäre Atlantik behandelt die Entstehung der Arbeiterbewegungen Südamerikas im Zusammenhang mit der europäische Massenmigration anhand der Untersuchungsländer Argentinien, Uruguay und Brasilien im Zeitraum 1870 bis 1920. Der Schwerpunkt liegt in der Analyse der soziokulturellen Transformationsprozesse im transnationalen historischen Vergleich. Durch Untersuchung der Entwicklung anhand von Institutionen, Diskursen sowie performativen, politischen als auch kulturellen Praktiken werden die transkulturellen Aspekte der kollektiven Identität als internationale Arbeiterbewegung behandelt. Diese vergleichbaren Praktiken im atlantischen Raum waren Teil der Subjektivierung des Internationalen Proletariats. Neben der Gründung von Gewerkschaften und Vereinen werden die damit verbundenen kulturellen Einrichtungen wie Schulen, Theater und Bibliotheken sowie die Alltags- und Freizeitgestaltung untersucht. Berücksichtigt werden die Entwicklung der Migration, Industrialisierung und Urbanisierung in den südamerikanischen Einwanderungsländern, die den Kontext bildeten für die Entstehung und Interaktion der Arbeiterbewegungen im libertären Atlantik.

ISBN  978-3-921404-04-1               • 360 Seiten – Preis: 24,80 EUR                      • Gewicht: 643 g

Libertärer Atlantik Umschlag

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Unsere Heimat ist die ganze Welt
2. Grundlagen und Kontext der atlantischen Massenmigration
2.1 Soziale und politische Entwicklung in Europa und der Welt
2.2 Europäische Massenmigration mit Destination Südamerika
2.3 Urbanisierung
2.4 Lebensbedingungen in Südamerika
2.4.1 Landwirtschaft in Brasilien
2.4.2 Landwirtschaft in Argentinien und Uruguay
2.5 Mythos Fazer America
2.6 Urbane Lebensbedingungen
2.7 Kontext der Industrialisierung
3. Praktiken der Subjektivierung:
3.1 Sozioökonomische Organisation
3.1.1 Argentinien
3.1.2 Uruguay
3.1.3 Brasilien
3.2 Zäsur: Der Erste Weltkrieg und die Eskalation des sozialen Konflikts
3.2.1 Der Generalstreik in São Paulo im Juli 1917
3.2.2 Der Fokus der Streiks, Rio de Janeiro 1918
3.3 Interaktion mit sozialen Bewegungen
3.4 Die Infrastruktur der Subkultur
3.4.1 Soziale Zentren
3.4.2 Libertäre Schulen
3.4.3 Weiterführende Bildung, das Projekt der Volksuniversität
3.5 Theater als Subjektivierungspraxis
3.6 Feiertage, Rituale, öffentliche Performance und Freizeitgestaltung
3.6.1 Der 1. Mai als Feiertag und Ritual der internationalen Arbeiterbewegung
3.7 Musik als Symbol in der Subjektivierungspraxis
3.8 Das Arbeiter Picknick als kosmopolitische Subjektivierungspraxis
4. Die urbane Bewegung und der Kontakt zu den Arbeitern auf dem Land
5. Libertäre Literatur als Beitrag zur Subjektivierung
6. Die Kommunikationsbasis des libertären Atlantiks
7. Der Libertäre Atlantik Schlussfolgerungen
8. Literatur- und Quellenverzeichnis
8.1 Quellen
8.2 Literatur
8.3 Periodika
8.4 Internet
8.5.Sonstige und Onlinearchive
Danksagung

Über den Autor

Dr. Tim Wätzold, Promotion in Iberischer und Lateinamerikanischer Geschichte (2007-2010) Universität zu Köln, Post-Dok Stipendiat des Graduierten Kollegs Migration der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt (2011-2014) mit dem Forschungsprojekt: Die Entstehung der Arbeiterbewegungen Südamerikas und die europäische Massenimmigration. Transnationale Zusammenhänge und Konstruktion kollektiver Identitäten. Post-Dok Stipendiat der brasilianischen Bundesuniversität UFMG (2014 -) mit dem Forschungsprojekt: The „columbian exchange“ the other way around. The impact of the dutch trading companies on the globalization of food and beverages in the 17 th century. Autor verschiedener Artikel, Beiträge und Bücher zur globalen Sozial- und Kulturgeschichte.

Ein Gespräch mit einem neuseeländischem Syndikalisten: Percy B. Short

Ein Gespräch mit einem neuseeländischem Syndikalisten: Percy B. Short (1914)

Percy_Short

Vorbemerkung des Bearbeiters.

I. Die Quelle

Das Interview mit dem neuseeländischen Mitglied der Industrial Workers of the World (IWW) Percy B. Short (1) wurde Anfang 1914 geführt. Entdeckt hat den Text Jared Johnson in den »Max Nettlau Papers« (2) im Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG) in Amsterdam (3). Es handelt sich um ein Typoskript, von dem nur die Seiten 2 und 3 erhalten sind, und das wie eine Presse-Korrespondenz o. ä. wirkt (4). Der Text wurde auf der Internet-Seite ‚Red Ruffians‘. Fragments of Aotearoa’s Anarchist and Syndicalist Past erstmals veröffentlicht. Dort ist er sowohl auf deutsch (in seiner ursprünglichen Fassung) wie auch in englischer Übersetzung nachzulesen (5).

II. Interviewer Nettlau?

Als Interviewer wird von den ‚Red Ruffians‘ der anarchistische Historiker Max Nettlau genannt. Dies wird in dem Nachdruck des Interviews im Newsletter des Labour History Project (6) und in einem Artikel in der Zeitschrift der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA), Gai Dào, (Nr. 24, Dezember 2012) übernommen (7). Aber stimmt das?

Schon bei der ersten Lektüre auf der Internetseite der ‚Red Ruffians‘ irritierten mich vor allem die grammatischen und sprachlichen Schnitzer des deutschen Textes. Und die Partien, in denen Short direkt zu Worte kommt, wirken wie eine wörtliche Übersetzung aus dem Englischen, ohne Rücksicht auf die deutsche Grammatik – ein Eindruck, der sich durch den Vergleich mit der englische Übersetzung verstärkt. Völlig unverständlich sind schließlich die eingestreuten niederländischen Worte (z.B. »Einborlinge« für »Eingeborene«; »von den Blanken verdrungen« für »von den Weißen verdrängt«) – wenn man davon ausgeht, daß der Verfasser des Textes Max Nettlau ist, ein Deutsch-Österreicher. Der vorliegende Text ist jedoch offenbar von jemandem verfaßt worden, der das Deutsche zwar beherrscht, dessen Muttersprache allerdings Niederländisch (oder Flämisch) ist. Nettlau als deutscher Muttersprachler scheidet damit definitiv aus.

Der Text scheint, wie erwähnt, in einer Presse-Korrespondenz oder ähnlichem erschienen zu sein. Doch in welcher? Am wahrscheinlichsten erscheint mir, daß das Interview aus einer Ausgabe des Bulletin international du mouvement syndicaliste stammt, welches der niederländische Syndikalist Christiaan Cornelissen vom 8. September 1907 bis zum 22. März 1914 wöchentlich in französischer, deutscher, englischer und niederländischer Sprache in Paris herausgegeben hat (8). Hier würde alles passen: ein Niederländer, der neben Französisch auch Deutsch und Englisch spricht (9) und ein mehrsprachiges internationales revolutionär-syndikalistisches Bulletin herausgibt.

Der Internationale Syndikalistische Kongreß 1913 in London (10) richtete ein Informationsbüro in Amsterdam ein, unter dessem Dach Cornelissen das Bulletin weiter herausgab (11). Die erste Nummer erschien am 5. April, die letzte, Nr. 17, am 26. Juli 1914, wenige Tage vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs (12). Das Interview ist wohl – wenn meine Annahme stimmt – in einer der ersten Nummern des Jahrgangs 1914 erschienen, die gleichzeitig eine der letzten Nummern ist, die Cornelissen in Eigenregie herausgab.

Aber wer führte das Interview? Da der Ort nicht angegeben ist, ergeben sich mehrere Möglichkeiten. Falls Percy B. Short auch in Frankreich war, so könnte Cornelissen der Interviewer sein. Ich habe bisher allerdings keine Informationen gefunden, die das bestätigen könnten. Alternativ dazu – und das ist wahrscheinlicher, da in dem Text nur erwähnt wird, daß »Short nach England reiste« – könnte das Interview von Frida Tscherkessowa-Rupertus (13) in London geführt worden sein, der Schwester von Cornelissens Lebensgefährtin Lilian ‚Lilly‘ Rupertus, die aktiv bei der Distribution des Bulletin in Großbritannien mithalf (14).

III. Datierung

In der Vorbemerkung der Red Ruffians wird das Interview auf »around 1914« datiert. Vor dem Interview befindet sich in der Vorlage eine Notiz zum Bündnis dreier britischer Gewerkschaften, der Mining Federation of Great Britain, der National Union of Railwaymen und der National Transport Workers‘ Federation, die sogenannte Triple Alliance, die Anfang 1914 gegründet wurde. Die im Interview erwähnte Zeitung der australischen IWW, Direct Action, erschien seit Januar 1914. Damit ist auch die Datierung des Interviews auf Januar, spätestens aber Februar 1914 möglich. In der Zeitschrift Gai Dào wird das Interview unverständlicherweise in das Jahr 1915 verlegt (15).

VI.

Sämtliche Anmerkungen und Ergänzungen in [eckigen] Klammern stammen vom Bearbeiter. Eingriffe in den Text sind in den Anmerkungen nachgewiesen.

Jonnie Schlichting, 2. Juni 2015

* * *

DA_Kopf_(Sidney)_No_5_(15-05-1914)

Wir hatten das Vergnügen, mit einem Genossen von den Antipoden (16) zu sprechen, der nach Europa gekommen ist, um die syndikalistische Bewegung der verschiedenen Länder kennenzulernen.

Vor einigen Wochen erhielten die Industrial Workers of the World der Sektion Auckland ein Schreiben vom Herausgeber eines offiziellen syndikalistischen Organes in Europa, um Auskunft über die letzten grossen Streiks in Neuseeland [zu bekommen] (17).

Unser Genosse Percy B. Short wurde mit einem anderen Genossen beauftragt, die Antwort zu redigieren; da aber Short nach England reiste, wurde er ersucht, persönlich die Antwort und alle ferneren Auskünfte [zu] überbringen, um seinerseits auch über die europäische Bewegung Erkundigungen einzuziehen.

Da Short auch einige Zeit Mitglied der Sektion der I.W.W. in Sydney war und also die ganze revolutionär-syndikalistische Bewegung [in Neuseeland und Australien] kennt, waren wir sehr erfreut, über beide Bewegungen mit ihm sprechen zu können. Unsere Unterhaltung war desto interessanter, weil unser Genosse von Geburt ein Māori ist (18), ein Sohn der Eingeborenen (19) Neuseelands, des Volkes, das immer mehr von den Weißen verdrängt (20) wird, sich aber mit unglaublicher Energie und Ausdauer aufrecht erhält.

Um unsere Leser einigermaßen zu orientieren, bemerken wir an erster Stelle, daß in Sydney (Neu Süd-Wales) ein revolutionär-syndikalistisches Organ besteht, Direct Action (21), während in Auckland der Industrial Unionist erscheint. Ferner wird in Wellington, Neuseeland, der Māoriland Worker (22) herausgegeben. Die Redakteure dieses Blattes sind die Genossen Harry Holland (23) und J.B. Allen (24), der letztere ein revolutionärer Syndikalist, der in England jahrelang tätig war.

Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung in Australien und Neuseeland ist ganz nach dem Muster und mit den Statuten der Industrial Workers of the World der Vereinigten Staaten organisiert(25), und unsere Antipoden verdanken denselben auch einen beträchtlichen Teil ihrer Propagandaliteratur(26). Durch das Prinzip des Industrial Unionism, d.h. der Föderation nach Industrien, unterscheidet die syndikalistische Bewegung in Australasien sich ebenso wie in Nord-Amerika vom organisatorischem Standpunkt aus von den alten Berufsvereinen.

Wir haben uns zuallererst mit Genossen Short unterhalten über die allgemeinen Zukunftsperspektiven (27) der revolutionär-syndikalistischen Propaganda, und mit einer wahren Überraschung hörten wir dabei, daß ganz besonders unter den Māoris diese Propaganda durch die Vergangenheit der Bevölkerung mit ihrem Urkommunismus begünstigt wird.

Unter den Māoris scheint ein Arbeiter, der als Streikbrecher seinen Kameraden das Brot aus dem Munde nimmt, so gut wie ein unbekanntes Wesen zu sein, dessen Existenz (28) schon durch das alte Solidaritätsgefühl in den Volkssitten ausgeschlossen ist (29).

Lang sprachen wir weiter über die anti-militaristische Propaganda, welche in den letzten Jahren seit der Einführung des Militärdienstes in Neuseeland (30) angefangen hat. Verschiedene junge Burschen, zum Gefängnis verurteilt, traten in (31) den Hungerstreik, gerade wie es jetzt auch die Suffragets (32) in England machen. Die anti-militaristische Bewegung (33) ist immer noch lebendig (34).

Schliesslich war es die Gewerkschaftsbewegung, und zwar das Verhalten zu den konservativen Verbänden, das uns am Meisten interessierte:

– Sind die konservativen Gewerkschaften, so fragten wir, diejenigen eben, die unter dem (35) Gesetz auf den verpflichteten Schiedsspruch (36) organisiert sind, im Fortschritt begriffen, oder büßen sie vielmehr an Einfluss ein?

– Augenblicklich, antwortete Short uns, sind von den 80.000 Arbeitern, die in Neuseeland leben, 65.000 unter dem Arbitration Act organisiert, während 15.000 unter dem Trade Unions Act (37) organisiert sind (38); letztere regeln ihre Streitigkeiten mit den Unternehmern direkt.

– Und wie geht es mit den Streiks in ihrem Lande, dem ‘Arbeiterparadies’, dem ‘Lande ohne Streiks und Aussperrungen’, wie unsere Sozialreformer in Europa es so gerne nennen?

– Die Streiks nehmen immer mehr zu, an Anzahl und an Intensität.

– Und das Streik-Gesetz (39), wodurch dieselben verboten sind?

– Dem Zwangsschlichtungsgesetz in Neuseeland ist der Schädel zerschmettert worden (40) (Arbitration is killed in New Zealand).

Und Short setzte uns auseinander, wie die Landesregierung es macht, um die wahre Lage zu verbergen.

– Sie werden sich wohl, es ist schon einige Jahre her (41), [an] den grossen Streik der Bergarbeiter in Blackball erinnern (42). Die Regierung ist dabei soweit gegangen, den Hausrat der zu Geldbußen verurteilten Streikenden (43) verkaufen zu lassen; Niemand wagte es aber, davon zu kaufen. Schliesslich bezahlte die Regierung nun selbst die Geldbußen, unter Vorgeben, dieselben seien von den verurteilten Bergarbeitern selbst bezahlt [worden], eine Lüge, wogegen Letztere laut ihren Protest erhoben (44).

Noch vor wenigen Wochen, wie sie sich gewiss erinnern, haben wir noch einen Generalstreik in Neuseeland gehabt, der sich auf alle Städte und auf fast alle Berufe (45) ausdehnte (46).

Short setzte uns weiter auseinander, wie in Australien, wo die Gesetzgebung weniger streng ist, und wo dem Versuch zur Versöhnung der Schiedsrechtsspruch vorausgeht, der Zustand nicht so gespannt ist und der revolutionäre Syndikalismus auch dort große Fortschritte macht.

Gerne hätten wir das Gespräch noch fortgesetzt, aber wie wir schon sagten, war Genosse Short nicht allein gekommen, um Auskunft zu geben, sondern auch um Auskunft zu holen, und da seine Zeit bemessen ist, haben wir versprechen müssen, das Gespräch wohl wieder aufzunehmen, aber um diesmal über die europäische Bewegung zu sprechen.

MW_1914_01_07_Titel

Anmerkungen

1 Zu Short siehe Derby 2012a.

2 (Nr. 3424) New Zealand. 1906 and n.d.

3 Das Original ist dort mittlerweile auch online einseh- und herunterladbar.

4 In dem Konvolut befinden sich drei weitere undatierte Dokumente: ein Flugblatt der New Zealand Society for Social Ethics; ein mehrfach durchgestrichener ‚Schmierzettel‘ (den ich weitgehend nicht entziffern kann); eine englischsprachige Tabelle (möglicherweise ein Korrekturabzug) zu Bevölkerung und Einkommensverteilung eines Landes, das jedenfalls nicht Neuseeland ist: denn dort wird eine Bevölkerungszahl von 43 Millionen angegeben, während Neuseeland selbst im Jahre 2013 nur 4,47 Millionen Einwohner hatte (vgl. Wirtschaftsdatenblatt des Auswärtigen Amtes für Neuseeland [abgerufen am 25. Mai 2015]).

5 A Conversation with a Syndicalist from New Zealand. Max Nettlau talks to Percy Short. Die Übersetzung ins Englische stammt von Urs Signer.

6 »A comrade from the antipodes«; in: LHP Newsletter 55, August 2012, S. 8 – 9.

7 Pete 2012.

8 Lehning [1986]; Thorpe 1989, S. 31f.; Wedman, 1993, S. 8; Wedman 2001, S. 476. – Es erschienen insgesamt 336 Ausgaben.

9 Wedman 2001, S. 476.

10 Westergard-Thorpe 1978; Westergard-Thorpe 1981; Thorpe 1989, S. 66 – 86.

11 Thorpe 1989, S. 78.

12 Westergard-Thorpe 1978, S. 76. – Am 1. Januar 1915 erschien noch eine Ausgabe, die lediglich die Einstellung des Bulletins aufgrund des Krieges mitteilte.

13 Sie war seit 1899 mit dem georgischen Anarchisten Waarlam Tscherkessow verheiratet, einem engen Freund Kropotkins, mit dem sie in London lebte.

14 Thorpe 1989, S. 69.

15 Pete 2012, S. 26 – Die launige Beschreibung des angeblichen Treffens zwischen Short und Nettlau – »In einem verrauchten Zimmer einer Londoner Seitenstraße treffen 1915 zwei Männer aufeinander, die weiter voneinander entfernt nicht leben könnten.« – ist zwar eine hübsche Geschichte, aber allein schon deshalb unmöglich, weil Nettlau zu diesem Zeitpunkt, dem zweiten Jahr des ‚Großen Krieges‘, als Staatsbürger der Donaumonarchie und damit ‚feindlicher Ausländer‘ (und Anarchist!) nicht mehr in London frei herumgelaufen wäre, geschweige denn dorthin hätte einreisen können. Er hätte das Schicksal Rudolf Rockers und anderer Emigranten aus den Ländern der Kriegsgegner des United Kingdom geteilt – die Internierung (siehe Rocker 1974, S. 261 – 275).

16 Veraltete Bezeichnung für Australien und Neuseeland.

17 Im März 1912 streikten 1.000 Bergarbeiter der Goldmine in Waihī. Die Regierung setzte im Oktober Polizei ein, die über 60 Streikende verhaftete und den Einsatz einer großen Zahl von Streikbrechern ermöglichte. Am 12. November griff ein Mob von mehreren hundert Streikbrechern und Polizisten das Gewerkschaftsgebäude an. Bei dessen Verteidigung wurde der Kollege Fred Evans totgeprügelt. Anschließend marodierte der Mob durch die Stadt und vertrieb die Streikenden und ihre Familien aus Waihī (Holland u. a. 1913; Mouat 1992; Derby 2012b; McCulloch 2012; Atkinson 2014).

Etwa 16.000 Hafen- und Bergarbeiter in Wellington, Auckland und Christchurch streikten im November 1913. Auch hier kam es zu militanten Auseinandersetzungen mit Streikbrechern, die von der Regierung herangebracht, bewaffnet und zu ‚Hilfspolizisten‘ ernannt wurden. Zusätzlich sandte man zwei Kriegsschiffe in die bestreikten Häfen. Nach sechs Wochen wurde der Streik durch die Verhaftung der Streikführer gebrochen (Nolan 2005; Doolin 2013; Clayworth 2014).

18 »Es ist nicht bekannt, ob Short tatsächlich von Geburt ein Māori war oder nicht (seine Familie glaubte es nicht), und einige seiner Behauptungen betreffend die Unterstützung des Syndikalismus und von Streiks durch die Māori können Übertreibungen von Nettlau [der das Interview nicht geführt hat; J.S.] oder Short sein. Nichtsdestoweniger ist es immer noch ein wichtiges Beispiel für syndikalistischen Transnationalismus und eine interessante Betrachtung von Ereignissen.« (aus der Vorbemerkung der Red Ruffians). Allerdings schrieb und übersetzte Short für das Neuseeländische IWW-Organ Texte in Māori (siehe E nga kaimahi o te Ao katoa, Whakakotahitia [Arbeiter der Welt, vereinigt euch] auf der Internet-Seite des Aotearoa Workers Solidarity Movement (http://awsm.noblogs.org/2013/07/e-nga-kaimahi-o-te-ao-katoa-whakakotahitia/).

19 in der Vorlage: ‚Einborlinge‘.

20 in der Vorlage: ‚… von den Blanken verdrungen‘. – In der englischen Übersetzung lautet diese Passage: » … the people who is more and more pushed to the side … «.

21 Direct Action. Organ of the Industrial Workers of the World. Erschien seit Januar 1914 vierzehntägig in Sidney; 78 Ausgaben von 135 der Jahrgänge 1914 – 1917 sind auf der australischen Internet-Seite Reason in Revolt online.

22 Der Māoriland Worker wurde 1910 als Monatsschrift von der Shearers’ Union (Schafscherer-Gewerkschaft) in Christchurch gegründet. Nach der Vereinigung der Shearers’ Union mit der Miners‘ Federation im gleichen Jahr erschien er als Organ der Red’ Federation of Labour. Er ist fast komplett (640 Ausgaben, vom 15 September 1910 – 30. Januar 1924) online.

23 Eigentlich Henry Edmund Holland; siehe O’Farrell [1996]; O’Farrell 2014.

24 Olssen 1976.

25 IWW 1912; Hanlon [1913]; Steiner 2006.

26 Burgman 2007; Industrial Unionism 2007; Derby 2009; Clayworth 2010.

27 in der Vorlage: ‚Voraussichten‘.

28 in der Vorlage: ‚Bestehen‘.

29 Dieser Aussage wird im LHP Newsletter vehement (und wohl zurecht) widersprochen: während des Waihī-Streiks befanden sich unter den Streikbrechern viele Māoris; sie zeigten vor dem 1. Weltkrieg auch wenig Neigung, sich der revolutionär-syndikalistischen Bewegung anzuschließen (LHP Newsletter 55, August 2012, S. 9).

30 Der Defence Act führte 1909 die allgemeine Wehrpflicht in Neuseeland ein.

31 in der Vorlage: ‚begangen‘.

32 Suffragetten: gemeint ist die außerordentlich militante Bewegung für das Frauenwahlrecht in Großbritannien und den USA, die fast ausschließlich von (meist bürgerlichen) Frauen getragen wurde.

33 Weitzel 1973; Bodman 2010; Davidson 2014.

34 in der Vorlage: ‚… dauert noch stets weiter‘. Die englische Übersetzung ist verständlicher: »The anti-militarist movement is still alive.«

35 in der Vorlage: ‚unters‘.

36 Der Industrial Conciliation and Arbitration Act (Gesetz zur Versöhnung und Schlichtung in der Industrie) wurde 1894 vom neuseeländischen Parlament verabschiedet. Im Gegenzug zur Anerkennung der Gewerkschaften sah es eine obligatorische Schlichtung vor. Die Mehrheit der Gewerkschaften, vor allem kleinere und schwächere, unterzeichnete diese Vereinbarung (Macrosty 1898; Lloyd 1900; Beer 1901a und 1901b; Labour Laws 1906; Broadhead 1908; Holt 1976).

37 Der Trade Unions Act (Gewerkschaftsgesetz) von 1908, der im Gefolge des Blackball-Streiks und der wachsenden Militanz verschiedener Gewerkschaften verabschiedet wurde, gestand den Gewerkschaften, die die Zwangsschlichtung nicht akzeptierten, weitgehende Rechte zu (s. Trade Unions Act 1908; Doolin 2013; s. a. Anm. 42).

38 in der Vorlage: ‚… gibt es auf den 80.000 Arbeitern, die in Neuseeland leben, 65.000, die unter dem Arbitration-Act organisiert sind, während 15.000 unter einem anderen Gesetz sind, das auf der Arbeitsföderation‘.

39 in der Vorlage: ‚Gesetz auf die Streiks‘.

40 in der Vorlage: ‚Das Gesetz den Verpflichtenden Schiedsspruch ist der Kopf eingedrückt in Neuseeland‘. – Die englische Übersetzung ist verständlicher: »The compulsory Arbitration Act has had its head smashed in New Zealand«.

41 in der Vorlage: ‚… schon vor einigen Jahren her‘.

42 Im Februar 1908 streikten die Bergarbeiter von Blackball. In einem dreimonatigen Arbeitskampf setzten sie den Achtstundentag und längere Arbeitspausen durch. Der Streik führte zur Aufweichung des Arbitration Act und schließlich 1910 zur Gründung der Federation of Labour, die sich dem Schlichtungsgesetz nicht unterwarf (Olssen 1988; Davidson 2011b).

43 in der Vorlage: ‚Streiker‘.

44 Derby 2012b.

45 in der Vorlage: ‚Arbeitskategorien‘.

46 siehe Anm. 17.

 

Literatur

AGWA: Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit (Fernwald/Anneröd)

Atkinson 2014: Neill Atkinson, ‚Black Tuesday‘ – the 1912 Waihi strike. The killing of Fred Evans [updated 19-Sep-2014]; in: NZHo http://www.nzhistory.net.nz/politics/black-tuesday/the-1912-waihi-strike

Beer 1901a: Max Beer, Das neuseeländische Ideal; in: NZ, Jg. 20, 1901-02, Bd. 2 (1902), Nr. 11 (lfd. Nr. 37), S. 325 – 329  –  http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.04454&dok=1901-02b&f=190102b_0325&l=190102b_0329&c=190102b_0325

Beer 1901b: Max Beer, Das neuseeländische Ideal (Schluß); in: NZ, Jg. 20, 1901-02, Bd. 2 (1902), Nr. 12 (lfd. Nr. 38), S. 365 – 369  http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.04463&dok=1901-02b&f=190102b_0365&l=190102b_0369

Bodman 2010: Ryan Bodman, ‘Don’t be a conscript, be a man!’ A History of the Passive Resisters’ Union, 1912-1914, Auckland (University of Auckland)   http://www.converge.org.nz/pma/psrb2010.pdf

Broadhead 1908: Henry Broadhead, State Regulation of Labour and Labour Disputes in New Zealand. A Description and a Criticism, Christchurch – Wellington – Dunedin, N. Z.; Melbourne – London (Whitcombe and Tombs)  https://archive.org/details/stateregulationo00broa

Burgman 2007: Verity Burgman, The IWW in International Perspective. Comparing the North American and Australasian Wobblies.  http://redruffians.tumblr.com/post/2632498201/the-iww-in-international-perspective-comparing

BWSA: Biografisch Woordenboek van het Socialisme en de Arbeidersbeweging in Nederland  –  http://socialhistory.org/bwsa/

Clayworth 2010: Peter Clayworth, Prophets from Across the Pacific. The Influence of Canadian Agitators on New Zealand Labour Militancy in the early Twentieth Century (From a paper presented to the conference ‘Canada and New Zealand: Connections, comparisons and challenges’, Wellington, New Zealand, 9 February 2010) – http://redruffians.tumblr.com/post/2682342488/prophets-from-across-the-pacific-the-influence-of

Clayworth 2014: Peter Clayworth, The 1913 Great Strike (updated 24-Oct-2014); in: NZHo – http://www.nzhistory.net.nz/politics/1913-great-strike

Davidson 2011: Jared Davidson, Miners and the Labour Movement; in: Spark, November 2011, Vol. 21, No. 8, Issue No. 248, S. 6 – 7  –  http://workerspartynz.files.wordpress.com/2011/11/november-spark.pdf

Davidson 2014: Jared Davidson, Fighting war. Anarchists, Wobblies and the New Zealand state 1905-1925  –  https://libcom.org/history/fighting-war-anarchists-wobblies-new-zealand-state-1905-1925

Derby 2009: Mark Derby, A Country Considered to Be FreeNew Zealand and the IWW. Towards a Transnational Study of New Zealand Links with the Wobblies [zuerst in: Perspectives on Anarchist Studies. Journal of the Institute for Anarchist Studies, Issue 2009]  –  http://portland.indymedia.org/en/2009/08/393355.shtml

Derby 2012a: Mark Derby, Marx in Maori – Percy Short; in: LHP Newsletter 54, April 2012, S. 25 – 28  –  http://issuu.com/garagecollective/docs/_54

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IRSH: International Review of Social History. Published for the Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (Cambridge University Press)

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LHP: Labour History Project (Wellington)  –  http://www.lhp.org.nz/

Lloyd 1900: Henry Demarest Lloyd, A Country Without Strikes. A Visit to the Compulsory Arbitration Court of New Zealand. Introduction by William Pember Reeves, New York (Doubleday, Page & Co.)  –  https://archive.org/details/countrywithoutst00lloy

Macrosty 1898: Henry B. Macrosty, Das gewerbliche Schiedswesen in Neuseeland; in: NZ, Jg. 16. 1897-98, 2. Bd. (1898), Nr. 51, S. 783 – 786  –  http://library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.03097&dok=1897-98b&f=189798b_0783&l=189798b_0786

McCulloch 2012: Alison McCulloch, 100 Years On: The Waihi Miners’ Strike. Waihi’s story is history in the present tense … ; in: werewolf [online magazine], August 1st, 2012  –  http://werewolf.co.nz/2012/08/100-years-on-the-waihi-miners-strike/

The Māoriland Worker. A Paper Devoted to the Interests of Industrial Unionism, Socialism and Progressive Politics, 15. September 1910 – 30. Januar 1924 [640 Ausgaben] (Christchurch; Wellington)  –  http://paperspast.natlib.govt.nz/cgi-bin/paperspast?a=d&cl=CL1.MW

Mouat 1992: Jeremy Mouat, The Ultimate Crisis of the Waihi Gold Mining Company; in: NZJH, Vol. 26 (1992), No. 2, S. 184 – 204   –   http://www.nzjh.auckland.ac.nz/document.php?wid=822&action=null

NZHo: New Zealand History online  –  http://www.nzhistory.net.nz/

NZ: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie [bis Jg. 18, 1899-1900: Revue des geistigen und öffentlichen Lebens] (Stuttgart)  –  http://library.fes.de/nz

NZJH: The New Zealand Journal of History. Published by the Department of History at the University of Auckland  –  http://www.nzjh.auckland.ac.nz/index.php

Nolan (2005): Melanie Nolan (ed.), Revolution. The 1913 Great Strike in New Zealand, Christchurch (Oxford University Press)

O’Farrell [1996]: Patrick J. O’Farrell, Holland, Henry Edmund [zuerst in: Dictionary of New Zealand Biography, Volume 3, 1996 – updated 30-Oct-2012]; in: Te Ara  –  http://www.teara.govt.nz/en/biographies/3h32/holland-henry-edmund

O’Farrell 2014: Patrick J. O’Farrell, Harry Holland. Biography [updated 21-Aug-2014]; in: NZHo  –  http://www.nzhistory.net.nz/people/harry-holland

Olssen 1976: Erik Olssen, W. T. Mills, E. J. B. Allen, J. A. Lee and Socialism in New Zealand; in: NZJH, Vol. 10 (1976), No. 2, S. 112 – 129  –  http://www.nzjh.auckland.ac.nz/document.php?wid=1408&action=null

Olssen 1988: Erik Olssen, The Red Feds. Revolutionary Industrial Unionism and the New Zealand Federation of Labour 1908-14, Auckland 1988 (Oxford University Press)

Pete 2012: Pete, Nettlau und der Anarchismus in Neuseeland; in: Gai Dào. Zeitschrift der Anarchistischen Föderation, Nr. 24, Dezember 2012, S. 26 – 28  –  http://fda-ifa.org/g%C7%8Ei-dao-nr-24-dezember-2012/

Reason in Revolt. Source Documents of Australian radicalism (online-Archiv)  –  http://www.reasoninrevolt.net.au/

‚Red Ruffians‘. Fragments of Aotearoa’s Anarchist and Syndicalist Past (online-Archiv) –  http://redruffians.tumblr.com/

Rocker 1974: Rudolf Rocker, Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten. Hrgg. von Magdalena Melnikow und Hans-Peter Duerr. Einleitung von Augustin Souchy. Nachwort von Diego Abad de Santillan, Frankfurt/M 1974 (edition suhrkamp 711)

Spark: The Spark. For workers‘ power and international socialism. Monthly magazine published by the Workers Party of New Zealand (Auckland)  –  http://the-spark.net/where.html

Stein 2001: Jeff Stein, Freiheit und Industrie. Der Syndikalismus von Christiaan Cornelissen; in: AGWA, Nr. 16/2001, S. 481 – 494

Steiner 2006: Peter Steiner, The Industrial Workers of the World in Aotearoa [2006]; in: Industrial Unionism 2007

Te Ara – the Encyclopedia of New Zealand  –  http://www.teara.govt.nz/en/

Thorpe 1989: Wayne Thorpe, »The Workers Themselves«. Revolutionary Syndicalism and International Labour, 1913 – 1923. Studies in social history (IISG) 12, Dordrecht – Boston – London 1989 (Kluver)

Trade Unions Act 1908: New Zealand Trade Unions Act 1908 No 196 (reprint as at 03 September 2007)  –  http://apirnet.ilo.org/resources/new-zealand-trade-unions-act/at_download/file1

Wedman 1993: Homme Wedman, De Collectie Cornelissen/Chichery, Amsterdam – Groningen 1993 (IISG & IvG RUG)  –  http://www.iisg.nl/archives/docs/cornelissen-wedman.pdf

Wedman 2001: Homme Wedman, Christiaan Cornelissen (1864 – 1943); in: AGWA, Nr. 16/2001, S. 471 – 480

Weitzel 1973: R. L. Weitzel, Pacifists and Anti-militarists in New Zealand, 1909-1914; in: NZJH, Vol. 7 (1973), No. 2, S. 128 – 147  –  http://www.nzjh.auckland.ac.nz/document.php?wid=1498&action=null

Westergard-Thorpe 1978: Wayne Westergard-Thorpe, Towards a Syndicalist International. The 1913 London Congress; in: IRSH, Vol. 23 (1978), No. 1, S. 33 – 78  –  http://search.socialhistory.org/Record/S0020859000005691/Details

Westergard-Thorpe 1981: Wayne Westergard-Thorpe, The Provisional Agenda of the International Syndicalist Congress, London 1913; in: IRSH, Vol. 26 (1981), No.1, S. 92 – 103  –  http://search.socialhistory.org/Record/S0020859000007069

Neuerscheinung 6. Mai 2015

Doris Ensinger – Quer denken, gerade leben.

Erinnerungen an mein Leben und an Luis Andrés Edo.

TB EDOEnsinger-Umschlag (download)

Das Buch ist am 6. Mai druckfrisch eingetroffen/erscheinen. Umfang 420 Seiten zum Preis von 20 EURO. Format 23,3 x 15,8 cm – Gewicht: 732 g • Für Wiederverkäufer/Buchhandel und AS-Gruppen gilt der Buchhandelsrabatt von 40% zuzügl. Porto/Versand.
ISBN 978-3-921404-01-0, 20 Euro

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Erste Rezension:

Doris Ensinger – Autobiographie einer kämpfenden Frau

12. April 2015
2015 wird als deutsche Erstveröffentlichung die Autobiographie von Doris Ensinger im Hamburger Verlag Barrikade erscheinen. Wer sich nun sagt: „Doris Ensinger – nie gehört“, dürfte damit nicht alleine stehen. Denn sie ist nach eigener Aussage und Erfahrung eine der „namenlosen Frauen“, die nahezu unbekannt an der Seite aktiver Anarchosyndikalisten und Anarchisten leb(t)en und kämpf(t)en. Ihre mehrere hundert Seiten umfassenden Erinnerungen sind „allen Frauen gewidmet, die als Lebensgefährtin an der Seite eines jener bekannten oder anonymen historischen Kämpfer der anarchistisch-libertären Bewegung Spaniens lebten“, und „die eine bedeutende Rolle in den sozialen Kämpfen des 20. Jahrhunderts spielten. Oftmals halfen sie bei den Aktionen oder waren direkt am Kampf beteiligt, indem sie als Botin agierten oder Material und Personen versteckten. Mit ihrem selbstlosen Verhalten, mit ihrer Aufopferung und ihrem Mut machten sie den Kampf ihrer Männer oft erst möglich. Bisher wurde diesen Namenlosen wenig Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zuteil, aber ohne sie hätten viele Aktionen nicht in der Weise durchgeführt werden können, wie dies dann geschah.“ Die in den 1940er Jahren im schwäbischen (Bad) Urach aufgewachsene Autorin wirkte in der alten Bundesrepublik in verschiedenen linken Basis-Gruppen, davon über einen längeren Zeitraum in München und arbeitete u.a. in der internationalen Solidaritätsbewegung mit verfolgten Antifaschisten und Anarchisten in Spanien. Bei einem ihrer dortigen Aufenthalte traf sie 1977 an ihrem Geburtstag in Barcelona auf Luis Andrés Edo. Er wurde die „große Liebe meines Lebens“. Mehr als dreißig Jahre lang, bis zu seinem Tod 2009, blieben die beiden zusammen. Der Eisenbahner, Bauarbeiter, Anarchist und Syndikalist Louis Andrés Edo kämpfte sein ganzes Leben für eine freie Gesellschaft, war im antifaschistischen Kampf gegen das Franco-Regime aktiv und arbeitete in vielen verantwortlichen Funktionen der anarcho-syndikalistischen CNT-AIT. U.a. war er Generalsekretär des katalanischen Regionalkomitees und Herausgeber der traditionsreichen und vielgelesenen „Solidaridad Obrera“ („Arbeiter-Solidarität“). Für seine Überzeugungen verfolgte ihn der Staat und inhaftierte ihn oftmals. Mehrfach wurde er in Isolationshaft gefangen gehalten. Über die Grenzen Spaniens hinaus war Luis Andrés Edo schon zu Lebzeiten ein bekannter und geschätzter Genosse. Vorträge und Treffen führten ihn auch nach Deutschland. Im Zuge CNT-interner politischer Intrigen und Manipulationen wurde er zusammen mit der Mehrheit der Mitglieder der CNT-AIT von Katalonien 1995 ausgeschlossen. Er engagierte sich weiterhin im anarcho-syndikalistischen Sinne in dieser bis heute fortbestehenden CNT Kataloniens und Barcelonas, welche zur besseren Unterscheidung von der offiziellen CNT-AIT den Beinamen „Joaquín Costa“ trägt. Von ihm stammen zwei wichtige Werke zur Geschichte des spanischen Anarchosyndikalismus. Diesen möchte Doris Ensinger ihre Autobiographie hinzufügen. Denn sie schreibt: „Ich bin mit dem Gedanken an dieses Buch herangegangen, die beiden von Luis Andrés Edo geschriebenen Bücher – zum einen das theoretische Werk La Corriente und zum anderen seine Memoiren La CNT en la encrucijada. Aventuras de un heterodoxo – zu ergänzen. Mit meinem Buch möchte ich etwas von der persönlichen, menschlichen Seite von Luis sichtbar machen, da er auf diese Aspekte in seinen Memoiren fast nicht eingegangen ist. Ich beschreibe also die mit ihm gemeinsam erlebten Jahre aus meiner Sicht und erzähle auch einige Anekdoten, die mir interessant erscheinen, und die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Außerdem erzähle ich meine Geschichte mit einem Blick von Deutschland auf Spanien und umgekehrt.“ Doris Ensingers Autobiographie ist ein Buch, auf das wir uns alle freuen können. Es erhebt den Anspruch, den ganzen Menschen zu zeigen. Doris Ensinger: Quer denken – gerade leben. Erinnerungen an mein Leben und an Luis Andrés Edo. Deutsche Erstveröffentlichung. Verlag Barrikade, Hamburg 2015. ISBN 978-3-921404-01-0, 20 Euro Quelle: Blog Institut für Syndikalismusforschung

amapola3Möge Dir die Erde leicht sein!

ISBN-Verlagsnummer

Achtung, wir haben eine neue ISBN-Verlagsnummer. Sie lautet: 978-3-921404.

BUNA #1 erschienen

Titel BUNA1

Revista BUNĂ

Zeitschrift für Befreiung & Emanzipation – nicht nur in Rumänien

Die erste Ausgabe der Zeitschrift BUNA ist erschienen (9.10.2014) und kann ab sofort als Einzelheft für 2,50 EUR oder für 4 Ausgaben im Abo für 10 EUR (beides inkl. Porto) bestellt werden.

Mehr Informationen direkt hier:

http://revistabuna.wordpress.com/

Die Ära Adolf Jäger – Unser zweites Fußballbuch

Die Ära Adolf Jäger.

Umschlag AJ

Bezugsbedingungen: Preis pro Buch 6,80 EURO inkl. Versand gegen Rechnung oder Überweisung.
Bei Mehrfachbestellungen gewähren wir entsprechenden Rabatt.
Buchhandelskonditionen gelten für Wiederverkäufer. Keine Buchpreisbindung!

Einfach email an: barrikade [at] gmx.org

jager

Leseprobe: Adolf Jäger und John Jahr

Inhalt und Spielberichte

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Erste Reaktionen:

« Meiner Meinung nach ist Folkert das Kunststück gelungen eine liebevolle Hommage zu verfassen, ohne dabei den kritischen Blick zu verlieren. Das Buch ist ein Gewinn für die Hamburger Fußballhistorie und auch viele unserer Freunde aus Kiel, Fürth, Schalke und London werden angenehm überrascht sein. »
• Jan, All to nah-Altona93-FanZine # 23

Und • Christoph Heshmatpour hat es so vorgestellt: https://twitter.com/CHeshmatpour

Auf der • AFC-Vereinsseite wird das Buch als „Must have“ angepriesen: www.altona93.de.

Bedankt!

***

Das Buch RED STAR von Christoph Heshmatpour ist -leider- ausverkauft! (Juni 2014)

Economia Col-lectiva

Die letzte Revolution in Europa 1936/39
Kollektive Ökonomie

Die DVD wird es ab 19. Juli 2015 auch mit deutschen Untertitel geben;
bis dahin besteht leider ein öffentliches Aufführungsverbot.
Wir arbeiten bereits an der Übersetzung.

Die Dokumentation über die ‚Letzte Revolution in Europa‚ und ihre kollektivierten Betriebe –
ECONOMIA COL~LECTIVA – L‘ última Revolució d’Europa 1936/39′
gewann gerade den Best Documentary Film Editing”-Preis
beim Amsterdam Film Festival (New York).

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Das Buch als Waffe

Eine originelle Art der Buchvorstellung findet ihr hier:

Die erste Rezension von Philippe Kellermann findet sich auf dem Blog Kritische Geschichte: http://kritischegeschichte.wordpress.com/2013/10/20/erinnerungen-eines-anarchistischen-auswanderers-rezension/#more-2497

Kniestedt | Erinnerungen

Friedrich Kniestedt:

Fuchsfeuerwild

Erinnerungen eines anarchistischen Auswanderers nach Rio Grande do Sul

Unser erstes Buch der Reihe «Biografien und Erinnerungen» ist ab sofort lieferbar! (6.9.2013)

Kniestedt ERINNERUNGEN Umschlag_Seite_1

Kniestedt Anzeige

Umfang: 232 Seiten (Format 165 x 235 mm) – empfohlener Verkaufspreis: 18 €uro (keine Buchpreisbindung!)

Weitere Informationen, Leseprobe und Lebenlauf finden sich hier und werden regelmässig ergänzt:

Register

Leseprobe

Lebenslauf

Klappentext (Rückseite):

Dies ist ein Deutsch-brasilianisches Geschichtsbuch – die Erinnerungen eines anarchistischen Agitators und Organisators in Rio Grande do Sul, der über seinen Kampf gegen die versumpfende Sozialdemokratie im deutschen Kaiserreich berichtet, seine Erfahrungen als deutscher Emigrant in Südbrasilien Revue passieren läßt, über seine gewerkschaftlichen Aktivitäten als Anarchosyndikalist erzählt und seinen Kampf gegen die Nazis in Brasilien und gegen das Tausendjährige Reich Hitlers dokumentiert.

DfA 1922 - Seite 1Der freie Arbeiter (Porto Alegere) – März 1922 – Titelseite

FAUD-Agitationsbroschüre von 1931

Mit uns voran!

FAUD - 1931

Heute am 1. August 2013 erscheint als 2. Agitationsheft die FAUD-Broschüre Mit uns voran! aus dem Jahre 1931 mit einem ausführlichen Nachwort
des Genossen Helge Döhring zu den Aktivitäten rund um die FAUD-Werbewochen 1931, für die die Broschüre produziert wurde.

Mit uns voran!

• Unser Weg

• Prinzipienerklärung des Anarcho-Syndikalismus

• Organisationsstatut der FAUD (A.-S.)

• Nachwort Helge Döhring mit Grafiken aus der Werbekampagne der FAUD

*

Im Originalformat A6, 64 Seiten, Umschlag vierfarbig.

Die Auflage beträgt 500 Expl., der Verkaufspreis ist 1 €/Einzelheft zuzügl. Porto (1,- €).

Für Mehrfachbeziher/innen bieten wir natürlich bessere Konditionen an:

10 Stück …. 10 €uro inkl. Porto
50 Stück …. 30 €uro inkl. Porto

Sonderkonditionen gibt es natürlich auch bei der Abnahme der FAUD- und der SAJD-Broschüre;
auch das Souchy|Gerlach-Buch kann bei einer Sammelbestellung preiswert angeboten werden. Einfach mal nachfragen.

Lieferung erfolgt gegen Vorkasse oder Rechnung (14 Tage Zahlungsziel).

verlag | barrikade, 25. Juli 2013

SAJD-Agitationsbroschüre von 1932 – ‚Mit uns voran zum Freiheitskampf!‘

SAJD-Freiheitskampf  - TitelDer Reprint der SAJD-Broschüre von 1932 ist jetzt als Agitationsausgabe erhältlich.

Preis pro Exemplare: 1,- € zuzüglich 1,- € Versankosten (leider)

5 Expl. für 5,- € inkl. Porto (bei Bestellung mit Büchern oder der barrikade natürlich versandkostenfrei!)

SAJD Flugblatt Rhein Main An die arbeitende Jugend

barrikade # 8 – Juni 2013 erschienen

Die neue, achte Ausgabe der barrikade ist druckfrisch auf dem Tisch (6. Juni 2013)!

barrikade-8-cover60 Seiten A 4  —  VK-Preis: 4,– €

Inhaltsverzeichnis barrikade # 8 – Juni 2013
4 Wer war KARL ROCHE? Zu seinem 150. Geburtstag
10 »Die Arbeitsmänner. Wer schafft das Gold zutage« – JOHANN MOST
12 Im Sturm – Jahre des Exils. RUDOLF ROCKER in London 1894-1914.
22 IACOV KAPLAN – JACOB CAPLAN
24 Ein Besuch in London (Juli 1910) – BEN L. REITMAN
26 Offener Brief an die C.N.T. – ALEXANDER SCHAPIRO (1937)
28 Die UdSSR und die CNT: eine gewissenlose Haltung – ALEXANDER SCHAPIRO
30 Border crossings: Nachdenken über die Inter-Brigadisten – HELEN GRAHAM
36 Mit der Centuria ‚Erich Mühsam‘ – ROBERT MICHAELIS
43 LUCÍA SÁNCHEZ SAORNIL – HELEN GRAHAM
45 Übersetz te Gedichte von LUCÍA SÁNCHEZ SAORNIL
46 Zur Geschichte des Anarcho-Syndikalismus in Deutschland – HANS JÜRGEN DEGEN
52 Die Ermordung von ERNST VIERING und PAUL ZINKE im KZ Neuengamme in Hamburg 1945
53 Rezensionen: Feindliche Brüder (II) – Massenstreik Berlin 1919

UMSCHLAG 8Cover/Umschlag der achten Ausgabe

Plakat
Das Titelbild ist auch als A2-Plakat erhältlich.
Nicht sonderlich scharf, aber schön für die Küche oder das Klosett – oder als Hingucker für Veranstaltungshinweise.
Kann gerne bestellt werden – Preis pro Stück 2,- €, dann jedoch gefaltet auf DinA4 im Umschlag.
Höhere Abnahmemengen bitte mit uns absprechen, Abgabe gegen Druckkosten plus Versandkosten.
Vielleicht überarbeiten wir die Druckdatei nochmal durch einen Fachmenschen und lassen bei Nachfrage weitere Exemplare drucken.

*

Wir beginnen hier eine neue Rubrik – Errata

In jeder Druckschrift gibt es Tipp- und Flüchtigkeitsfehler; wer sie findet, darf sie behalten. Unsere Druckerzeugnisse gehen als „Manuskript“ in die weite Welt hinaus – und wer Grammatik studiert haben sollte, möge seinen roten Bleistift den Buchhaltern überlassen, es interessiert neben Pedanten und Oberlehrerinnen kaum jemanden (wirklich). Es behindert nicht die Wahrheitsfindung, auf die Inhalte kommt es an!

Inhaltliche Fehler wollen wir aber ausbesser: Errata (Plural von lat. Erratum, Fehler) bezeichnet das Verzeichnis von Druck- und anderen Fehlern
einer Drucksache und deren Korrektur.

Also geht’s hier gleich mal los:

Errata # 8

Erratum S. 42

Lucía_Sánchez_Saornil_&_Emma_GoldmanBildunterschrift:

Lucía Sánchez Saornil (links) mit Emma Goldman in der Mitte und einer anderen Frau (vielleicht die Übersetzerin?) unbekannten Namens.
Der von uns fälschlicherweise als Alexander Berkman vermutete Anzugträger ist bereits am 28. Juni 1936 gestorben.
Im schwarzen Anzug also Lucía Sánchez Saornil.

*

barri juni 2013 gross

Souchy │ Gerlach: Die soziale Revolution in Spanien

Soeben erschienen (30. November 2012)

tb-souchySouchy Gerlach

Die soziale Revolution in Spanien

Kollektivierung der Industrie und Landwirtschaft in Spanien 1936 -1939

Dokumente und Selbstdarstellungen der Arbeiter und Bauern

Mit einer Besprechung von Karl Korsch

184 Seiten großes Format 163 x 235 mm und diversen Plakaten und Bildern – 10 Euro (inkl. Versand)

»Gegenüber der »idealistischen« wie der »realistischen« Oberflächlichkeit der bürgerlichen Historiker ist der proletarische Leser immer noch auf den aufklärenden Bericht über die ersten sieben Monate sogenannter Kollektivierung im revolutionären Spanien angewiesen, der von den spanischen Arbeitern selbst veröffentlicht wurde, um die Verschwörung des Schweigens und der Entstellung  zu durchbrechen, die den wirklich revolutionären Aspekt der jüngsten spanischen Ereignisse fast völlig ausgelöscht hat.

Zum ersten Male, seit den Sozialisierungsversuchen in Sowjet-Rußland, Ungarn und Deutschland nach dem ersten Weltkrieg zeigt der hier beschriebene revolutionäre Kampf der spanischen Arbeiter einen neuen Typus des Überganges von der kapitalistischen zur gemeinwirtschaftlichen Produktionsweise, der, wenn auch unabgeschlossen, in einer beeindruckenden Vielfalt der Formen durchgeführt wurde. Es schmälert die Bedeutung dieser revolutionären Erfahrung nicht, daß alle diese Fortschritte der Arbeiterschaft auf dem Wege zu einer freien Gemeinwirtschaft in der Zwischenzeit entweder von außen durch den Vormarsch der Konterrevolution oder von innen durch die scheinbaren Verbündeten in der antifaschistischen Front zunichte gemacht wurden. Durch offene Unterdrückung oder – häufiger – unter dem Vorwand der »höheren Notwendigkeit« disziplinierter Kriegsführung wurden die Arbeiter gezwungen, auf die Früchte ihres Kampfes zu verzichten. Zu einem großen Teil wurden die revolutionären Errungenschaften der ersten Stunde von ihren Initiatoren in dem vergeblichen Bemühen, damit das Hauptziel, den gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus zu fördern, freiwillig geopfert.

Trotzdem sind die Bemühungen der spanischen Arbeiter an der sozialen und wirtschaftlichen Front nicht völlig vergeblich gewesen.«

 Karl Korsch

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[30.11.12]

Karl Roche zum 150. Geburtstag

Am 31. Oktober wurde vor 150 Jahren (1862) in Königsberg der Genosse Karl Roche geboren

Aus Anlaß seines Geburtstages veröffentlichen wir heute eine vollständig überarbeitete Biografie von ‚Isegrim‚, ‚K.R.‚, ‚kr‚ alias Karl Roche.

Vorbemerkung

Wir legen mit diesem Text eine erweiterte und überarbeitete Fassung unserer bisherigen Forschungen zur Biographie Karl Roches vor. Er hat immer noch den Charakter einer vorläufigen Skizze. Obwohl bei weitem nicht vollständig, konnten wir doch wieder Lücken schließen und wohl jetzt definitiv Fehlinformationen korrigieren, die sich vor allem in der älteren Literatur finden und meist die Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 betreffen.1

Als ‚Barfuß-Historiker‘, ohne akademische Institutionen (und deren finanzielle Mittel) in der Hinterhand, sind wir selbstverständlich immer etwas eingeschränkt in unseren Forschungen, da wir beispielsweise alle Recherchen aus der eigenen Tasche finanzieren müssen (von dem Zeitaufwand ganz zu schweigen). Deshalb sind wir den uns nahestehenden Personen und Einrichtungen, die in der Regel wie wir ihre Forschungen für ‚Genossen Lohn‘ betreiben, für ihre Unterstützung, ihr großzügig geteiltes Wissen – und ihren nicht minder großzügig geteilten Materialfundus – besonders verbunden. Nennen möchten wir vor allem Frank Potts (Berlin und Amsterdam), der mit seinen Archivrecherchen manches Loch zu schließen half; weiter das Institut für Syndikalismus-Forschung, und dort besonders Helge Döhring, der mit Material, Rat und Tat und konstruktiver Kritik nicht geizte. Schließlich geht unser Dank an die Kolleginnen und Kollegen in den Stadt- und Staatsarchiven und Universitäts-Bibliotheken in Bochum, Hamburg, Bremen, der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Hamburg, der Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg und, last but not least, dem InternationaalInstituutvoorSocialeGeschiedenis (IISG) in Amsterdam.

Folkert Mohrhof – Jonnie Schlichting

Archiv Karl RocheRegionales Archiv zur Dokumentation des antiautoritären Sozialismus (RADAS) – Hamburg am 31. Oktober 2012

* * *

Wer war  K a r l   R o c h e  ?

Eine politisch-biographische Skizze zu seinem 150. Geburtstag
31. Oktober 1862 – 1. Januar 1931

Johann Friedrich Carl2 Roche: Geboren am 31. 10. 1862 in Königsberg/Ostpreußen – gestorben am 1. 1. 1931 in Hamburg. Er war verheiratet mit Emma Auguste, geb. Lange, geboren am 22. 8. 1864 in Thorn/Ostpreußen. Sie hatten miteinander wenigstens 2 Kinder3.
Seine Eltern sind Christian Roche und Dorotea, geb. Böhm4.

Nach Absolvierung der Volksschule5 schlägt sich Roche mehrere Jahre als Wanderarbeiter (wohl hauptsächlich in der Landwirtschaft6) durch. In diesem Zusammenhang wird er mehrfach »wegen Landstreichens und Bettelns« zu Gefängnis und Zwangsarbeit in kommunalen Arbeitshäusern (»Überweisung«) verurteilt.7

Im Jahre 1887 oder 1888 – noch während des »Sozialisten-Gesetzes« – tritt Roche der illegalen sozialdemokratischen Partei bei8. Roche muß keinen Militärdienst leisten, da er sein linkes Auge verloren hat9. 1891 wird er in der von der »Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands« geführten Gewerkschaftsbewegung aktiv10, zuerst im »Verband der Fabrik-, Land- und gewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands«11, für den er als Agitator hauptsächlich im Hamburger Umland tätig ist. In dieser Zeit wird Roche zweimal zu mehrmonatigen Haftstrafen wegen »Beleidigung« bzw. »Majestätsbeleidigung« verurteilt12. Im Jahre 1897 erfolgt der Übertritt zum »Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands«13, auch hier ist er bis Anfang 1902 vor allem im Bereich Groß-Hamburg und in Schleswig-Holstein als Agitator sowie literarisch (Artikel im Verbandsorgan Der Arbeiter) aktiv14 – was ihm wegen »öffentlicher Beleidigung« eine vierzehntägige Haftstrafe einbringt15.

Im April 1902 geht Roche nach Elberfeld-Barmen (Wuppertal)16, wo er 1905 vom »Verband« als Gauleiter für Rheinland-Westfalen angestellt wird17. Anfang 1906 übersiedelt er nach Bochum/Westfalen, wo er als »Lokalangestellter« (Zweigstellenleiter) tätig ist18, bis er ab dem 2. Mai 1907 wieder nach Hamburg kommt, um als »Bürohilfsarbeiter« beim Hauptvorstand des »Verbandes« zu arbeiten.19 Anläßlich seines Umzugs nach Hamburg 1907 stellt die Polizeiverwaltung der Stadt Bochum Roche das Qualitätszeugnis aus, er sei »in der sozialdemokratischen Partei wie in der freigewerkschaftlichen Arbeiter-Bewegung in schärfster und gehässigster Weise tätig« gewesen20, was sich u. a. in zwei Geldstrafen »wegen öffentlicher Beleidigung eines Polizeibeamten« niederschlug.

Für den Hauptvorstand verfaßt Roche drei größere Untersuchungen, ohne daß seine Autorenschaft gewürdigt, geschweige denn genannt wird21. Die ausgesprochen schlechte Behandlung der angestellten ’niederen Chargen‘ durch die Vorstandsmitglieder und der ungehobelte Umgangston mit ihnen erinnert an ostpreußische Gutsbesitzer, nicht an Kollegen und Genossen, die die Befreiung der arbeitenden Klassen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Roche kommen erste Zweifel: »Als ich drei Monate im Büro war, wusste ich, diese Menschen predigten öffentlich das lautere Wasser der Nächstenliebe, Selbstlosigkeit und Solidarität und berauschten sich heimlich am toll machenden Wein niedrigster Herrschsucht22 Eine weitere Merkwürdigkeit sind die Geschäfte des Genossen Albert Töpfer23, der als stellvertretender Verbands-Vorsitzender und Redakteur des Bauhilfsarbeiters ein Jahresgehalt von 2.600 Mark erhält (und insgesamt ein Jahreseinkommen von 5.000 Mark versteuert), Besitzer von mehreren Mietshäusern mit insgesamt 60 Wohnungen ist, die mit 270.000 Mark Hypotheken belastet sind 24. (Einer von Töpfers Mietern ist übrigens Karl Roche samt Familie.)

Am 19. 4. 1909 wird Roche wegen seiner verbandsöffentlich geäußerten Kritik am Hauptvorstand (darunter Unterschlagungen von Mitgliedsbeiträgen durch den Hauptkassierer) schließlich fristlos gefeuert25; der Hauptvorstandskollege und Redakteur des Verbandsorgans Albert Töpfer kündigt ihm zum 1. Mai 1909 die Wohnung26. Roche zieht mit seiner Familie in das Hamburger Umland, ins ländliche Osdorf27 im Kreis Pinneberg in der preußischen Provinz Schleswig-Holstein.

Da die Hamburger SPD Roche die Gelegenheit verweigert, im Parteiorgan Hamburger Echo zum Rausschmiß Stellung nehmen zu können, verläßt er nach 22 Jahren die Partei28 und tritt zur lokalistischen »Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften«29 über. Im Verlag der FVdG erscheint noch im selben Jahr der Bericht über seine ‚Abenteuer‘ beim Hauptvorstand des »Zentralverband der Bauhülfsarbeiter Deutschlands« unter dem Titel »Aus dem roten Sumpf «30.

Titelseite der Roche-Broschüre
„Aus dem roten Sumpf“ von 1909

Ende August 1909 veröffentlicht schließlich der Vorstand des Bauhilfsarbeiter-Verbandes eine Erklärung, daß »sich R. als individueller Anarchist entpuppt« habe und seine Maßregelung von der Mehrzahl der Mitglieder gebilligt werde, weil er »wenig vorteilhafte Seiten« habe und »wiederholt bewiesen [hat], daß er völlig unwürdig war, eine Stelle zu bekleiden, nach der er sich jahrelang gedrängt hat«. Das zeige sich auch daran, wie »skrupellos R. bei dem Zusammenschmieren seiner Schmähschrift zu Werke gegangen ist33

Roche erwidert in der Einigkeit (die sozialdemokratische und Gewerkschafts-Presse ist ihm verschlossenen): »Jetzt habe ich Euch in die weite Arena der Öffentlichkeit gezerrt und jetzt müßt Ihr tanzen. Also noch einmal: Heraus mit dem Flederwisch! Euch bleibt nur zweierlei übrig: Entweder Ihr bringt mich vor den Strafrichter wegen Beleidigung usw. oder Ihr stellt den Mitgliedern Eure Mandate zur Verfügung. Ein Drum und Rum gibt es nun nicht mehr. Und darum noch einmal: Heraus mit Eurem Flederwisch! Meine Patronen sind noch nicht alle!«34

Nun – es gibt keine Rücktritte, sondern einen Prozeß. Die Verbandsvorständler Gustav Behrendt, Sjurt Wrede und Albert Töpfer verklagen Roche als Verfasser des »Sumpf« und seinen Verleger Fritz Kater. Da einige Zeugen Roches abgesprungen sind, werden am 7. Mai 1910 Roche zu 200 Mark oder 20 Tagen Gefängnis und Kater zu 50 Mark oder 5 Tagen Gefängnis vom Hamburger Schöffengericht verurteilt; die Berufungsverhandlung vom 10. September 1910 bestätigt das Urteil35. Allerdings muß sich der Arbeiterführer und »Hausagrarier« Albert Töpfer von dem Gericht ins Stammbuch schreiben lassen: »Wohl ist aber dem Angeklagten [Karl Roche] darin zu folgen, daß ein solches ohne Mittel erworbenes Hausbesitzertum sich mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie nicht verträgt. Es ist ein Mangel an Überzeugungstreue, wenn ein Mann, der sich zur Bekämpfung des Kapitalismus anstellen und bezahlen läßt und dabei selbst sich durch die Inanspruchnahme dieses Kapitalismus zu bereichern sucht36

Ein Kuriosum noch am Rande: Die sozialdemokratische Schleswig-Holsteinische Volks-Zeitung behauptete, daß Roche vom »Reichsverband gegen die Sozialdemokratie«37 für den »Sumpf« bezahlt worden wäre – was der Zeitung eine erfolgreiche Klage des »Reichsverbandes« wegen Beleidigung einbrachte. Der sozialdemokratische Lübecker Volksbote brachte es fertig, daraus zu machen: »Sogar der Reichsverband schüttelt ihn ab, nämlich den ehemaligen Hilfsarbeiter im Zentralverband der Bauarbeiter, Karl Roche38

Roche, der sich als Hausierer39 und Fischhändler40 durchschlagen muß, wird neben Paul Schreyer und ErnstSchneider zu einem der wichtigsten Protagonisten des Syndikalismus in Hamburg. Außerdem ist er im Verein föderierter Anarchisten Hamburg, die zur Anarchistischen Föderation für Hamburg und Umgebung gehört, tätig. Seit 1912 arbeitet er an der von der Anarchistischen Föderation Hamburg-Altona herausgegebenen Monatszeitung Kampf41.

Norddeutsches Zentrum der Lokalisten war vor 1914 Hamburg. Ihre Basis war vor allem im Bereich der Transport-, Hafen und Werftarbeiter, außerdem die Berufe des Bauhandwerks und Dienstleistungssektors, die sich zur »Freien Vereinigung aller Berufe« (seit 1913 »Syndikalistische Vereinigung aller Berufe«) zusammengeschlossen hatten. Sie bildeten mit einigen Fachverbänden und der »Föderation der Metallarbeiter« ein Gewerkschaftskartell. Dem Kartell, das eine Vorläuferorganisation der »Arbeiterbörsen« der FAUD war42, schloß sich der 1913 entstandene »Syndikalistische Industrie-Verband« an, der von Hafenarbeitern und Seeleuten gegründet worden war.43 Hier wurde erstmals das Konzept der »Einheitsorganisation« zur Diskussion gestellt44, (das dann in größerem Maßstab ab 1919 die Arbeiter-Unionen umsetzten) und in Hamburg durch die von KarlRoche geleitete Syndikalistische Vereinigung aller Berufe schon entgegen den Statuten der FVdG praktiziert wurde45. »Die im Vergleich zur gebräuchlichen Praxis der FVdG in Bremen und Hamburg betriebene Aufgabe des Berufsverbandsprinzips zugunsten eines vereinheitlichten Aufbauschemas diktierte dabei mindestens ebenso der Zwang zu Konzentration wie der Wille zur Beseitigung einer verankerten Berufsideologie.«46. Das waren also ganz pragmatische Gründe – nämlich die Wahrung der Handlungsfähigkeit als minoritäre Gewerkschaft, die es sich nicht leisten konnte, berufsständische Ressentiments über die Gebühr zu berücksichtigen. Der 1. Weltkrieg unterbrach diese Diskussion, wie so manches andere.

Er wird Vorsitzender der »Syndikalistischen Vereinigung aller Berufe« und Kartelldelegierter und Schriftführer des im Juni 1913 gegründeten »Syndikalistischen Industrieverbandes«. Neben einer umfangreichen Tätigkeit als Referent veröffentlicht Roche in den beiden Organen der Lokalisten, Die Einigkeit und Der Pionier. Außerdem ist er Verfasser der unter dem Pseudonym Diogenes erschienenen Schrift »Die Ohnmacht der Sozialdemokratie im Deutschen Reichstag«47.

Vorne rechts am Tischende: Carl Windhoff; ihm gegenüber Karl Roche; an der Wand stehend, zweiter von rechts: Fritz Kater

Zusammen mit Fritz Kater und Karl Windhoff wählt die FVdG Roche zum Delegierten für den ersten internationalen Syndikalistenkongreß, der vom 27. September bis zum 2. Oktober 1913 in London tagt48. Die Reise der drei Delegierten wird von der preußischen Polizei fürsorglich observiert49.

Auf dem 11. Kongreß der FVdG im Mai 1914 ist Roche einer der Delegierten für Hamburg und Referent zum Thema »Genossenschaften und Syndikalismus«50.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges 1914 werden die Zeitungen der FVdG, der Pionier und die Einigkeit, wegen ihrer konsequenten antimilitaristischen und den Krieg ablehnenden Haltung verboten51, und die Arbeit der FVdG muß sich auf ein Minimum beschränken. Als Ersatz gibt die Geschäftskommission ab dem 15. August 1914 ein wöchentlich erscheinendes organisationsinternes Mitteilungsblatt heraus. Nach dessen Verbot am 5. Juni 191552 erscheint ein Rundschreiben, das schließlich am 28. 4. 1917 verboten wird53.

Laut den Überwachungsakten der Preußischen Polizei hat sich Roche nach Ausbruch des Krieges nicht mehr politisch betätigt. Der Königliche Landrat des Kreises Pinneberg meldet am 19. 4. 1915 nach Berlin, »daß die fortgesetzten Beobachtungen des Roche nichts belastendes ergeben haben. Roche verhält sich ruhig, ist nicht auf Reisen gewesen und scheint seine schriftstellerische Tätigkeit für die anarchistische Partei eingestellt zu haben.« Und im Bericht vom 6. 11. 1915 heißt es, »dass nach den bisherigen Beobachtungen Roche kein ernsthafter Anhänger des Anarchismus zu sein scheint. Der Gemeindevorsteher [von Osdorf] hegt zwar die Vermutung, dass Roche nach Beendigung des Krieges seine schriftliche Tätigkeit für anarchistische Blätter, wie er sie vor dem Kriege ausgeübt hat, wieder aufnehmen wird.

Im übrigen lebt Roche ruhig, nüchtern und zurückgezogen; er betrieb früher einen Hausiererhandel, hat diesen aber seit einigen Jahren eingestellt, und arbeitet, angeblich krankheitshalber, nur sehr selten. Seine Ehefrau geht auf Arbeit; von ihrem Arbeitsverdienste sowie von Unterstützungen der Kinder und seitens der Gemeinde lebt er. Er ist faul und will nicht arbeiten, und auch unzuverlässig54

Am 21. 9. 1916 meldet die Hamburger Polizei ihren Preußischen Kollegen, daß Roche am 11. 9. 1916 nach Hamburg, Lindenallee 25. IV, gezogen ist. » Roche ist wieder unter Beobachtung gestellt worden55 Die Pinneberger Überwacher wissen da allerdings noch nicht, daß Roche umgezogen ist: in ihrem Bericht vom 28. 9. 1916 heißt es, daß Roche »sich durchaus ruhig und unauffällig verhält, er unterhält überhaupt keinen Verkehr und lebt vollständig zurückgezogen56 Kein Wunder, wenn der Überwachte 17 Tage zuvor ausgezogen ist.

Die insgesamt besser informierte Politische Polizei in Hamburg berichtet am 20. 7. 1917 nach Berlin, Roche (er wohnt mittlerweile Amandastr. 61, Haus 2) »ist seit Ende v. J. im hiesigen Friedhofsbureau als Hilfsschreiber beschäftigt. Roche ist öffentlich nicht hervorgetreten; er hat jedoch in den ersten Monaten nach seinem Zuzuge mit mehreren hiesigen Anarchisten verkehrt, insbesondere war er eng befreundet mit dem Tischler Albert Fricke57. Auch hat Roche wiederholt gesprächsweise in Kreisen seiner Bekannten zu erkennen gegeben, daß er noch anarchistische Gesinnungen hegt. Er ist nach wie vor ein Anhänger der anarchistischen Bewegung, hält sich aber seit einigen Monaten – anscheinend infolge seiner jetzigen Stellung – von den übrigen Anarchisten fern. Roche wird weiter beobachtet58.

Im letzten Kriegsjahr, seit dem 20. Juni 1918, wird Roche, der aufgrund seines Alters (und seines fehlenden Auges) nicht zum Militär muß, auf der Vulcan-Werft als Nietenschreiber zwangsverpflichtet59 – eine strategisch günstige Stelle in der Revolutionszeit 1918/19 …

Erstaunlicherweise berichtet die Hamburger Polizei noch am 19. Juni 1918 an das Königlich Preußische Polizei-Präsidium zu Berlin: »Der Händler Carl Roche ist seit langer Zeit krank und ohne Arbeit …«60 – übrigens der letzte Eintrag in der Berliner Akte.

Mit dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreiches treten auch die Syndikalisten wieder an die Öffentlichkeit und erhalten einen unerwartet großen Zustrom an neuen Mitgliedern. Die Einigkeit wird in Der Syndikalist umbenannt61. Die erste Ausgabe erscheint am 18. Dezember 1918.

Roche ist einer der führenden Propagandisten der wiedererstandenen FVdG. Schon im Januar 1919 unternimmt er zusammen mit Fritz Kater eine erste Agitationsreise durch Norddeutschland62. Roche ist jetzt Geschäftsführer der »Syndikalistischen Föderation Hamburg«63. Neben einer umfangreichen Vortragstätigkeit vor allem im norddeutschen Raum64 und Artikeln im Syndikalist veröffentlicht Roche vier der wichtigsten programmatischen Texte der FVdG im ersten Revolutionsjahr:

• Was wollen die Syndikalisten? Programm, Ziel und Wege der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften, Berlin 1919 (Verlag »Der Syndikalist«)
• Einheitslohn und Arbeitersolidarität [Vortrag, gehalten am 20. April 1919], Berlin 1919 (Verlag »Der Syndikalist«)
• Zwei Sozialisierungsfragen. 1. Wer soll sozialisieren? [Vortrag, gehalten am 1. Mai 1919 in Hamburg] 2. Ist die zusammengebrochene Wirtschaft für die Sozialisierung reif? [Vortrag, gehalten im Mai 1919], Hamburg 1919 (Verlag der Syndikalistischen Föderation Hamburg)
• Organisierte direkte Aktion, Berlin 1919 (Verlag »Der Syndikalist« Fritz Kater).65

Seit dem Sommer des Jahres publiziert er auch in der Tageszeitung der Hamburger KPD, der Kommunistischen Arbeiter-Zeitung, zu gewerkschaftlichen Themen.

Am 29. November 1919 wird Roche von der Hamburger »Vulcan-Werft AG« gefeuert. In dem Kündigungsschreiben werden ausdrücklich seine führende Rolle in der Syndikalistischen Föderation Hamburg und die Propagierung der »passiven Resistenz« als Kündigungsgrund genannt: »Seine Führung und Leistung haben uns voll befriedigt, bis R. nach der politischen Umwälzung nach und nach Führer einer Richtung wurde, die durch Wort und Schrift in Betriebsversammlungen der Werft zur passiven Resistenz aufforderte. Diese Einwirkung war derart, daß wir uns von R. trennen mußten66 Ein Spitzelbericht der Politischen Polizei hatte schon im Oktober des Jahres notiert: »Der Haupthetzer auf der Vulcanwerft ist der Syndikalist Roche. Sein Einfluss auf die Arbeiterschaft ist ungeheuer und mit Recht wird behauptet, daß er die Seele des verderblichen Widerstandes gegen Vernunft und Ordnung eines großen Teils der Arbeiterschaft ist67

Im Dezember 1919, noch vor Gründung der »Freien Arbeiter-Union Deutschlands (Syndikalisten)«, verlassen Roche und ErnstSchneider die FVdG und wechseln zur »Arbeiter-Union«68; sie sind auch in der oppositionellen Hamburger KPD69 aktiv. Mit ihnen geht offenbar die große Mehrheit der Syndikalisten Hamburgs. Anlaß für diesen Schritt mögen einerseits die von Rudolf Rocker in der »Prinzipienerklärung des Syndikalismus« begründete Ablehnung der Diktatur des Proletariats und des bewaffneten Aufstandes, andererseits die – in der FAUD nicht unumstrittene – Umstellung von den traditionellen Fachverbänden auf das Industrieverbandsprinzip sein, während Roche das Konzept der betrieblichen Einheitsorganisation (»Betriebsorgani­sation«) favorisiert.

Seit Anfang 1920 ist Roche einer der führenden Köpfe der unionistischen Bewegung in Hamburg, neben Fritz Wolffheim und Heinrich Laufenberg, die zu diesem Zeitpunkt die unbestrittenen Sprecher der gesamten linken Opposition in der KPD gegen die Berliner Zentrale um Paul Levi sind (bevor die beiden sich bis August 1920 mit ihrem sogenannten ‚Nationalbolschewismus‘ innerhalb der Linken mehr und mehr isolieren).

Roches erste größere Publikation für die AAU ist Anfang 1920 die Schrift Demokratie oder Proletarische Diktatur! Ein Weckruf der Allgemeinen Arbeiter-Union, Ortsgruppe Hamburg, [Hamburg] 1920. Er publiziert regelmäßig in der Tageszeitung der Hamburger KPD (seit April 1920 der KAPD), der Kommunistischen Arbeiter-Zeitung, und ist als Referent bei Veranstaltungen für Partei und Union vor allem im norddeutschen Raum aktiv. Seit März ist er Redakteur der KAZ-Rubrik »Arbeiter-Union«.

Roche tritt auf der 1. Reichskonferenz der AAU im Februar 1920 erfolgreich den Versuchen der Bremer KPD-Opposition (Karl Becker) entgegen, die Union zu einer wirtschaftlichen Hilfs­organisation der Partei zu machen70. Das erste, sehr föderalistische Programm der AAU, angenommen auf der 2. Reichskonferenz im Mai 1920, trägt wesentlich Roches Handschrift. Da die Bremer Opposition um Becker und Paul Frölich sich nicht an der Gründung der »Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands« beteiligt71 und zur KPD-Zentrale zurückkehrt, verlagert sich das Zentrum der Unionisten nach Hamburg72.

Roches Kontakte zur FAUD scheinen trotzdem weiter bestanden zu haben, er versucht in den nächsten Jahren mehrfach, wenn auch vergeblich, zumindest für Hamburg eine Kartellierung oder sogar organisatorische Vereinigung von Unionisten, Syndikalisten und Anarchisten herbeizuführen.

Als Vorsitzender der Pressekommission ist Roche Herausgeber der seit 1920 in Hamburg erscheinenden AAU-Zeitung des »Wirtschaftsbezirkes Wasserkante«, Der Unionist, und einer der Redakteure.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1920 nimmt in der AAU der Einfluß der KAPD zu. Die Richtung, die den Dualismus von Partei und Union zugunsten der Union überwinden will und die ökonomisch-politische Einheitsorganisation vertritt, gerät in die Defensive. Ihre Schwerpunkte liegen in Hamburg und Ostsachsen73. Auf der 3. Reichskonferenz der AAU im Dezember 1920 in Berlin (an der Roche teilnimmt) zeichnet sich ab, daß es keine Mehrheit für das Konzept der Einheitsorganisation gibt74. Noch im selben Monat schließen die ostsächsischen Unionisten die KAPD-Mitglieder aus, Hamburg folgt Ende Mai 192175.

Roche faßt die Position der Opposition noch einmal in der Schrift Die Allgemeine Arbeiter-Union, (Hamburg [1921]; Herausgegeben von der Pressekommission der A.A.U. Groß-Hamburg) zusammen, die wahrscheinlich Anfang 1921 erscheint.

Nach dem Mitteldeutschen Aufstand im März 1921 (der sogenannten »Märzaktion«)76 wird Roche als Vorsitzender der Pressekommission des Unionist im April 1921 zu einem Jahr Festungshaft verurteilt, der Drucker des Unionist zu 15 Monaten77. Roche kommt allerdings spätestens im November des Jahres wieder frei78.

Aber kann er deshalb nicht an der 4. Reichskonferenz der AAU (wiederum in Berlin) teilnehmen, auf der das von der KAPD favorisierte dualistische Modell Union (als ‚Massenorganisation‘) und Partei (als theoretisch führender Kader) die Mehrheit gewinnt. Außerdem wird der föderalistische Aufbau der Union zugunsten eines zentralistischen Modells aufgegeben79. Die Opposition innerhalb der AAU gründet darauf im Oktober 1921 die »Allgemeine Arbeiter-Union Deutschlands (Einheitsorganisation)«80.

Das Jahr 1923 stürzt die Weimarer Republik in einen existenzielle Krise. Die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen und der von der Reichsregierung unter dem Kanzler Wilhelm Cuno propagierte passive Widerstand dagegen, der mittels der Notenpresse finanziert werden soll und aus der schon galoppierenden Inflation eine Hyperinflation macht, ruiniert die Reichsfinanzen endgültig. Nach dem Sturz Cunos im Sommer übernimmt ein Koalitionskabinett unter Gustav Stresemann (DVP), bestehend aus SPD, Zentrum, DDP und DVP, die Regierung.

Die Bildung von SPD-KPD-Koalitionsregierungen in Sachsen und Thüringen im Herbst geht parallel mit der Weigerung Bayerns, die antirepublikanischen Umtriebe von rechts zu unterbinden. Zwar hat die KPD unter dem Druck der KomIntern mit dem bewaffneten Aufstand geliebäugelt, aber keinen Rückhalt in den vielbeschworenen »Massen« gefunden. Die Reichsregierung (mit dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) abgesprochen) löst das Problem wie üblich – sie verhängt die Reichsexekution über Sachsen und Thüringen, um die gegen rechts unzuverlässigen Reichswehrverbände nicht gegen Bayern schicken zu müssen.

Die KPD-Führung um Brandler und Thalheimer nimmt – in realistischer Einschätzung der Kräfteverhältnisse – relativ kampflos die Entmachtung der sächsischen und thüringischen Koalitionsregierungen durch die Reichsexekutive hin. Wahrscheinlich durch einen Kommunikationsfehler erreicht diese Entscheidung die KPD in Hamburg nicht81. Der gescheiterte Hamburger Aufstand der KPD vom 22. – 24. Oktober 1923 führt am 23. November zum reichsweiten Verbot nicht nur der KPD, sondern auch aller linksradikalen Organisationen einschließlich der FAUD, das bis zum 1. März 1924 andauert.82

In dieser Zeit gelingt es der Reichsregierung mit der Einführung der Rentenmark83 (15. November), die bis in schwindelnde Höhen angestiegene Inflation in den Griff zu bekommen und der Weimarer Republik eine kurze ökonomische und politische Stabilitätsphase zu bescheren, die mit dem New Yorker Börsenkrach 1929 endet.

Die AAUE in Hamburg bricht während der Illegalität faktisch zusammen. Dies dürfte einer der Gründe sein, warum Roche zur Föderation Kommunistischer Anarchisten Deutschlands wechselt, um spätestens im Juli 1924 (wieder) in der FAUD aktiv zu werden84. Im FAUD-Verlag erscheint im selben Jahr seine Broschüre Der Proletarische Ideenmensch.85

Roche gehört zu den Initiatoren vom Block antiautoritärer Revolutionäre in Norddeutschland, der seit 1924 versucht, die radikale nichtbolschewistische Linke in Norddeutschland zumindest zu einer Aktionseinheit zusammenzufassen. In diesem Sinne ist auch die Konferenz des Bezirkes Nord-West der FAUD(S) vom 27. – 28. Dezember 1924 in Bremen gestaltet. Roche ist Referent der FAUD zum zentralen Thema: »Die Aufgaben der anti-autoritären Organisationen im Bezirk Nord-West«. An dieser Konferenz nehmen auch Vertreter der SAJD, AAUE, der IWW und der Hamburger Anarchisten teil86.

1925 erscheint von Roche die Broschüre Arbeiterjugend und natürliche Ordnung87. Er schreibt regelmäßig für das FAUD-Organ Der Syndikalist, außerdem für die seit 1927 erscheinende theoretische Zeitschrift Die Internationale und andere syndikalistische Publikationen.

In seiner letzten größeren Veröffentlichung, dem 1929 als Artikelserie in Der Syndikalist erschienenen »Handbuch des Syndikalismus«88 faßt er nochmal sein politisches Credo zusammen.

Seine letzten Lebensjahre ist Roche ein schwer kranker Mann. Er stirbt am 1. Januar 1931, wenige Monate nach seinem 68. Geburtstag. »Sein letzter Gruß, den er uns unmittelbar vor seinem Tode schrieb, enthielt ein Versprechen weiterer schriftstellerischer Mitarbeit, der seine letzte Sorge galt.« heißt es in dem Nachruf, der im Syndikalist89 erscheint. Und in der von Erich Mühsam herausgegebenen Zeitschrift Fanal schreibt Rudolf Rocker: »Seine rastlose Arbeit hat ihm nie Reichtum eingebracht; er ist als bitterarmer Proletarier gestorben, wie er immer gelebt hat90

 

Anmerkungen

1) Dies betrifft vor allem die – immer mal wieder reproduzierten – biographischen Angaben bei Hans Manfred Bock, demzufolge Roche »um die Jahrhundertwende als junger Seemann zur 'Freien Vereinigung' gekommen war« , und die auf einer Mitteilung von Augustin Souchys an Bock basieren (Bock 1969 und Bock 1993, S. 104; ebenso der Artikel Karl Roche auf der englischen Wikipedia). Souchy hat ganz offensichtlich Roche mit Ernst Schneider ('Icarus') verwechselt; zu Ernst Schneider siehe Schneider [1943]; Schneider [2003]; Mohrhof 2008, S. 30.
2) Die Schreibweise – Carl oder Karl – variiert, vor allem in den Akten der diversen mit der Überwachung 'subversiver Elemente' betrauten Dienststellen. Roche selbst schreibt seit den 1890er Jahren in seinen Publikationen seinen Vornamen mit 'K'.
3) Roche 1909, S. 31; LaB, Apr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 31; genaueres zu den Kindern konnten wir bisher nicht ermitteln.
4) LaB A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 3
5) Roche 1909, S. 12 – er verließ die Schule wahrscheinlich mit 14 Jahren, möglicherweise als Waise oder Halbwaise; so läßt sich zumindest eine Bemerkung in Roche 1919c, S. 7, deuten: »Der junge Arbeiter, der mit 14 Jahren sich selbst überlassen und auf den Arbeitsmarkt geworfen wird … «
6) darauf weisen die Verurteilungen zwischen 1881 und 1886 sowie Bemerkungen in Roche 1919c, S. 7 und Roche 1919d, S. 6 hin (siehe auch Roche 2009, S. 46 und S. 55 f.).
7) StAH PP 331-3 S 7762; LaB A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 3
8) Roche 1909, S. 7
9) LaB A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 3 – ob der Verlust seines Auges krankheitsbedingt oder aufgrund einer Verletzung geschah, war bisher nicht zu ermitteln.
10) Roche 1909, S. 7
11) Gegründet 1890, seit 1894: »Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands« – siehe hierzu Festschrift 1913 und Schuster 2000.
12) StAH PP 331-3 S 7762
13) Gegründet 1891 als »Verband der Bauhilfsarbeiter und verwandter Berufsgenossen« seit 1905: »Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands«; seit 1908: »Zentralverband der Bauhülfsarbeiter Deutschlands«; 1910 mit dem »Zentralverband der Maurer Deutschlands« zum »Deutschen Bauarbeiterverband« zusammengeschlossen – siehe Schuster 2000; s.a. Rütters – Zimmermann 2005, S. 44; 116 ff.
14) siehe z.B. die auf der Internet-Seite des Archiv Karl Roche aufgeführten Versammlungshinweise und Artikel aus dem Verbandsorgan Der Arbeiter.
15) StAH PP 331-3 S 7762
16) siehe StAH PP 331-3 S 7762: »Roche war bereits vom 1/10. 01 bis 1/2. 02 hier [Luruperweg 58] gemeldet und hat sich am 11/2. 02 auf Wanderschaft und am 4./4. 02 nach Barmen abgemeldet.«
17) Albert Töpfer, Mitglied des Hauptvorstandes und Redakteur des Arbeiter, schrieb Roche am 21. 3. 1905: »Auf dem Verbandstag (in Leipzig, K.R.) wird man um die Anstellung von zwei oder drei Gauleitern nicht umhin können. Ebenso bedarf es noch einer tüchtigen Kraft im Hauptvorstand und wenn man das Blatt achtseitig schafft, (wozu nicht geringe Luft vorhanden ist), auch einen tüchtigen Redakteur. Da tritt wieder die Frage auf: Wen? Ueberfluß an wirklich tüchtigen Leuten haben wir ganz gewiß nicht. Ich darf mir wohl die Frage erlauben, wie Du Dich zu irgend einem der angedeuteten Posten stellen würdest?« (mitgeteilt bei KR, Ich bin des trockenen Tons nun satt; in: Einigkeit, Nr. 36, 4. 9. 1909)
18) Roche wohnte zu dieser Zeit in der Wiemelhauserstr. 38a (heute: Universitätsstraße); im Vorderhaus (Wiemelhauserstr. 38) wohnte Paul Runge, Parteisekretär des Sozialdemokratischen Volksvereins für den Wahlkreis Bochum-Gelsenkirchen-Hattingen-Witten (Adreßbuch der Stadt Bochum 1907)
19) Roche 1909, S. 7; StAH PP 331-3 S 7762
20) StAH PP 331-3 S 7762 [Schreiben der Polizeiverwaltung des Oberbürgermeisters von Bochum an die Polizeibehörde Hamburg, 20. 5. 1907]
21) Lebenshaltung und Arbeitsverhältnisse der Deutschen Bauhülfsarbeiter. Herausgegeben vom Hauptvorstand des Zentralverbandes der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands, Hamburg 1908 – 76 S. (Verlag: Verband der Baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands Gustav Behrendt);
Die Tarifverträge der baugewerblichen Hülfsarbeiter bis zum Jahre 1907. Verband der Baugewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands, Hamburg 1908. – 483 S. (Verlag: Verband der Baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands Gustav Behrendt);
Zur Entwicklungsgeschichte des Verbandes der baugewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Mit einem Anhang über die bis Ende 1907 vom Verband abgeschlossenen Tarifverträge. Herausgegeben vom Zentralvorstand, Hamburg, 1909. – 76 S.;
für die Autorenschaft und die Umstände der Entstehung siehe Roche 1909, S. 11 – 14
22) Roche 1909, S. 11
23) einige biographische Angaben bei Schmit 1932, S. 1695 – allerdings eine völlig unkritische Eloge des amtierenden Grundstein-Redakteurs auf Töpfer.
24) Roche 1909, S. 10; Urteil des Schöffengerichts Hamburg vom 7. Mai 1910 gegen Fritz Kater und Karl Roche, in Auszügen mitgeteilt bei Karl Roche, Eine Nachlese; in: Einigkeit, Nr. 42, 15. 10. 1910
25) Roche 1909, S. 14ff
26) Roche 1909, S. 29f.
27) Osdorf wurde 1927 nach Altona eingemeindet, das wiederum 1937 mit dem »Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen«, kurz »Groß-Hamburg-Gesetz«, zu Hamburg geschlagen wurde; siehe wikipedia Hamburg-Osdorf; wikipedia Groß-Hamburg-Gesetz.
28) Roche 1909, S. 3
29) Die FVdG ging aus der lokalistischen Opposition innerhalb der sozialdemokratischen Freien Gewerkschaften hervor. Ursprünglich aus revolutionären Sozialdemokraten bestehend, die den reformistischen Kurs der Zentralverbände der Generalkommission ablehnten, wurde den Lokalisten 1907 von der Partei das Ultimatum gestellt, innerhalb eines Jahres sich den Zentralverbänden anzuschließen oder aus der SPD rauszufliegen. Die eine Hälfte (etwa 8000 Mitglieder) unterwarf sich, während die andere Hälfte mit den Sozialdemokraten brach und sich rasch dem revolutionären Syndikalismus annäherte. Nach dem 1. Weltkrieg entstand aus ihr die »Freie Arbeiter-Union Deutschlands«. (siehe Aigte 1930/1931; Bock 1969 und Bock 1993; Fricke 1988, S. 1010 – 1021; SyFo [2007]; Kater 1912; Klan/Nelles 1990; Kulemann 1908; Rübner 1994; Vogel 1977; einen schnellen Überblick und reichen Materialfundus bietet zudem die Internet-Seite des Instituts für Syndikalismusforschung).
30) Roche 1909; die Broschüre wurde erstmals in der Einigkeit, Nr. 31, 31. 7. 1909, angekündigt, ist also spätestens Anfang August erschienen. – Im Revolutionsjahr 1919, nach zehn Jahren, bringt Roche den »Sumpf« noch einmal heraus, denn, wie er im Vorwort zur Neuausgabe schreibt: »Die Zentralverbandsführer in Hamburg wie auch die Rechtssozialisten verbreiten Gerüchte über mich, hinterhältig und verlogen. Der „Rote Sumpf“ dient ihrem verleumderischen Beginnen zur Grundlage. Daher habe ich mich entschlossen, diese Schrift neu herauszugeben. … Das Schriftchen hat außer seinem historischen Interesse auch für den Tageskampf der Gegenwart Wert.
Auch eine gewisse Genugtuung beschleicht mich: Was ich vor zehn Jahren über die Arbeiterbewegung und deren Führer auszusprechen wagte, wofür ich geächtet wurde — heute sagen dasselbe Millionen.« (Roche 1919a, S. 1 f)
31) Der Bau-Hilfsarbeiter, Nr. 32, 7. 8. 1909
32) Hamburger Echo, Nr. 189, 15. 8. 1909
33) Der Bau-Hilfsarbeiter, Nr. 35, 28. 8. 1909
34) Karl Roche, Heraus mit dem Flederwisch!; in: Einigkeit, Nr. 33, 14. 8. 1909
35) Karl Roche, Eine Nachlese; in: Einigkeit, Nr. 42, 15. 10. 1910; Hamburger Echo, Nr. 106, 8. 5. 1910; Hamburger Echo, Nr. 213, 11. 9. 1910
36) Urteil des Schöffengerichts Hamburg vom 7. Mai 1910 gegen Fritz Kater und Karl Roche, in Auszügen mitgeteilt bei Karl Roche, Eine Nachlese; in: Einigkeit, Nr. 42, 15. 10. 1910
37) zum »Reichsverband« siehe Fricke 1970
38) Lübecker Volksbote, Nr. 177, 1. 8. 1910
39) LaB, A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 31
40) Der Bau-Hilfsarbeiter, Nr. 2, 8. 1. 1910
41) Kampf. (Unabhängiges) Organ für Anarchismus und Syndikalismus; erschien von 1912 bis 1914 in Hamburg; mit Sicherheit stammt der mit »K. R.« gezeichnete Artikel »Evolution rückwärts« (Jg. 1, Nr. 2, August 1912, Beiblatt, [S. 7 – 8]) von Roche; der mit »R.« gezeichnete Artikel »Aus der journalistischen Düngergrube am Speersort« (ebd., [S. 8] ist nicht sicher Roche zuzuordnen, sein Sprachstil macht es aber wahrscheinlich). – Zum Kampf siehe KAMPF! – Vorwort zum Reprint 1986 (Hamburg); zum Anarchismus in Hamburg vor dem 1. Weltkrieg siehe Heinzerling 1988.
42) zum Konzept der Arbeiterbörsen siehe Barwich [1923]
43) Rübner 1996, S. 75; zu den Aktivitäten der syndikalistischen Seeleute kurz vor dem 1. Weltkrieg siehe Mohrhof 2008
44) offiziell vom Bremer Delegierten Franz Martin auf dem 11. Kongreß der FVdG im Mai 1914 vorgeschlagen; siehe Rübner 1996, S. 76, Anm. 35
45) Rübner 1996, S. 76, Anm. 35
46) Rübner 1996, S. 77
47) Roche 1912 – wir halten die von Angela Vogel vermutete Auflösung des Pseudonyms (siehe Vogel 1977, S. 252, Anm. 26) nach Durchsicht der unter dem Namen Diogenes publizierten Artikel in der Einigkeit und im Pionier für überzeugend. Roche benutzte dieses Pseudonym später auch noch im Syndikalist.
48) Thorpe 1978, S. 57; Thorpe 1989, S. 69 ff – Roche berichtete in der Einigkeit (Nr. 41 und 42, 11. und 18. Oktober 1913) und im Pionier (Nr. 42, 15 Oktober 1913) über den Kongreß. – Zusammenfassend zum Kongreß: Thorpe 1978, Thorpe 1989.
49) LaB, A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 19 & 20
50) siehe die Dokumentation Den Kapitalismus muß man nicht totglauben, den Kapitalismus muß man totkämpfen. Karl Roche und die Genossenschaftsfrage 1911 – 1914; in: barrikade, Nr. 7, April 2012, S. 26 – 29. 
51) Bock 1969 und Bock 1993; Rübner 1994; Aigte 1930/1931
52) Das Weitererscheinen des »Mitteilungsblatt« verboten!; in: Rundschreiben, Nr. 1, 15. 6. 1915
53) Rundschreiben, Nr. 47, 15. Mai 1917 – zusammenfassend dazu Thorpe 2000.
54) LaB, A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 29; Bl. 31
55) LaB, A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 29; Bl. 32
56) LaB, A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 29; Bl. 33
57) Fricke war vor dem Krieg Verleger und verantwortlicher Redakteur des Kampf bis Nr. 10 (siehe KAMPF_Anhang).
58) Hat Roche, wie wir in der ersten Fassung dieser biographischen Skizze noch ziemlich überzeugt behauptet haben,(siehe AKR 2009, S. 5 f) zum Untergrundnetz der FVdG gehört, das den Zusammenhalt der Syndikalisten für die Zeit nach dem Kriege erfolgreich sicherte? Den oben zitierten Überwachungsakten zufolge hat er sich bis zu seinem Umzug nach Hamburg von der Bewegung ferngehalten. Das kann stimmen. Roche hatte sich während der Zeit beim Hauptvorstand des »Verbandes« Rheumatismus in den Beinen zugezogen und war demzufolge in seiner Mobilität eingeschränkt (siehe Roche 1909, S. 8f). Eine der wenigen Versammlungen der Hamburger FVdG während des Krieges fand am 8. Juli 1917 statt, an der 56 Personen, überwiegend Werftarbeiter, teilnahmen; Fritz Kater, der ursprünglich dort sprechen sollte, konnte nicht kommen; siehe Ullrich 1976 (Band 2), S. 153, Anm. 34.
Ob Roche Kontakt zur linken Opposition in der Hamburger SPD um Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim hatte, die später an der Gründung der KPD wie der KAPD führend beteiligt waren, konnten wir bisher nicht ermitteln.
59) Zeugnis der Vulcan Werke, vollständig zitiert in Isegrim (d. i. Karl Roche), An der Unterweser; in: Syndikalist, Jg. 6, Nr. 30, 26. Juli 1924, Beilage.
60) LaB, A Pr. Br. Rep. 030 Nr. 16490, Bl. 37
61) Die Umbenennung hatte der 11. Kongreß der FVdG im Mai 1914 beschlossen, seine Umsetzung wurde allerdings durch den Kriegsausbruch und das Verbot verhindert; siehe Rübner 1996, S. 82, Anm. 58
62) Syndikalist, 1. Jg. 1918/19, Nr. 7
63) Syndikalist, 1. Jg., 1918/19, Nr. 14
64) siehe etwa Kuckuk 1996, S. 22
65) alle vier Broschüren sind nachgedruckt in Roche 2009
66) vollständig zitiert in Isegrim (d. i. Karl Roche), An der Unterweser; in: Syndikalist, Jg. 6, Nr. 30, 26. Juli 1924, Beilage.
67) Politische Polizei Hamburg – Wochenbericht Nr. 9 vom 13. 10. 1919; zitiert auf der Webseite des AKR: http://archivkarlroche.wordpress.com/2009/05/03/der-hetzer-roche/
68) Die unionistische Bewegung entstand spontan in der ersten revolutionären Nachkriegsphase. Sie orientierte sich theoretisch mehrheitlich am revolutionären Marxismus, organisatorische Grundlage war die berufsübergreifende Betriebsorganisation (im Bergbau die Schachtorganisation); aufgebaut war sie in der Regel nach dem Räteprinzip. Ein kleinerer Teil der Unionisten schloß sich im Dezember 1919 mit der FVdG zur FAUD zusammen (Rocker 1919), die Mehrheit beteiligte sich am Gründungsprozeß der AAUD, während eine weitere Strömung (»Union der Hand- und Kopfarbeiter«) sich zeitweilig der KPD annäherte (die darüber nicht immer sehr glücklich war). Aus dieser Strömung entstanden nach 1925 die »Revolutionären Industrie-Verbände«. (Bock 1969 und Bock 1993; Bötcher 1922; Hermberg 1922; Langels 1989; siehe auch Bärhausen u.a. 1986, S. 8)
69) Die Hamburger KPD gehörte fast vollständig zur antiparlamentarisch-antigewerkschaftlichen Opposition gegen die Berliner Zentrale; siehe Protokoll KPD 3. Parteitag.
70) siehe Bock 1969 und Bock 1993, S. 188 ff; Böttcher, S. 75 ff.
71) Der Gründungsparteitag der KAPD fand am 4. und 5. April 1920 in Berlin statt; siehe Bock 1977.
72) siehe Bock 1969 und Bock 1993, S. 188ff; Siegfried 2004, S. 128f.
73) Bekannte Vertreter sind, neben Roche (Hamburg), der Herausgeber der Berliner Aktion, Franz Pfempfert, und Otto Rühle (Dresden).
74) siehe Die 3. Reichskonferenz der AAUD, 12. – 14. Juni 1920 in Leipzig. Eingeleitet und bearbeitet von Jonnie Schlichting; in: barrikade Nr. 7, April 2012, S. 34 – 39.
75) siehe Bock 1969 und Bock 1993, S. 214f; zu Hamburg siehe auch: Partei oder Gewerkschaft; in: Alarm, Jg. 3/1921, Nr. 19
76) Angress 1972, S. 139ff; Bock 1969 und Bock 1993, S. 295ff.
77) Zeitdokument; in: Alarm, Jg. 3/1921, Nr. 17
78) so spricht Roche am 27. 11. 1921 auf einer Veranstaltung der FAUD zur Ermordung des spanischen Ministerpräsidenten Dato durch zwei CNT-Genossen über die Leiden der Festungsgefangenen in Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel; siehe: ZP-Stelle Hamburg – Bericht # 105 – 29.11.1921 (Staatsarchiv Bremen 4,65).
79) siehe Siegfried 2004, S. 129
80) siehe Bock 1969 und Bock 1993, S. 214f
81) siehe Voß 1981; Wollenberg 1973
82) siehe Voß u.a. 1981
83) Eine Rentenmark = 1 Billion Papiermark; 1 US$ = 4,20 Rentenmark
84) Der erste von Roche signierte Artikel im Syndikalist erschien schon in der Ausgabe 43 – 44/ 4. November 1923 – gleich nach den KPD-Putsch vom 23. Oktober in Hamburg: »Die Opfer einer politischen Narrheit«.
85) Roche 1924
86) Die Konferenz des Bezirks Nordwest der FAUD und der Block antiautoritärer Revolutionäre.Bremen am 27. und 28. Dezember 1924 – Eine Dokumentation. Eingeleitet und bearbeitet von Jonnie Schlichting; in: barrikade Nr. 4, Dezember 2010, S. 15 – 22.
87) Roche 1925
88) Roche 1929
89) Karl Roche [Nachruf]; in: Syndikalist, Jg. 11, Nr. 2, 10. 1. 1931 [http://www.syndikalismusforschung.info/rochetod.htm]
90) R [Rudolf Rocker?], Karl Roche; in: Fanal, Jg. 5 (1930/1931), Nr. 5, Februar 1931, S. 119 [http://archivkarlroche.wordpress.com/archiv-karl-roche/nachruf-aus-fanal/]

Quellen
1. Archive
 AKR: Archiv Karl Roche Hamburg
 LaB: Landesarchiv Berlin
 StAH: Staatsarchiv Hamburg
 SyFo: Institut für Syndikalismusforschung Bremen
2. Periodika
 AGWA: Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit (Germinal)
 Alarm: Alarm. Organ für freien Sozialismus [Herausgegeben von Carl Langer], Hamburg
 barrikade: barrikade Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus, Hamburg (AKR)
 Einigkeit: Die Einigkeit. Organ der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften, Berlin
 Internationale (FAUD): Die Internationale. Zeitschrift für revolutionäre Arbeiterbewegung, Gesellschaftskritik und sozialistischen Neuaufbau. Hrgg. von der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (AS), Berlin
 Kampf: Kampf. (Unabhängiges) Organ für Anarchismus und Syndikalismus, Hamburg
 KAZ (Hamburg): Kommunistische Arbeiter-Zeitung, [Organ der KPD, Ortsgruppe Hamburg; seit 1920: Organ der Kommunistischen Arbeiterpartei und der Allgemeinen Arbeiterunion Deutschlands, hrgg. von der Ortsgruppe Hamburg], Hamburg
 Mitteilungsblatt: Mitteilungsblatt der Geschäftskommission der Freien Vereinigung Deutscher Gewerkschaften, Berlin
 Pionier: Der Pionier. Unabhängiges sozialrevolutionäres Organ, Berlin
 Rundschreiben: Rundschreiben an die Vorstände und Mitglieder aller der Freien Vereinigung Deutscher Gewerkschaften angeschlossenen Vereine, Berlin
 Syndikalist: Der Syndikalist. Organ der Sozialrevolutionären Gewerkschaften Deutschlands; seit 1920: Organ der Freien Arbeiter-Union Deutschlands, Berlin
 Unionist: Der Unionist. Organ der Allgemeinen Arbeiter-Union, Wirtschaftsbezirk Wasserkante; seit 1921: Organ der Allgemeinen Arbeiter-Union (Einheits-Organisation), Wirtschaftsbezirk Wasserkante, Hamburg
3. Literatur
 Aigte 1930: Gerhard Aigte, Über die Entwicklung der revolutionären syndikalistischen Arbeiterbewegung Frankreichs und Deutschlands in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Freie wissenschaftliche Arbeit; in: Internationale (FAUD), Jg. IV, Nr. 2 (Dezember 1930) bis Nr. 10 (August 1931) – teilweiser Neudruck unter dem Titel Gerhard Aigte, Die Entwicklung der revolutionären syndikalistischen Arbeiterbewegung Deutschlands in der Kriegs- und Nachkriegszeit (1918-1929), Bremen 2005 (FAU Bremen)
 Angress 1973: Werner T. Angress, Stillborn Revolution. Die Kampfzeit der KPD 1921 – 1923 [1963], Wiener Neustadt (Räteverlag)
 AKR 2009: Archiv Karl Roche, Wer war Karl Roche? Eine biographische Skizze; in: Roche 2009
 Bärhausen u.a. 1986: Anne Bärhausen/ Ruth Meyer/ Rüdiger Zimmermann, Baugewerkschaften in der Bibliothek der Sozialen Demokratie/ Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2. erg. Aufl., Bonn
 Barwich [1923]: Studienkommission der Berliner Arbeiterbörsen/Franz Barwich (1923), »Das ist Syndikalismus«. Die Arbeiterbörsen des Syndikalismus. Mit Texten von Franz Gampe, Fritz Kater, Augustin Souchy u.a. Mit einer Einleitung von Helge Döhring, Frankfurt/M 2005 (Edition AV) – erweiterter und vermehrter Neudruck von: Franz Barwich, Die Arbeiterbörsen des Syndikalismus. Mit einem Vorwort von A. Souchy, Berlin [1923] (Der Syndikalist)
 Barwich u.a. 1973: Franz Barwich/ Erich Gerlach/ Arthur Lehning/ Rudolf Rocker/ Helmut Rüdiger, Arbeiterselbstverwaltung, Räte, Syndikalismus, Berlin/W (Karin Kramer)
 Bock 1969: Hans Manfred Bock, Syndikalismus und Linkskommunismus von 1918 bis 1923. Zur Geschichte und Soziologie der Freien Arbeiter-Union (Syndikalisten), der Allgemeinen Arbeiter-Union Deutschlands und der Kommunistischen Arbeiter-Partei Deutschlands, Meisenheim am Glan (Anton Hain)
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 Bock 1993: Hans Manfred Bock, Syndikalismus und Linkskommunismus von 1918 bis 1923. Ein Beitrag zur Sozial- und Ideengeschichte der frühen Weimarer Republik. Aktualisierte und mit einem Nachwort versehene Neuausgabe [von Bock 1969 – die Seitenzählung ist bei beiden Ausgaben identisch], Darmstadt (Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft)
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 Festschrift 1913: Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Fabrikarbeiter-Verbandes Zahlstelle Frankfurt a. Main und Umgebung 1888 – 1913, Frankfurt/M (Fabrikarbeiter-Verband)
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 Hermberg 1922: Paul Hermberg, Nachwort [zu Bötcher 1922]
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 Roche 1919e: Karl Roche, Organisierte direkte Aktion, Berlin (Verlag »Der Syndikalist« Fritz Kater).
 Roche 1920: Karl Roche, Demokratie oder Proletarische Diktatur! Ein Weckruf der Allgemeinen Arbeiter-Union, Ortsgruppe Hamburg, Hamburg
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 Rübner 1994: Hartmut Rübner, Freiheit und Brot. Die Freie Arbeiter-Union Deutschlands. Eine Studie zur Geschichte des Anarchosyndikalismus (Archiv für Sozial- und Kulturgeschichte Band 5), Berlin – Köln (Libertad)
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 Rütters/ Zimmermann 2005: Peter Rütters/ Rüdiger Zimmermann, Bauarbeitergewerkschaften in Deutschland und Internationale Vereinigungen von Bauarbeiterverbänden (1869 – 2004). Protokolle – Berichte – Zeitungen. Ein Bestandsverzeichnis der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung (Veröffentlichungen der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Bd. 16), Bonn
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 Schneider [1943]: Ernst Schneider (Ikarus), The Wilhelmshaven Revolt. A Chapter of the Revolutionary Movement in the German Navy, 1918-1919 [1. Auflage 1943]. (reprint with an Introduction by Joe Thomas), Nr. Huddersfield 1975
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 Thorpe 1978: Wayne Thorpe, Towards a Syndicalist International: The 1913 London Congress; in: International Review of Social History, Vol. XXIII/1978
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Schon wieder Seidman!

Im September schlug der us-amerikanische Historiker Michael Seidman erneut zu.

Er nahm sich das Buch des englischen Historikers Paul Preston The Spanish Holocaust in der Londoner Times – dem TLS – Times Literary Supplement – vom 7. September 2012 vor. Hier ist die Rezension. Daran anschließend eine öffentliche Antwort des schottischen Genossen Stuart Christie  (http://www.christiebooks.com/ChristieBooksWP/2012/09/the-tls-letter-to-the-editor-whatever-happened-to-serious-and-authoritative/) die wir (vorerst) nur im Original wiedergeben – die Übersetzung ist bereits in Arbeit. Sollte jemand die Kapazität haben, die Seidman-Rezension zu übersetzen, wären wir äußerst dankbar.

Seidman-Victimized-TLS-7-Sep-12

Hier die Ünersetzung:

Spitzfindigkeiten eines offenen Pro-Franco-Kritikers

Anmerkungen zur Rezension Michael Seidmans von Paul Prestons “Der Spanische Holocaust”

Times Literary Supplement, 7. September 2012

Was ist mit dem herausgeberischen Urteilsvermögen bei TLS los? Was in aller Welt hat den Herausgeber dazu verleitet, das herablassende und unverschämte Gelaber eines Pro-Franco-Apologeten wie Michael Seidman in seiner Buchbesprechung von Paul Prestons “Der Spanische Holocaust” zu veröffentlichen?

Wenn man von Beschwerden über Prestons „Diskreditierung des moralischen Kapitals der Nationalisten“ einmal absieht, scheint Seidmans wichtigste Kritik die Verwendung des Begriffs „Holocaust“ zur Beschreibung des Blutbads, das von „rebellischen Offizieren“ ausgelöst wurde, „die bald von Mussolini und Hitler unterstützt wurden“ (womit unterstellt wird, dass keines der beiden Regimes an den Plänen zum Umsturz der Republik beteiligt war). Diese Ablehnung des Wortes Holocaust ist entweder akademische Pedanterie oder ein übereifriger politischer Versuch Seidmans, den Begriff ausschließlich und natürlich ungebeten für die jüdischen Opfer des Nazi-Antisemitismus zu vereinnahmen; auf Kosten der 5, 6 oder 7 Millionen anderen Opfer der Nazi-Mordmaschine – Antifaschisten (jüdisch und nicht-jüdisch), Intellektuelle, Sozialisten, Anarchisten, Kommunisten, Liberale, Zeugen Jehovas, Roma, geistig Kranke, Behinderte usw. usw. – zwischen Januar 1933 und Mai 1945.

Bisher habe ich auch noch nichts gesehen von der von Seidman beschriebenen “Lawine neuerer Literatur”, die „Prestons antiquierte Sichtweisen“ der Repression in der republikanischen Zone „in Frage stellt“, nämlich dass sie

„Teil eines größtenteils absichtlichen und kalkulierten Versuchs war, (sehr allgemein definierte) ‚Faschisten’ und Rechte zu eliminieren – ebenso wie Mitglieder des Klerus, die für eine fünfte Kolonne und potentielle Hindernisse für die Arbeiter- oder Volksrevolution gehalten wurden. Diese Morde standen in enger Verbindung mit den linken Parteien, Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten und wurden gewöhnlich von diesen gutgeheißen.“

Wie Seidmann (oder sonst jemand) schlussfolgern kann, dass solch eine Verschwörung zwischen so unterschiedlichen und miteinander konkurrierenden Gruppen der „Linken“ existierte, ist mir ein Rätsel und wirft ein ungünstiges Licht auf sein Verständnis von Geschichte, Politik und Kultur Spaniens zwischen den beiden Weltkriegen. Hätte es solch eine Verschwörung gegeben, wäre sie wahrscheinlicher von der nationalen und regionalen Führung gegen ihre eigenen bekannten Dissidenten gerichtet gewesen – einfache Kämpfer und Intellektuelle, die die Parteihegemonie in Frage gestellt hatten – und nicht die unbekannten Mitglieder der fünften Kolonne, die hinter den republikanischen Linien geschnappt wurden, sich oftmals den Gewerkschaften einschließlich der CNT, der kommunistischen oder der sozialistischen Partei anschlossen und häufig die allerdogmatischsten Parteigetreuen waren.

Seidman tut so, als wäre alles erst 1936 losgegangen. Mord und Chaos auf beiden Seiten: zugestanden. Grausamer Mord aufgrund von Abneigung, Eigeninteresse, Gier usw. – das ganze Spektrum war abgedeckt. Zugegeben: niemand war über jeden Tadel erhaben und, wie ich selbst in meinem neuesten dreibändigen Werk ¡Pistoleros! – 1918-24” gezeigt habe, gab es auch keinen Mangel an Täteren im anarchistischen Lager.

Dennoch, Seidmans eigene Zahlen aus dem Zeitraum “während des spanischen Konfliktes” (ich nehme an, er meint 1936-39, also den Bürgerkrieg) belegen ein 13 zu 5 Verhältnis an Tötungen zugunsten der Nationalisten (Faschisten, katholische Autoritäre und Vertreter von „Ein Spanien“). Letzteres erklärt, wie sich Generäle wie z.B. Cabanellas – die in den frühen Jahren der Republik und Monarchie Freimaurer und/oder Republikaner gewesen waren – in „Faschisten“ verwandelt haben. Oder hatten sie schon immer diese autoritäre Einstellung? Eine Einstellung, die sie mit vielen (bis gestern noch Monarchisten) „Neurepublikanern“ gemeinsam hatten, was Vorfälle erklären kann wie die blutige Repression von Castilblanco 1931, Arnedo 1932 und Casas Viejas 1933 etc., und die Einrichtung der Guardia de Asalto als Polizeitruppe zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Der berüchtigte „Republikaner“ und Freimaurer Eduardo López Ochoa führte die Niederschlagung und Unterdrückung des Aufstands in Asturien 1934 an. „Republikanisch“ hieß nicht automatisch „links“, noch nicht einmal „liberal“. Daher auch die Skepsis in den Reihen der CNT. Siehe dazu Melchor Rodriguez’ Artikel “April to April” (KSL Bulletin), der die Opfer der Sicherheitskräfte der neuen Republik gezählt hat.

Die Vernarrtheit in die Romantisierung der Republik lässt uns vor ihren raueren Seiten die Augen verschließen, die die Armen und die arbeitenden Klassen erleben mussten. Die Kirche, die besitzenden Klassen und die Anhängern von „Ein Spanien“ fühlten sich möglicherweise durch Teile der republikanischen Rhetorik und Gesetzgebung angegriffen, aber sie waren nicht Schlagstöcken, Kugeln und Artilleriefeuer ausgesetzt wie die Arbeitenden. Wurde General Sanjurjo nach seinem versuchten Putsch gegen die Republik 1932 genauso hart bestraft wie der Bauer Seisdedos oder die aufständischen Bergleute und Bauern von Llobregat? Einzelheiten der unterschiedlichen Behandlung wären interessant.

Ablehnung der Republik allein war noch kein Vergehen, sofern sie nicht in praktische Aktion mündete wie Desertieren, Widerstand, praktische Opposition. Doch unter dem frankistischen Befehl 108 der National(istisch)en Verteidigungsjunta (13/09/36) wurde die Beschlagnahmung von Eigentum derer vorgesehen, die für Widerstand gegen die nationalistische Bewegung „direkt oder unterschwellig verantwortlich, durch Handeln oder Anstiftung“ sein sollten.

Das frankistische Politische Transparenzgesetz vom 9.2.39 (das die Beschlagnahmung von Gütern regelt) wurde im Nachhinein anwendbar erklärt auf die Ereignisse von Oktober 1934 (was einem einen Hinweis auf die Geistesverfassung der Gesetzgeber gibt: warum nicht 1931, 32, 33?), und sollte der/die Beschuldigte in der Zwischenzeit verstorben sein, gingen alle Verbindlichkeiten und Strafzahlungen, die daraus entstanden, auf seine/ihre Erben oder Verwandten über. Zwei Drittel dieser Beschlagnahmungen betrafen „Übeltäter“ aus der Arbeiterklasse und viele davon mussten erlassen werden, nicht aus Mitleid, sondern mangels beschlagnahmbarer Güter. Bußgelder wurden erlassen und durchgesetzt gegen Republikaner und andere, die bereits 1936 erschossen wurden. Der sozialistische Volksfrontfunktionär (PSOE) Vicente Martin Romera (ermordet am 7. August 1936 in Madrid auf Befehl von Colonel Cascajo) bekam ein Nachkriegs- und nachträgliches Bußgeld von 125 000 Peseten, die seine Familie aufbringen musste, um „freien Zugang zu seinem Besitz“ zu erhalten.

Bußgelder und Beschlagnahmungen waren oft Begleitumstände von Hinrichtungen (und zwar sowohl vor- als auch nachher). In Albacete hatten 43 % der von Kriegsgerichten verurteilten ein Verfahren nach dem Politischen Transparenzgesetz und 80% der Bestraften waren Landarbeiter oder Handwerker. 1942 ersetzte eine Änderung dieses Gesetzes ökonomische Sanktionen mit Berufsverboten, bis das Gesetz am 13.4.45 außer Kraft gesetzt wurde – in Bezug auf neue Fälle. Die bereits laufenden Vorgänge wurden bis 10.11.66 weiter verfolgt. Ich möchte die Republik nicht romantisieren, aber (von einer kommunistischen Machtübernahme abgesehen) bezweifle ich, dass eine Verfolgung in diesem Ausmaß stattgefunden hätte.

Zu Seidmans außerordentlicher Feststellung, dass “Nationalisten verhältnismäßig mehr Kriegsgefangene in ihre Armee eingegliedert haben als alle anderen an Bürgerkriegen im Mitteleuropa des 20. Jahrhundert beteiligten Parteien“ – ist Seidman nicht klar, dass die Kriegsgefangenen in dieser Frage keine Wahl hatten, da die einzige Alternative ein Hinrichtungskommando und ein Massengrab waren? Dieser Bezug auf das nationalistische Recycling von Kriegsgefangenen soll Prestons Anschuldigungen betreffs „Vernichtungsprogrammen“ widerlegen, aber tut er das? In welche Einheiten wurden sie wiedereingegliedert? Wie wurden sie kommandiert, diszipliniert und eingesetzt? In welchen Sektoren wurden sie eingesetzt? Gegen welche republikanischen Kräfte? Gab es möglicherweise Abschreckungsmaßnahmen gegen Zurückweichler? (Maschinengewehre à la Trotzki im russischen Bürgerkrieg oder à la Stalin im Zweiten Weltkrieg? Wie hoch war ihre Sterblichkeitsrate verglichen mit nationalistischen „Freiwilligen“einheiten oder regulären Kräften? Ich weiß es nicht. Ich frage ja nur. Kurz gesagt, solche Recyclingprogramme standen nicht notwendigerweise im Widerspruch zu Vernichtungsplänen, sondern konnten sehr wohl ein Teil davon sein – den Feind durch den Feind töten lassen, während man gleichzeitig die Nachhut von Unzufriedenen säubert.) In seiner eigenen Republik der Egos gesteht Seidmann einen Mangel an Arbeitskräften statt Truppen ein.

Zu Prestons so genannter “Entschuldigung” der spanischen Linken und ihrer angeblichen Tendenz, den sowjetischen Einfluss auf das Paracuellos-Massaker an angeblichen oder bekannten Antirepublikanern durch eine gemischte Truppe spanischer Linker überzubewerten: dieses Massaker scheint unter anderem von Santiago Carrillo veranstaltet worden zu sein, früher bei der Vereinten Sozialistischen Jugend (JSU) und zum damaligen Zeitpunkt bei der Spanischen Kommunistischen Partei (PCE) – und letztere hat wenig getan, das nicht durch das Politbüro und seine Komintern-Berater gefiltert war.

Was Seidmans Argument zu den katalanischen Carlisten in der nationalistischen Armee angeht: liegt es nicht nahe, dass der Verdacht nicht unberechtigt ist, eine fünfte Kolonne sei aktiv in den ländlichen Gebieten Kataloniens, aus der diese Figuren kamen, ebenso typische Requetés, die nicht im richtigen Alter für den Militärdienst gewesen sein mögen, dafür aber andere Dienste leisteten? Dies soll keine Entschuldigung sein, sondern vielleicht eine teilweise Erklärung für die mörderische Behandlung, die Rechten und dem katholischen Klerus zu Teil wurden.

Wenn Preston (laut Seidman) feststellt, dass der “Radikalismus” der republikanischen Führung eher rhetorischer als wirklicher Natur war, ist dieses Argument eigentlich überflüssig. Präsident Azañas angebliche Ankündigung, mit seinen Reformen “Hackfleisch” aus der Armee zu machen (“triturar el ejército”) stiftete genauso viel (vielleicht mehr) Aufregung und Verbitterung in diesen Kreisen wie gewalttätige Streiks. Desgleichen die jakobinische, aufklärerische Kritik an der Kirche. Die CEDA entstand aus dem Begehren, katholische Prinzipien ungeachtet des Regimes zu verteidigen, das Ewige gegen die Umstände: darum ging es bei CEDAs „Accidentalism“: der Schwerpunkt auf dem (Un)Realen anstatt dem Formalen. Ein republikanischer Anhänger der katholischen Werte war gut, ein monarchistischer Nicht-Anhänger derselben böse. Das Gleiche gilt sicher für libertäre oder linke Werte, oder?

Preston mag die “Straßen”angriffe auf Sachen nach dem Februar 1936 unterschätzen, aber Seidmann sollte die „Esst die Republik“-Verhöhnungen während des bienio negro, die Hinterlassenschaft der Repression von Oktober 34, die einschneidenden Beschränkungen von Gewerkschaftsrechten usw., den offenen Flirt der spanischen Rechten mit Autoritarismus und Faschismus im restlichen Europa, das österreichische Beispiel von 1934 usw. im Blick behalten. Gibt es denn nicht wenigstens die Möglichkeit, dass die Straße dadurch in Bewegung geriet und durch ihre eigenen Angelegenheiten anstatt durch hochtrabende Rhetorik irgendeiner republikanischen Leuchte? Mit seinen Bemerkungen über das generelle Herunterspielen der raueren Seiten des Klassenkampfs hat er Recht, aber ich frage ihn: wie „sicher“ waren die Leben, Freiheiten, Nachkommen und Dächer über den Köpfen von NICHT-Rechten und NICHT-Besitzenden? Als Spezialist für die Details der Revolte in all ihren unbequemen und unangenehmen Ausprägungen, die nicht in ordentliche ideologische Modelle passen, sollte Seidman einmal ein typisches Arbeiterleben 1923-43 untersuchen, um Verbesserungen zu entdecken. Diese mögen nicht mit den definierten Konturen von Republik, Monarchie, Diktatur und (noch mal) Diktatur übereinstimmen. Zweitens. Er scheint zu sagen: Schau über das Formale hinaus auf das REALE, aber wenn Prestons Schwerpunkt auf einer Bearbeitung „von oben“ liegt, geht eine Menge davon verloren. Das Leben wird nicht immer von Rednern oder Druckerzeugnissen bestimmt. Die CNT bezog sich stets auf die anonimos, und es gab anonyme Akteure und Faktoren auch außerhalb der CNT.

Der Mord an Calvo Sotelo war in der Tat eine „kaltblütige Tötung“. Was waren Casas Viejas und die vielen anderen ähnlichen Vorkommnisse? Es waren nicht Regierung oder Justiz, die aus Casas Viejas einen Skandal machten, oder? Was hat Seidman zu sagen über irgendeinen Arbeiterklassen-„Franco“, der durch Casas Viejas zur „Revolution“ getrieben wurde oder die Repression irgendeines Streiks?

Zu seiner Erwähnung des Besonderen Militärtribunals des Generalissimus, das 15 000 Fälle von 36 bis 38 abgewiesen hat: Wie viele in der Anklage genannten waren bereits tot? Hingerichtet? Geflohen? Weitere 15 000 wurden aufrechterhalten, und wahrscheinlich erfolgte eine Verurteilung. Er zitiert den Rückgang von Todesurteilen „nach 1941“ (also nach drei Jahren Massenhinrichtungen), doch vernachlässigt jegliche „Kontextualisierung“ wie Bezüge auf den Zweiten Weltkrieg (denkt daran, das war in etwa die Zeit, als Ramón Serrano Súñer den Deutschen mitteilte, dass Spanien kein Interesse am Schicksal spanischer Roter in den Händen der Nazis habe), Spaniens Schwierigkeiten, seine Bevölkerung zu ernähren und die Todesrate in frankistischen Gefängnissen durch Seuchen und Hunger, verschlimmert durch Mangel an medizinischer Betreuung und regelmäßig angewendete Folter. Besser für die Statistik, wenn viele dieser Häftlinge außerhalb starben, arbeitslos und nicht vermittelbar, auf Schwarzen Listen registriert, wohnungslos, abhängig von der Wohltätigkeit der Kirche oder den sozialen Diensten der Falange, nicht gerade die Verkörperung der Mildtätigkeit. Und er vergisst den Höhepunkt der Hinrichtungen zwischen 1947 und 49 zu erwähnen, ein ganzes Jahrzehnt nach dem Krieg und nach all dem Exil, den Verurteilungen und Hinrichtungen der Nachkriegsjahre.

Was Seidmans Kommentare über die nationalistische Agrarpolitik angeht: kann es sein, dass die flüchtigen Grundbesitzeren noch nicht zurückgekehrt waren, dass es stark an Arbeitskräften mangelte, da so viele Männer im erwerbsfähigen Alter an der Front dienten und dass das Angebot von Anreizen für die „besetzenden“ Bauern eine Übergangsstrategie für die Dauer des Krieges in Erwartung der Rückerstattung des gesamten fruchtbaren spanischen Bodens war? Bringt die Opposition um, steckt Leute wegen geringfügigerer Verfehlungen in den Knast, belegt so viele, wie es geht, mit Bußgeldern, zieht die im dienstfähigen Alter ein und ermutigt (!) den Rest, die Produktion zu steigern?

1957 wurde ein Juan García Suárez hingerichtet, allerdings erst, nachdem der kanarische Bischof persönlich an Franco geschrieben hatte, um ihn an die „Tausende Menschen“ zu erinnern, die die „Nationalisten“ auf den Kanaren getötet hatten. Bischof Pildain schrieb: “Sehr geehrter Herr Don Francisco Franco Bahamonde, spanisches Staatsoberhaupt. Sehr geehrter Herr: Ich, Antonio Pildaín y Zapiain, Bischof der apostolischen Diözese von Las Palmas, fühle mich als Hirte der Seelen und spiritueller Vater der Kanaren verpflichtet, sie zu ersuchen, die Todesstrafe von Juan García Suárez umzuwandeln, der von einem Kriegsgericht vor Ort zum Tode verurteilt wurde. Dieser Tod würde auf den Kanaren, wo nichts passiert ist, sehr schlecht aufgenommen werden, da hier all die barbarischen Handlungen von Nationalisten und nicht von Republikanern verübt wurden. Ich möchte dieses Thema lieber nicht zu sehr vertiefen und erinnere Eure Exzellenz an alles, was auf dieser Insel passiert ist, besonders in der Jinámar-Schlucht, wo mehrere Tausend umkamen.“ (Santos Julia [Hg.] Victimas de la Guerra Civil, Temas de Hoy, S. 335-336). Pildaín machte eine mündliche Aussage gegenüber den Historikern José Luis Morales und Miguel Torres, einer der beiden erinnert sich an folgendes: „Bischof Pildaín erwähnte mir gegenüber, dass zwischen 5000 und 6000 Menschen in dieser Gegend umgekommen sind. Die meisten von ihnen verschwanden.“

Stelle das “nicht passiert” der 5000:0-Todesbilanz auf den Kanaren gegenüber! Wann gab es auf den Kanaren eine militärische Bedrohung? Wenn „nichts passiert ist“, können wir davon ausgehen, dass die Inseln ohne ernsthaften Widerstand gefallen sind. Ergehe ich mich in Viktimologie, wenn ich frage, welche Auswirkungen dies auf die Versuche haben könnte, republikanische und nationalistische Gewalt gegeneinander aufzurechnen?

Ich könnte ewig so weitermachen, aber ich erkenne einfach Seidmans Bezugsrahmen nicht an, besonders sein Argument, dass “die spanischen Konterrevolutionäre keinen Rassenkrieg gegen die Juden geführt haben, sondern sich auf die Bekämpfung von Revolutionären konzentrierten, welche ihr Leben, ihr Eigentum und ihren Glauben bedroht haben.“ Wen meint er nur? Franco und seine Kohorte klero-faschistischer Mörder waren niemals „Konterrevolutionäre“, sondern reaktionäre Putschisten, die – mit Hilfe von Nazideutschland, dem faschistischen Italien und einflussreichen Teilen des britischen Establishments – eine regulär gewählte republikanische Regierung stürzten (was immer man von dieser Regierung halten mag) und wer weiß schon genau wie viele Zehntausende Unschuldiger massakrierten – die in keinster Weise eine Bedrohung von Leben, Eigentum oder Glauben darstellten (wie von Bischof Antonio bezeugt) – in einem Versuch, einem eingebildeten „proletarischen Barbarentum“ entgegen zu treten und Spanien 400 Jahre zurück zu werfen zu den mittelalterlichen katholischen Werten des Heiligen Römischen Reiches.

Nein, in Wirklichkeit waren die “Konterrevolutionäre” während der spanischen Revolution und des Bürgerkrieges Azaña, Prieto, Negrín, Companys, Jesús Hernández, Federica Montseny, Mariano R. Vázquez und all die anderen „angesehenen Führer“ auf der republikanischen Seite; ebenso waren es nicht Faschisten, Angehörige der fünften Kolonne, Priester und Nonnen, die vorwiegend hinter den republikanischen Linien verfolgt wurden, sondern Tausende Revolutionäre und einfache Kämpfer, die zwischen Juli 1936 und Dezember 1937 ihren Intrigen und Manövern entgegentraten, die bürgerliche Ordnung wieder herzustellen und zu festigen.

Die Entscheidung, Paul Prestons unbezahlbares Werk über den frankistischen Holocaust der Spitzfindigkeit eines solch offenen Pro-Franco-Kritikers wie Michael Seidman vorzuwerfen, wirft ein ungünstiges Licht auf die vormals hohen herausgeberischen Standards von TLS unter früheren Herausgebern wie Arthur Crook und John Gross (und Stellvertretern wie Nicolas Walter). Was ist nur aus „ernsthaft“ und „maßgeblich“ geworden?

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Das Orginal:

What has happened to editorial judgement at the TLS? What on earth led the editor to commission the patronisingly offensive twaddle from such a pro-Francoist apologist as Michael Seidman in his review of Paul Preston’s “The Spanish Holocaust”?

Apart from complaining about Preston’s ‘discrediting the moral capital of the Nationalists’, Seidman’s principal objection appears to be the use of the term “Holocaust” to describe the carnage triggered by the “rebellious officers, whom Hitler and Mussolini quickly aided” (the implication being that neither regime had been complicit in the plans to topple the Republic). This objection to the word Holocaust is either academic pedantry or a zealous political attempt by Seidman to ‘own’ the term on behalf, exclusively and of course unbidden, of the Jewish victims of Nazi anti-semitism at the expense of the other 5, 6 or 7 million victims of the Nazi killing machine — anti-Nazis (Jewish and non-Jewish), intellectuals, socialists, anarchists, communists, liberals, Jehovah’s Witnesses, gypsies, the mentally ill, the disabled, etc., etc. — between January 1933 and May 1945.

I have yet to come across the “avalanche of recent literature” Seidman writes about as ‘challenging’ Preston’s ‘antiquated views’ on the repression in the Republican zone, that it was

part of a largely deliberate and calculated effort to eliminate “fascists” (very broadly defined), rightists — and also members of the clergy, who were perceived as fifth columnists and potential obstacles to workers’ or people’s revolution. The murders were closely connected to, and usually approved by, the parties of the Left, Socialists, Communists and anarchists.’

How Seidman (or anyone else for that matter) concludes that there was such a conspiracy between such disparate and contending groups on the ‘Left’ escapes me, and reflects poorly on his understanding of the history, politics and culture of Spain between the two world wars. Had such a conspiracy existed it was more likely to have been targeted by the national and regional leaderships against their own known dissidents – rank-and-file militants and intellectuals who challenged party hegemony – not the unknown fifth-columnists caught behind Republican lines who more often than not joined the labour unions, including the CNT, and the communist and socialist parties and often proved to be the most ‘ultra’ of the party faithful.

Seidman speaks as though everything kicked off in 1936. Murder and mayhem on both sides: agreed. Grisly murder tainted by grudge, self-interest, gain, etc., it covered the whole spectrum. No one was above reproach, agreed, and as I relate in my own recent 3-volume work, ¡Pistoleros! – 1918-24”, there was no shortage of offenders in the anarchist camp either.

However, Seidman’s own figures taken from the period “during the Spanish conflict” (I’m assuming he means 1936-’39, i.e. the civil war) show a 13 to 5 kill rate in favour of the Nationalists (fascists, Catholic authoritarians and “One Spainers”). The latter explains how generals such as Cabanellas — who were freemasons and/or republicans under the early Republic and monarchy — morphed into “fascists” in 1936. Or were they perhaps always of the same authoritarian mind-set? A mind-set they shared with many (until yesterday monarchists) “new” republicans, explaining incidents such as the bloody repression at Castilblanco in 1931, Arnedo in 1932 and Casas Viejas in 1933, , etc., and the establishment of the Assault Guard as a public order-only police force. The notoriously “republican” and freemason Eduardo López Ochoa led the crackdown and repression of the Asturias uprising in 1934. “Republican” did not necessarily mean “leftist” or even “liberal”. Hence the scepticism in CNT ranks. See Melchor Rodriguez’s article “April to April” (KSL Bulletin) counting those who perished at the hands of the new Republic’s security forces.

Infatuation with romanticism about the Republic tends to blind us to its rougher edges as experienced by the poor and the working classes. The Church, the propertied classes and the One-Spainers might have taken offence at some of the rhetoric and legislation from the Republic, but they never had to suffer batons, bullets and artillery fire as did the workers. Was General Sanjurjo, after his attempted coup against the Republic in 1932, punished as severely as the peasant Seisdedos or the rebel coalminers and peasants of Upper Llobregat? It would be interesting to have the details of the differential treatment.

The Republic did not make mere disaffection an offence, unless it was translated into action in the form of desertion, obstruction, practical opposition. But under the Francoist’ Order 108 from the National(ist) Defence Junta (13/09/36) provision was made for the confiscation of goods from those deemed to have been “directly or subordinately responsible, by action or incitement” for opposition to the Nationalist Movement.

The Francoists’ Political Accountability Law of 9/2/39 (providing for confiscation of assets) was made retrospectively applicable to events from October 1934 (which must be some sort of a clue to the legislators’ mindset— why not 1931, ’32, ’33?), and in the event of the accused’s having died in the meantime all liability and penalties arising therefrom became applicable to his/her heirs or relations. Two thirds of these confiscation proceedings applied to working class “culprits” and most of these had to be set aside, not from melted hearts, but due to the lack of seizable assets. Fines were applied and enforced against republicans and others who had been shot back in 1936. The Popular Front socialist (PSOE) deputy Vicente Martin Romera (murdered on 7 August 1936 in Madrid on the orders of Colonel Cascajo) was hit with a post-war and posthumous fine of 125,000 pesetas which, his family had to pay in order to recover “free access to his assets”.

Fines and confiscations were often accompaniments (before as well as after the fact) to executions. In Albacete 43 per cent of those sentenced by courts martial had Political Accountability files opened on them and 80 per cent of those punished were farm labourers or manual workers. In 1942 an amendment to this Law replaced economic sanctions with positive disbarments before the law was repealed on 13/4/45, as far as fresh proceedings were concerned. Those already in train were pursued until 10/11/66. I don’t want romanticise the Republic but (barring a communist take-over) I doubt that it would have carried victimisation to those lengths.

As for Sediman’s extraordinary statement that “Nationalists may have integrated proportionally more POWs into their army than any other civil war belligerents in twentieth-century Europe” – Has it not occurred to Seidman that the POWs had little choice in the matter, the other option being a firing squad and a mass grave? This reference to the Nationalist recycling of POWS into their army is intended to counter Preston’s allegations regarding a “programme of extermination”, but does it? Into which units were they recycled? How were they officered, disciplined and deployed? In what sectors were they deployed? Facing which republican forces? Any chance they might have had a deterrent used against retreaters? (Machine guns à la Trotsky in the Russian civil war or à la Stalin in the Second World War? What was their rate of attrition as compared to Nationalist “volunteer” units or regulars? I do not know. I merely ask. In short such recycling was not necessarily in contrast to extermination plans but might well have been integral to them — using the enemy to kill the enemy while clearing one’s rearguard of the openly disaffected.) In his own Republic of Egos, Seidman admits to a manpower shortage in Nationalist Spain — a shortage of workers not of troops.

As to Preston’s so-called “exculpation” of the Spanish left and his alleged tendency to over-state the Soviet influence on the Paracuellos massacre of suspected or known anti-republicans by a motley crew of Spanish leftists, that massacre seems to have emanated from, among others, Santiago Carrillo, late of the Juventudes Socialistas Unificadas (JSU) and by then of the Spanish Communist Party (PCE) — and little was done by that last body that was not filtered through the politburo and its Comintern advisers.

Seidman’s point about Catalan Carlists in the Nationalist armies: does it not suggest that there might be some justification in suspicions of a 5th column operating in the rural areas of Catalonia where these characters came from, and of typical Requetés who might not have been of an age for military service but might have served in other ways? This is not to excuse but rather, perhaps, to partly explain the murderous treatment inflicted on right-wingers and the Catholic clergy.

When Preston suggests (according to Seidman) that the “radicalism” of republican leaders was more rhetorical than actual, the point is redundant. President Azaña’s alleged talk of “making mincemeat” of the army (“triturar el ejército”) with his reforms created as much (maybe more) alarm and rancour in those circles as any strike violence. Likewise the Jacobin, Enlightenment critique of the Church. The CEDA grew out of a desire to defend Catholic principles regardless of the regime, the eternal against the circumstantial: that’s what CEDA’s “accidentalism” was about: a focus on the (un) real over the formal. A republic observant of Catholic values was good, a monarchy unobservant of them, bad. Well, ditto libertarian or leftist values, surely?

Preston may underestimate the “street” attacks after February 1936 on property but Seidman needs to bear in mind the “Eat Republic” taunts of the right during the bienio negro, the legacy of the October ’34 repression, the severe curtailment of union rights, etc., the blatant flirtation of the Spanish Right with authoritarianism and fascism elsewhere in Europe, the Austrian example of 1934, etc. Is there just a chance that the street was moved by this and its own issues rather than some high-flown rhetoric from some republican luminary? He is right in what he says about the general downplaying of the rougher face of the class struggle but I would ask him this: how “safe” were the lives, liberties, offspring and roof over the heads of the NON-rightists and the NON—property-owner? As someone who specialises in the minutiae of revolt in all its uncomfortable and inconvenient manifestations that do not fit into neat ideological models, Seidman ought to trace a typical worker’s life 1923-1943 and spot the improvements. They might not overlap the defined outlines of Republic, Monarchy, Dictatorship and (again) Dictatorship. Mark Two. Look past the formal to the REAL is what he seems to be saying but if Preston’s focus is on working “from above”, a lot of this is going to be missed. Life isn’t always played out by the speechmakers or in print. The CNT was forever referring to the anonimos and there were anonimos players and factors outside the CNT as well.

The murder of Calvo Sotelo was indeed a “cold-blooded killing”. What were Casas Viejas and the many other similar incidents? It was not the government or judiciary that made a scandal of Casas Viejas, was it? What has Seidman to say of some working-class “Franco” pushed into “revolution” by Casas Viejas or the repression of some strike?

His mention of the Generalisimo’s Special Military Tribunal dismissing 15,000 cases in ’36-’38. How many of those named in the charges were already dead? Executed? Escaped? And another 15,000 were upheld and presumably sentencing followed. He cites the decline in death sentences “after 1941” (i.e. after 3 years of mass executions) but he misses out any “contextualization” such as references to WW2, (remember, this would have been about the time that Ramón Serrano Súñer was telling the Germans that Spain had no interest in the fate of any Spanish Reds in Nazi hands) Spain’s difficulty in feeding herself and the death rate in Francoist prisons from disease and starvation, aggravated by lack of medical attention and the regular use of torture. Better for the statistics if many of those prisoners died off-site, unemployed and unemployable, blacklisted, homeless, dependant on the charity of the Church or the social services wing of the Falange, hardly the hallmark of mercy. And he fails to mention the spike in executions in 1947-49, a full decade after the war and after all those exiles, convictions and executions in the post-war years.

As to Seidman’s comments about the Nationalists’ rural policies, was it the case that maybe the runaway estate-owners had not yet returned, that the workforce was seriously depleted due to so many men of economic age serving at the front and that the offering of incentives to the “squatter” peasants might have been a makeshift stratagem for the duration of the war pending the recovery of all of Spain’s productive land? Kill the opposition, jail the lesser offenders, fine as many as you can, conscript those of serviceable age and encourage (!) the rest to step up production?

In 1957 a Juan García Suárez was executed but not before the local bishop of the Canaries wrote to Franco in person to remind him of the “thousands of people” whom the “Nationalists” had killed in the Canaries. Bishop Pildain wrote: “Most Excellent Sir Don Francisco Franco Bahamonde, Spanish Chief of State. Most Excellent Sir: I, Antonio Pildaín y Zapiain, bishop of the apostolic diocese of Las Palmas, find myself obliged, as pastor of the souls and spiritual father of Canarians to ask that you commute the capital sentence on Juan García Suárez, sentenced to death at a council of war held in this place. That death would be looked at very dimly in the Canaries where nothing happened, since all the barbarity committed hereabouts came from the Nationalists and not the republicans. I would rather not go too deeply into this matter and remind your excellency of everything that happened on this island, especially in the Jinámar gorge where several thousands perished.” (Santos Julia [editor] Victimas de la Guerra Civil, Temas de Hoy, pp. 335-336). Pildaín made an oral statement to historians José Luis Morales and Miguel Torres, one of whose recollections was: “Bishop Pildaín mentioned to me that he reckoned from the figures that between 5,000 and 6,000 people must have perished hereabouts. Most of them vanished.”

Contrast the “nothing happened” with the 5,000-to-zero relative kill rate in the Canaries! At what point were the Canaries under military threat? If  “nothing happened” we can take it for granted that the islands fell without serious resistance. Am I indulging in victimology when I ask what implications this might have for attempts to equate republican and Nationalist violence?

I could go on and on, but I just don’t recognise Seidman’s terms of reference, especially his point that “The Spanish counter-revolutionaries did not wage a racial war against Jews, but concentrated on combating revolutionaries who threatened their lives, property and faith”. Who is he talking about? Franco and his cohort of clerico-fascist murderers were never “counter-revolutionaries”, they were reactionary golpistas who — with the help of Nazi Germany, Fascist Italy, and influential elements in the British Establishment — overthrew a legitimately elected republican government (whatever one might think of that government) and massacred who knows exactly how many tens of thousands of innocents — who posed no threat whatsoever to life, property or faith (as witnessed to by Bishop Antonio) — in an attempt to counter perceived “proletarian barbarism” and roll Spain back 400 years to the Medieval Catholic values of the Holy Roman Empire.

No, in fact, the “counter-revolutionaries” during the Spanish Revolution and Civil War were Azaña, Prieto, Negrín, Companys, Jesús Hernández, Federica Montseny, Mariano R. Vázquez, and all the other ‘notable leaders’ on the Republican side; nor was it fascists, fifth-columnists, priests and nuns whom they were primarily targeting behind republican lines, but the thousands of revolutionaries and rank-and-file militants who, between July 1936 and December 1937, challenged their plots and manoeuvres to restore and consolidate bourgeois order.

The decision to give Paul Preston’s invaluable work on the Francoist Holocaust to the sophistry of such a blatantly pro-Francoist reviewer such as Michael Seidman reflects poorly on the formerly rigorous editorial standards of the TLS under previous editors such as Arthur Crook and John Gross (and chief subs such as Nicolas Walter). Whatever happened to ‘serious’ and ‘authoritative’?

Yours, etc.,

Stuart Christie

19. Juli 1936 – Zum Souchy │ Gerlach-Buch

 

Augustin Souchy  │  Erich Gerlach

Die soziale Revolution in Spanien

Kollektivierung der Industrie und Landwirtschaft in Spanien 1936-1939
Dokumente und Selbstdarstellungen der Arbeiter und Bauern

Karin Kramer Verlag, Berlin 1974 – Neuauflage: barrikade, November 2012

Die Streitschrift barrikade wird fast vierzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung durch den Berliner Karin Kramer Verlag, diese eindrucksvolle Dokumentation von Erich Gerlach (Übersetzer) und Augustin Souchy neu herausgeben. Dies scheint uns umso dringender, weil die Leistungen der Spanischen Revolution vielen jüngeren Genossinnen und Genossen kaum oder gar nicht bewusst sind und scheinbar auch in Vergessenheit geraten. Das wäre fatal und ein weiterer Grabstein auf die Errungenschaften der bisher einzigartigen sozialen Revolution, die die Arbeiterselbstverwaltung durchsetzen konnte.

Anhand der übersetzten Dokumente – die Augustin Souchy, deutscher Anarchosyndikalist, Mitglied der FAUD und des IAA-Sekretariats sowie direkter Begleiter der Revolution nicht nur in Barcelona (1) – wird schnell deutlich, mit welchen Problemen eine kollektivierte Ökonomie konfrontiert wird, die zeitgleich in offener Schlacht dem putschistischen Militär unter Franco die Stirn bieten musste.

Den Bürgerkrieg mussten die Revolutionäre (männlich wie weiblich) auch gegen das Trommelfeuer deutscher und italienischer Faschisten standhalten, den Hitler und Mussolini nutzten den Aufstand der proletarischen Bevölkerung gegen den faschistischen Putsch der spanischen Generäle, um ihre Militärmaschinerie (Flugzeuge und Panzer) mit „freiwilligen“ Legionären (Legion Condor) zu erproben – damit hatte „Rotspanien“, das in der Arbeiterbewegung mehrheitlich überaus eindeutig ein „Schwarzrotes Spanien“ war, keine echte Chance. Zumal die sowjetischen Helfershelfer Waffen nur gegen Gold und politischen Einfluß lieferten und die Stalin treu ergebenen Kommunist/innen an der Front und im befreiten Hinterland ihren Kampf gegen „Trotzkisten und Anarchosyndikalisten“ von POUM und CNT-FAI-FIJL-Mujeres Libres mit eigenen Geheimdiensten bis aufs Messer fortsetzten (wie im nachrevolutionären Russland auch), um die soziale Revolution zu ersticken und sich als Retter einer maroden bürgerlichen Demokratie zu feiern.

August Souchy dokumentiert in diesem Buch auch eine andere Sichtweise: Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, Lohnerhöhungen, Überstundenverbote, Selbstverwaltungsstrukturen und die wichtigsten Beschlüsse des Nationalen Wirtschaftsrates der CNT von 1938. An diesen Dokumenten wird deutlich, wie vielschichtig eine soziale Umwälzung ist und wie konsequent die spanischen Genossinnen und Genossen die Probleme angegangen sind.

• Eventuelle Überschüsse gehen in weitere Buchprojekte und die Herausgabe der Streitschrift barrikade. Wir danken dem Karin Kramer Verlag ganz herzlich für die Zusammenarbeit und die Zusage zur Herausgabe dieser Neuauflage. [fm, 18. Juli 2012]

Verkaufspreis: 10 €

Lieferung erfolgt portofrei gegen Rechnung.

Auflage: 400 Exemplare * Umfang: 184 Seiten A5 mit diversen Abbildungen, farbiger Umschlag, neuer Satz.

Email mit Lieferanschrift an: barrikade [kringel] gmx.org

Zum Inhalt:

Erich Gerlach kommentierte die Texte in seiner Einleitung:

»Die beiden hier erstmals einer deutschen Leserschaft zugänglich gemachten Schriften „Collectivisations“ und „Acuerdos del Pleno Económico Ampliado“ wurden während des spanischen Bürgerkrieges veröffentlicht. Aus heutiger Sicht sind sie zweifach wichtig. Sie zeigen erstens, daß der spanische „Bürgerkrieg“ zugleich eine tiefgreifende soziale Revolution war, nicht aber, wie die Moskauer Schule des Kommunismus behauptet, eine „nationalrevolutionäre Befreiungsbewegung“ in den Grenzen einer bürgerlich-demokratischen Revolution und auch nicht, wie Liberale und Sozialdemokraten meinen, ein bloßer Kampf zur Verteidigung des Parlamentarismus gegen die faschistische Konterrevolution und zweitens vermitteln sie uns ein von den herrschenden „marxistischen“ und staatssozialistischen Auffassungen radikal verschiedenes Modell der Arbeiterbewegung und des Sozialismus.«

Augustin Souchy schreibt in seinem Vorwort:

»Einige Wochen vor Ausbruch des Bürgerkrieges war ich zu einer Vortragsreise nach Spanien gekommen. Diesem Zufall hatte ich es zu verdanken, daß ich in der historischen Nacht vom 19. bis 20. Juli und die darauf folgenden Tage auf den Straßen von Barcelona an der Seite der spanischen Kämpfer stand. 30 Monate hindurch widmete ich alle meine Kräfte der Sache der Arbeiter und Bauern Spaniens, bis ich, im Januar 1939, einen Tag vor Barcelonas Fall, die Stadt fluchtartig verlassen mußte.

Aus dem Abwehrkampf gegen die Militärputschisten hatte sich eine Revolution entwickelt, eine profunde soziale Revolution. Die Anarchisten begnügten sich nicht mit der bloßen Verteidigung der Formaldemokratie, sie gingen in allen Landesteilen, wo es ihnen gelungen war, den Putsch niederzuschlagen, zum Gegenangriff über. Ihrer Meinung nach konnten die Übel des Militarismus und die Gefahr des Faschismus nur durch Errichtung einer freiheitlich sozialistischen Gesellschaftsordnung beseitigt werden. Von dieser neuen und freien Ordnung hatten sie freilich andere Vorstellungen als die Sozialdemokraten und Kommunisten. Sie erwarteten die Lösung der sozialen Probleme nicht von der Gesetzgebung, sie wollten von der staatlichen  Verwaltungswirtschaft nach russischem Modell nichts wissen, und sie verwarfen auch die sogenannte Diktatur des Proletariats. Der private Großgrundbesitz und die privaten Wirtschaftsunternehmungen sollten, nach ihrem Konzept, nicht verstaatlicht, sondern von den Beschäftigten selbst gemeinsam verwaltet werden. Diese Theorie wurde in der zweiten Julihälfte und den darauffolgenden Wochen und Monaten in die Praxis umgesetzt.
Es begann in Barcelona. Die Putschgeneräle waren inhaftiert, die Eigentümer und Manager der großen Unternehmungen geflüchtet. In Übereinstimmung, mit ihrem seit Jahren auf Kongressen und Konferenzen ausgearbeiteten Programm nahmen die militanten Gewerkschafter die Verwaltung der im Privatbesitz befindlichen Verkehrsunternehmungen, der Kraft- und Wasserwerke sowie der privaten Industrieunternehmungen in ihre Hände. Arbeiter, Techniker, Ingenieure und Verwaltungsangestellte bildeten ein gemeinsames Arbeitskollektiv. Die Erhöhung der Löhne um 15% konnte durch Einsparung der Dividenden und Rationalisierung des Arbeitsprozesses ohne Preissteigerung finanziert werden. Die Entfremdung des Lohnempfängers von seinem Werk war im Kollektivbetrieb überwunden, das Interesse an der Produktivität gestiegen, denn nun war der Arbeiter mitbestimmender Kollektivist.«

Und das sagte die CNT:

»Diese Probleme, um die sich niemand kümmert, weil der von der CNT vorgeschlagene nationale Wirtschaftsrat, in dem die beiden großen Gewerkschaften CNT und UGT und die Regierung vertreten sind, noch nicht gebildet wurde, werden wir von uns aus sofort zu lösen versuchen. (…)
Das Wichtigste ist anzufangen. Wir sind uns der Vielfalt der Schwierigkeiten und Hindernisse, die sich vor uns auftürmen, bewußt, aber wir sind sicher, daß wir alle Schwierigkeiten überwinden und das Mögliche erreichen werden. Fangen wir an. Mögen einige unserem Beispiel folgen und bei der praktischen Demonstration unserer Studien und Beschlüsse ihren Irrtum erkennen und sich überzeugen, das Vieles getan‘ werden kann. Wiederholen wir: das Wichtigste ist anzufangen. Und die CNT fängt an.«

INHALT

ERICH GERLACH

Zu den Texten ……………………………………………………………………………..  11
Aufbau einer neuen Gesellschaft …………………………………………………….. 13
Historischer Hintergrund ……………………………………………………………… 13
Der Einfluß Bakunins ……………………………………………………………………. 14
„Realistische“ Syndikalisten und „reine“  Anarchisten …………………………. 18
Die Entwicklung der Organisationsprinzipien der CNT ……………………..… 20

AUGUSTIN SOUCHY

Warum und wie dieses Buch entstand (1973) … 30
Vorwort zur „Kollektivierung“ (1937) … 34

Großkapital, Militär und Klerus … 38
Sozialisierung und Kollektivierung … 40
Die Schwierigkeiten … 42
Kollektiver Kapitalismus … 43
Reservefonds, Kurzarbeit und Rationalisierungen … 43
Sozialisierung – nicht Nationalisierung … 44

II.
Enteignung? …………………………………………………………………… 44
Kollektivierung von Grund und Boden … 46

III.
Handel und Konkurrenz … 48

IV.
Die Banken …………………………………………………………………….. 49
Die Lebensmittelversorgung … 49

V.
Weg der Kollektivierung … 50
Vorwort des CNT Verlages zur zweiten Auflage  der „Kollektivierung“ … 54
Einleitung des CNT Verlages (1937) … 55
Kollektivierung der Industrie und Landwirtschaft … 56

Erster Teil

Die neue kollektive Wirtschaft

I. Dekret zur Kollektivierung

a) Kollektivierte Unternehmen
b) Der Betriebsrat …57
c) Das Kontrollorgan in den Privatunternehmen … 60
d) Die Generalräte der Industrie … 61
e) Industrielle Gruppierungen … 62
f) Industrielle Verpflichtungen

II. Skizze der katalanischen Wirtschaft … 66

Zweiter Teil

Die kollektive Arbeit innerhalb der Industrie

I. Die Transportunternehmen … 68

II. Die Textilindustrie … 81
a) Ihre Struktur
b) Struktur der kollektiven Organisation in der Textilindustrie … 83
c) „Industrielles Spanien“ – eine kollektivierte Fabrik … 93

III. Verschiedene Industriezweige
a) Die Hispano-Suiza Werke … 102
b) Die Industrie optischer Gläser hat ihren Ursprung in der Revolution …103
c) Die CAMPSA von Katalonien wird kollektiviert … 107

IV. Die Lebensmittelversorgung … 109

V. Öffentlicher Dienst … 116

VI. Das Handwerk … 128

VII. Landwirtschaft … 132

Dritter Teil

Die Kollektive in den katalanischen Provinzen … 141
Die Beschlüsse des erweiterten nationalen Wirtschaftsplenums 1938 …185
An die Gewerkschaften  … 186
Einsetzung von Arbeitsinspektoren …190
Beschluß über die Arbeitsvergütung … 191
Beschluß über die Gründung der Gewerkschaftsbank … 194
Gründung einer gewerkschaftlichen Verwaltungsstelle für Versicherungen … 197
Koordinierung, Kontrolle und Ausrichtung der CNT-Organe,
die mit Versicherung und sozialer Fürsorge beauftragt sind oder sie von sich aus betreiben … 201

Resolution des erweiterten nationalen Plenums … 204
Korrespondenten, Bulletins, Zeitschriften … 207
Ausbau der Verbraucher-Genossenschaften … 208
Wirkungsvolle Planung der Industrie … 210
Zentralisation der Verwaltung der Wirtschaft der CNT ……………………..… 157
Zentralisation der Verwaltung einer nationalen Industrieföderation …..… 157
Die Bildung der verschiedenen Räte für Technik, Verwaltung und Statistik … 159
Die Wirtschaftsräte … 218
Allgemeine Arbeitsregeln …………………………………………………………….… 162
Schlußbetrachtung ……………………………………………………………………..… 170

Karl Korsch

Die Kollektivierung in Spanien ……………………………………………………….. 172

Index ……………………………………………………………………………………….… 178

——————————

(1)   siehe dazu sein jetzt erst in der Edition AV erschienenes Buch „Bei der Landarbeitern in Aragon – Der freiheitliche Kommunismus in den befreiten Gebieten“, Lich 2012
http://www.edition-av.de/

barrikade #7 – April/Mai 2012

Die neue Ausgabe der barrikade # 7  — April/Anfang Mai 2012:

barrikade # 7   –   April 2012

Inhaltsverzeichnis

• Karl Roche und die FVdG zu Genossenschaften 1910-1914
• Über die Arbeitsbedingungen in einer SPD-Genossenschaft 1913

Schwerpunkt:
• Abrechnung mit Seidmans Buch Arbeiter gegen die Arbeit
• Rezension von Helen Graham zu Workers against Work: »… ein unzulängliches Buch«
Wenn man genauer hinsieht, ist es ganz anders. [HH]
Seidmans Plakat-Märchen [Folkert Mohrhof]
• Rezension zu Seidmans Republic of Egos
• D.A. de Santillán: Wirtschaftlicher Wiederaufbau

• Protokoll der 3. Reichskonferenz der AAU
• Hans Jürgen DEGEN: Rudolf Rockers Betrachtungen zur Lage in Deutschland, 1947

Rezensionen: Auf dem Weg – eine Kooperative in Venezuela

Bestellung einfach über email – wer die #7 bestellt, bekommt die # 6 gratis dazu geliefert.

barrikade[at]gmx.org

Anzeigenvorlage

Anzeige barri-7

NEU: die Ausgaben # 1 – # 5 sind jetzt online zum download bereit —> muckracker/download

Solidarität mit SyFo !

Solidarität mit dem Institut für Syndikalismusforschung dringend erforderlich!

17. April 2012

Heiner Becker verlangt über 2.000 Euro für Texte von Rudolf Rocker.

In der Auseinandersetzung mit dem Rechteinhaber Heiner Becker um die Urheberrechte auf die Werke von Rudolf Rocker ist die gerichtliche Zahlungsaufforderung beim juristisch Verantwortlichen der Webseite des Instituts für Syndikalismusforschung eingetroffen.

Heiner Becker verlangt 2.247,03 Euro für seine Anwaltskosten, die durch die Veröffentlichung von Texten Rudolf Rockers entstanden sind. Auf der Homepage des Instituts für Syndikalismusforschung waren einige Texte Rockers zeitweilig ohne kommerzielles Interesse für jedermann öffentlich zugänglich. Im Zuge einer von Becker betriebenen Unterlassungsaufforderung musste das Institut für Syndikalismusforschung diese Texte von seiner Webpräsenz nehmen. Neben Texten von Rudolf Rocker sind auch solche von Milly Witkop-Rocker betroffen. Bis zum Jahr 2029 hat Heiner Becker die alleinigen Urheberrechte an Texten Rudolf Rockers. Erst dann werden dessen Schriften gemeinfrei.

Die finanzielle Forderung von Heiner Becker übersteigt die finanziellen Möglichkeiten des Instituts für Syndikalismusforschung. Wir sehen uns daher gezwungen, uns an die solidarische Öffentlichkeit zu wenden, um die von Heiner Becker geforderte Summe aufbringen zu können. Wir bitten um die Verbreitung dieses Aufrufs und um Spenden auf das folgende Konto:

Folkert Mohrhof
Kontonummer: 2002314600
BLZ: 43060967
GLS Bank Bochum
IBAN: DE64430609672002314600
BIC: GENODEM1GLS

Kennwort: Soli Syfo

Wir werden die Spendeneingänge unterhalb dieses Aufrufs auf dem Blog http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2012/04/17/solidaritat-mit-dem-institut-fur-syndikalismusforschung-notig/ verzeichnen. Für weitere Informationen zu den Vorgängen um die Urheberrechte von Rudolf Rocker siehe die Veröffentlichungen des Institutes für Syndikalismusforschung:

“Rudolf Rocker soll verschwinden” Erklärung des Instituts für Syndikalismusforschung von Juni 2011

Unterlassungsaufforderung Rudolf Rocker: Beckers Anwalt fordert fast 2000 Euro vom November 2011

Siehe auch die Sonderseite “Rudolf Rocker darf nicht verschwinden” und von: Valentin Tschepego: “Der diskrete Charme der Bibliothek Theleme oder das Gespenst des Urheberrechts” in Syfo – Forschung&Bewegung Nr.1/2011

Neben diesem Spendenaufruf möchten wir noch auf Folgendes  hinweisen: Wie wir wissen, sind weitere Personen von Beckers Urheberrechtsansprüchen betroffen. Gegen sie wurden auf Anzeige von Heiner Becker in Folge einer Denunziation polizeiliche Ermittlungsverfahren eingeleitet, so u.a. gegen den Herausgeber der Zeitschrift “Barrikade”.

Dazu siehe:

Urheberrechte von Rudolf Rocker: Erklärung des Barrikade-Herausgebers vom November 2011

Erklärung des Herausgebers der Barrikade: Wem gehört Rudolf Rocker von März 2011

Quelle: Rundschreiben des Instituts für Syndikalismusforschung

Artikel-Übersicht

barrikade-Prinzipien

Die Barrikade und der Schützengraben Ricardo Flores Magón

Öffnet die Augen!Aktuell – Hammer

Dr. Seidmans Plakat-Märchen [Folkert Mohrhof]

• Abrechnung mit Gegen die Arbeit von Michael Seidman (2011)

Rezension Helen Graham: »… ein unzulängliches Buch«

Wenn man genauer hinsieht, ist es ganz anders. [Hans Hanfstingl]

Amboss – Artikel

85 Jahre Sowjetgranaten – Eine Dokumentation [J.S.]

Der Fall »Scala« Barcelona 1978 [Folkert Mohrhof]

Die Odyssee des Rudolf Rocker-Manuskriptes »Nationalismus und Kultur« 1949 [Folkert Mohrhof]

Mastkorb – AS-Theorie

Kollektivbetriebe als ‚konstruktiver Sozialismus‘ [Folkert Mohrhof]

Anarchismus und Fußball – die Easton Cowboys aus Bristol [Roger Ball]

»Organzing« – Auf dem Weg zu neuen Ufern? [Heiko Grau-Maiwald]

Deutsche Wobblies gegen den Anarchosyndikalismus? [Folkert Mohrhof]

Torpedo & Harpune – Geschichtliches

FAUD, AAU und Seemannsbund 1919

Die Syndikalistische Bauarbeiter-Internationale ISBF

Die unüberbrückbare Kluft zwischen FAUD und AAU

Konferenz der FAUD Nordwest und des Block antiautoritäter Revolutionäre 1924

Die FAUD (A.-S.) als MinderheitenbewegungReinhold Busch 1931

Die Erinnerungen von Jan Appel

• Hamburg

Rechtsextreme Putschpläne in Hamburg-Altona 1919-1923 [Folkert Mohrhof]

Holtzweg I:  Von der Hamburger Warte zum Fridericus  [Folkert Mohrhof]

Der Holtzweg II:     [Folkert Mohrhof]

Sülze-Unruhen in Hamburg Juni 1919 [js]

• Spanien

Brief von Joaquín Ascaso, Januar 1939

Würdigung des Anarchosyndikalisten und Genossenschaftlers Joan Peiró i Belis [Folkert Mohrhof]

Die Wandlungen des Diego Abad de Santillán


Rezensionen

Auf dem Weg – Gelebte Utopie der Kooperative CECOSESOLA in Venezuela [fm] # 7 • April 2012

Kein Befehlen, kein Gehorchen – Helge Döhring [fm] # 7 • April 2012

Geschichte der Novemberrevolution – Richard Müller [J.S.] – # 7 • April 2012

Gegen die Arbeit – Michael Seidman 2011

Die Kommune von Kronstadt – Klaus Geitinger 2011  [J.S.]

Frieden, Freiheit, Brot! – Joachim Paschen 2009 [Peter Kuckuck]

Schwarze Scharen – Helge Döhring 2011 [fm]

Kapp-Putsch – Rudolf Rocker, Reprint 2010

Der Fliegerblick – Detlef Siegfried 2001 [fm]

Hass. Jetzt! Mit geballter Faust in der Tasche – Schweden 2009 [fm]

Warum IAA? – Martin Veith

Der EVMB – Söldner Moskaus – Stefan Heinz 2010 [fm]

Der Bonzenspiegel

Vorwort – 1926

Die Zentralverbände im Kriege.

Noske stattet der Technischen Nothilfe den ersten Dank ab.

Noske und die Syndikalisten.

Inhaltsverzeichnis – barrikade

barrikade # 8 – Juni 2013

Umfang 60 Seiten – Preis: 4 Euro  —- Vorschau:

barrikade-8-cover

barrikade # 7 – April 2012

Umfang 48 Seiten – Preis: 4 Euro  —- Vorschau:

b7-tb

barrikade # 6 – November 2011

Umfang 48 Seiten – Preis: 4 Euro  —- Vorschau:

Kollektivbetriebe als ‚konstruktiver Sozialismus‘?

• Kollektivierungen in Katalonien 1936-39 – Augustin Souchy

• Theorie in Lichte der Praxis – Helmut Rüdiger

• Würdigung des Anarchosyndikalisten und Genossenschafters Joan Peiró i Belis

Odyssee des Rudolf Rocker-Manuskriptes ‚Nationalismus und Kultur‘ 1949

Jan Appel – Erinnerungen

Mehr von diesem Beitrag lesen

barrikade – Prinzipien und Begriffe

Die barrikade-Prinzipien:

► grundsätzliche Ablehnung des nach-faschistischen Arbeitsrechts und der damit einhergehenden Regelementierung und Unterdrückung revolutionärer Betriebsarbeit, Gewerkschaften und der Arbeiterbewegung durch ein sozialpartnerschaftliches Betriebsverfassungsgesetz, Tarif-, Arbeits- und nachgeordnetes repressives Sozialrecht,
► grundsätzliche Ablehnung von Betriebsrats-Arbeit und Abschluß von friedenspflichtigen Tarifverträgen, dagegen setzen wir gewerkschaftliche Betriebsgruppen, revolutionäre Vertrauens oder Obleute, Arbeiterräte und Betriebsvereinbarungen ohne Friedenspflicht,
► Ziel ist der libertäre Kommunismus in Form der industriellen und kommunalen Selbstverwaltung durch ein föderalistisches, antistaatliches und antinationales Rätesystem,
► der kapitalistischen Globalisierung von oben setzen wir die globale Klassensolidarität von unten entgegen – die Arbeiterklasse hat kein Vaterland, der Kampf des Proletariats ist nicht nur international, er ist antinational.

Begriffsklärung:
► Bar|ri|kade – ein Schutzwall im Straßenkampf, Straßensperre
► Syn|di|ka|lis|mus – romanische Bezeichnung für revolutionäre Gewerkschaftsbewegung, ausgehend von der Charta von Amiens 1905 und der CGT in Frankreich; Ziel ist eine sozialistische Neugestaltung der Gesellschaft auf gewerkschaftlicher Grundlage durch föderierte autonome Gewerkschaften und deren lokale Zusammenschlüsse über Arbeitsbörsen
♦ Aktuelle Vertreter sind die schwedische SAC, diverse italienischen Basisgewerkschaften wie Unicobas, die spanische CGT, die französische SUD und verschiedene andere, sie bilden auch die so genannte FESAL (Europäische Förderation Alternativer Gewerkschaften) und können nicht (nicht mehr) als revolutionär bezeichnet werden.
► Unio|nis|mus – revolutionärer Syndikalismus; amerikanische Variante ohne eindeutige politische Ausrichtung – Ziel ist die eine einheitlich-zentralistische Organisierung aller Arbeiterinnen und Arbeiter in Industriegewerkschaften, in Deutschland seinerzeit die Allgemeine Arbeiter-Union
♦ Derzeit vertreten durch die I.W.W., der Industrial Workers of the World aus Nordamerika mit Mini-Sektionen in anderen Ländern.
► Anar|cho|syn|di|ka|lis|mus – sozialrevolutionäre Bewegung auf gewerkschaftlicher Grundlage, entstanden aus der Kombination von anarchistischen Zielen und revolutionärem Syndikalismus; Ziel ist der libertäre Kommunismus in unterschiedlichen Formen
♦ International vertreten durch die spanische CNT, die deutsche FAU, die italienische USI und andere Sektionen der Internationalen Arbeiter-Assoziation, der IAA.
► Die höchste Stufe des revolutionären Syndikalismus ist für die barrikade deshalb der Anarchosyndikalismus, da seine Ziele die am weitestgehenden sind. Da wir mit dem revolutionären Syndikalismus und Unionismus auch die Ideologien und Organisationswelt des Links- und Rätekommunismus berühren, behandeln wir diesen Themenbereich allerdings nur in inhaltlich-ideologischer Abgrenzung und zur Aufarbeitung dieser gescheiterten Konzepte der revolutionären Arbeiterbwegung. ♦

Heleno Saña am 7.10.2016 in Hamburg

Plakat Heleno_ A3Der Flyer: Flyer_heleno-sana

barrikade # 1 – 7 – jetzt auch auf yumpu zum blättern und lesen

barrikade-5tb

Nummer # sieben – Gegen Seidmans ‚Gegen die Arbeit‘ / Rudolf Rocker ‚Lage 1947‘ – April 2012:

https://www.yumpu.com/de/embed/view/ucjUBLr1M8DIVniY

 

Nummer # sechs – Kollektivierungen in Katalonien 1936 / Kollektivbetriebe / Odyssee eines Manuskritptes – November 2011:

https://www.yumpu.com/de/embed/view/vGKQIRW2LIqfvSZq

 

Nummer # fünf – Fußball und Anarchismus – Mai 2011:

https://www.yumpu.com/de/embed/view/HmvMQtN03ug6g59i

 

Nummer # vier – Organizing / AS Bauarbeiter-Internationale – Dezember 2010:

http://www.yumpu.com/de/document/view/38401432/schwerpunkt-organizing-auf-zu-neuen-ufern-bauarbeiter-internationale-isbf

 

Nummer # drei – FAUD: Sekte oder Kampforganisation 1925 – April 2010:

http://www.yumpu.com/de/document/view/38402250/faud-gegen-allgemeine-arbeiter-union-1921

 

Nummer # zwo – FAUD gegen AAUD 1921 – November 2009:

https://www.yumpu.com/de/embed/view/KAJyh69RQbb0JfLc

 

Nummer # eins – November-Revolution 1918

http://www.yumpu.com/de/document/view/38401898/barrikade-1-november-revolution-1918

Kann man schön drin blättern. Die Druck-Auflagen #1-5 sind ausverkauft, die Ausgaben # sechs – acht noch käuflich.

 

Revolutionäre Matrosen auf Torpedobooten in Hamburg 1918

AUR1919https://www.yumpu.com/de/embed/view/NDTs3zWyeIXITR0u

 akr1-vaterland1914http://www.yumpu.com/de/document/view/38405288/der-syndikalistische-streik-auf-dem-ozean-dampfer-vaterland-1914

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